Gottlob Frege, "Der Gedanke"

    • Definitionen sind sowieso mit Vorsicht zu genießen. Man muss sich hüten, über Definitionen begrifflich-apriorische Erkenntnisansprüche zu generieren. Fragt man beispielsweise, worin die Wahrheit der Aussage, dass es jetzt 22.30 Uhr ist, bestehen könnte und wie man ihrer kriteriell habhaft werden könnte, so muss man aufpassen, nicht naive Zeitmesstechnologie zu betreiben. Das kann sehr leicht lächerlich daher kommen.
      Tarski brachte es fertig, was auch seine Absicht war, eine Methode aufzuzeigen, wie man über die Wahrheit von Aussagen reden kann, ohne hilflos ins Lügnerparadox zu stolpern.
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".
    • Ich hab leider etwas Unordnung angerichtet und einige Beiträge verdoppelt, die ich dann wieder löschen musste :( Also nicht wundern, wenn an einem Beitrag gelöscht dran steht - das war nur die Dublette.

      Wie auch immer: Es gