7. Small-Talk zu Paul Boghossians Buch "Angst vor der Wahrheit

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Fliege schrieb:

    CanumaPueblo schrieb:

    [...] die objektive Zeit und die, die man sich selbst geschaffen hat, die sich relativ verhält zu der objektiven Zeit.

    Genau das ist eine realistische Auffassung von Zeit. In der von dir verlinkten 3-Sat-Doku kommt das in Minute 5:40 vor: "Das Jetzt dauert 30 Millisekunden" (das Jetzt gemäß subjektiver Zeitauffassung dauert 30 objektive Millisekunden).
    Das kann ja auch eine realistische Auffassung sein, ich streite ja nicht ab, dass es eine (unverstehbare, aber erkennbare) Realität gibt.

    Ich denke nur, dass es nicht so einfach ist, wie es die geordnete und strukturierte Naturwissenschaft gerne haben würde. Sobald man Leben zur Natur addiert, also Tiere, Pilze, Bakterien und spätestens wenn man die menschliche Kultur und dessen Evolution dazu nimmt, lässt es sich nicht mehr Logisch erklären. Dann gilt es notwendige Zirkelschlüsse zu schaffen. Das heißt ja nicht, dass diese Zirkelschlüsse und die daraus resultierenden Konstruktionen nicht auf logischer Denkweise basieren. Es muss ja ein Erkenntnisprozess zwischen Anfangs- und Endzeitpunkt des Zirkelschlusses liegen, durch den man einen Zirkelschluss logisch annehmen muss. Denn aus welchen Gründen sollten Hermeneutiker oder Konstruktivisten(mit erkennbarer aber nicht verstehbarer Realität) unlogisch denken bzw. gedacht haben? (ich sage nicht, dass Hermeneutiker zwingend konstruktivisten sind, mMn ist es nur wahrscheinlicher als die andere Möglichkeit)

    Naja vom Thema abgekommen. Sie sagen in der Doku aber genauso, dass alles nur eine Annahme des Bewusstseins sein kann(die natürlich kohärent mit dem objektiven sein kann, aber eben nicht zwingend sein muss - insbesondere nicht in den Geistes- und Sozialwissenschaften und nach deiner mutmaßlichen Meinung wahrscheinlich wohl auch nicht bei mir.)
    „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
    Es gilt die Logik auf Geometrie zu gründen.
    Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    Die Geschichte der Religion.
  • CanumaPueblo schrieb:

    Ich denke nur, dass es nicht so einfach ist, wie es die geordnete und strukturierte Naturwissenschaft gerne haben würde. Sobald man Leben zur Natur addiert, also Tiere, Pilze, Bakterien und spätestens wenn man die menschliche Kultur und dessen Evolution dazu nimmt, lässt es sich nicht mehr Logisch erklären. Dann gilt es notwendige Zirkelschlüsse zu schaffen. Das heißt ja nicht, dass diese Zirkelschlüsse und die daraus resultierenden Konstruktionen nicht auf logischer Denkweise basieren. Es muss ja ein Erkenntnisprozess zwischen Anfangs- und Endzeitpunkt des Zirkelschlusses liegen, durch den man einen Zirkelschluss logisch annehmen muss.

    Ich habe keine Ahnung, von was du sprichst ("man addiert Leben zur Natur" usw.), denn es ist verknotet.

    CanumaPueblo schrieb:

    Sie sagen in der Doku aber genauso, dass alles nur eine Annahme des Bewusstseins sein kann

    Das kann wohl nicht sein, wenn man die subjektive Zeitauffassung auf die objektive Zeit beziehen kann.
    "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
  • das Subjektive ist nicht in Zeit gedacht, es sind nur einzelne
    Erinnerungen oder einzelne Wissensfetzen die man für sich selbst ordnet
    und "aneinander reiht", deren Reihenfolge aber natürlich durch die Zeit
    beeinflusst wird. Das Problem an Zeit ist, dass wir Zeit nicht denken
    können. Wir sind nicht in der Lage stetig zu denken, also fließende
    Übergänge zwischen einzelnen Systemen oder sowas zu verstehen. Wir
    können es nur berechnen oder durch Kausalität und Logik
    aneinanderreihen. Wir können also nur die Idee denken und diese dann
    anwenden indem wir Differentiale berechnen in die wir Zahlen einsetzen
    oder eben Logische Schlüsse ziehen. Wie bspw. die Wirtschaft mit der Politik zusammenhängt, Warum kommunistische Staaten ökonomisch zwangsläufig den kürzeren ziehen im Vgl mit Marktwirtschaften, was der Kunstpreis mit der Geldmenge zu tun hat etc. Aber all diese Sachen basieren auf dem selben Konzept, dem menschlichen Gehirn. Welches zumindest in folgendem Beispiel, anhand der Geschichte und der durchlebten Ereignisse der Gesellschaft gezeigt werden könnte:

    Stell dir mal vor, wir haben Ereignisse: (A,B,....,Z)

    Diese Ereignisse spiegeln die gesamte Gesellschaftliche Geschichte wider(oder das gesamte eigene Leben).

    Objektiv existieren dann per Annahme 26 Ereignisse die die (Welt-)Gesellschaft zu dem gemacht hat was sie heute ist.

    Nimmt
    man nun an, dass ein Mensch in Europa Zugang zu sämtlichen Wissen
    darüber besitzt, aber max. Zeit hat 16 Epochen zu verstehen, dann heißt
    das, dass wir die objektive Wahrheit gesellschaftlich nicht erkennen
    können, selbst intersubjektivierbare Positionen sind stark beschränkt,
    mMn immer maximal 4.

    Bei Naturgesetzen ist dies natürlich nicht
    der Fall. Diese sind (unvollständig) Wahr und Fakt, wenn man mal die
    Annahme ausblendet dass es ja auch ganz anders sein könnte als wie es
    ist, da diese irrelevant ist.

    Der ganze Clou an der Sache oben
    ist nun aber, dass Menschen in dieser Modellwelt annährend in der Lage
    sind die Welt zu beschreiben, dessen Teil sie sind(allerdings Problem
    des 3. Beobachters - was allerdings suggeriert dies sei vollständig
    unmöglich), da eine Einzelperson per Annahme ja in der Lage ist 16 oder
    12 oder 8 Epochen, aufjedenfall >=1 Anteile zu verstehen. Hieraus könnte man
    jetzt sagen, dass es Gesellschaftlich zwar keine vollständige Wahrheit
    gibt, dass es aber genauso gut garkeine Wahrheit in Gesellschaftlichen
    Entwicklungsprozessen oder im menschlichen Geist gibt ist ebenso nicht
    korrekt.

    Wenn man nun die 26 TeilEpochen, die die Gesellschaft zu
    dem gemacht hat was sie ist, anhand ihrer chronologischen (häng dich
    bitte nicht daran auf, dass ich dieses Wort jetzt hier benutze) Ordnung
    studiert und bestimmte Schlüsse ableitet, ist es möglich gewisse
    Regelmäßigkeiten im kollektiven Bewusstsein, verkörpert als
    geschichtliche Fakten, zu erkennen. Diese Regelmäßigkeiten lassen sich
    heutzutage genau so im Aktienmarkt finden und einzelne Staaten verhalten
    sich in den Internationalen Beziehungen auch auf einer auf
    regelmäßigkeiten basierenden Handlungs- und/oder Denkweise.

    Ich denke aufgrund dessen könnte auch klar werden weshalb Konstruktivismus existiert. Dieser entsteht durch die Erkenntnis eben dieses Kollektivbewusstseins, das sich anhand von fixen Epochen in der Geschichte manifestiert oder eben durch die Selbstbeobachtung der eigenen mentalen Zustände in Relation zu dem unmittelbar vor dem Zustand erlebten.
    „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
    Es gilt die Logik auf Geometrie zu gründen.
    Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    Die Geschichte der Religion.
  • Das Problem ist denke ich, dass Richard die Sache eher als Bewegung sehen würde, während ihr das als zeitliche Änderung interpretiert. Der Unterschied ist der, dass Zeit im denkprozess nicht existiert, man kann Zeit nur dadurch erschaffen, dass man einen beliebigen Takt, eine beliebige Frequenz durch Technische Hilfsmittel messbar macht und das dann Zeit nennt. Da wir eigtl. immer nur im jetzt Leben gibt es Zeit nur aufgrund unserer Fähigkeit zur Erinnerung und eben durch die Erfindung von Uhren. (Früher waren es Sonnenuhren, die im Grunde nur Bewegung durch Schattenänderungen widergespiegelt hat). Dadurch, dass wir alles als stetig erleben erscheint der Eindruck von Zeit, im Denkprozess ist es aber keine Zeit genausowenig wie in der BuR. Nur dadurch, dass wir uns alle an der selben Taktfrequenz orientieren(eben das was wir Zeit nennen und bestimmt ist durch Bewegung der Planeten und den daraus folgenden Jahreszeiten) ist eine Übereinkunft, die wir als Menschen getroffen haben um gemeinschaftlichen Konsens darüber zu erreichen(Wir haben das ganze also intersubjektiviert). Sonst könnte ja jedes Land seine eigene Zeit einführen und den Tag z.B. 72 Stunden lang machen.
    „Die Gegenwart ist die Zeit der Analysen, das Resultat aller Systeme, die jemals entstanden sind.“ - Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
    Es gilt die Logik auf Geometrie zu gründen.
    Die Geschichte von den zwei Quadraten.
    Die Geschichte der Religion.
  • @CanumaPueblo

    Damit es offiziell ist: Du hast keine Schreibrechte im WiPhiBereich. Offensichtlich gibt es ein Softwareproblem, welches dir erlaubt, dennoch hier zu posten. Bis dieses Problem behoben ist, werde ich deine Beiträge jeweils per Hand löschen.
  • Die Beiträge von CanumaPueblo und Sammler9 werden den Ansprüchen eines solchen Projektes und des WiPhi-Bereiches bei weitem nicht gerecht. Die Entscheidung ist nicht in Stein gemeißelt und kann, wenn sich die Dinge zukünftig anders darstellen auch wieder revidiert werden.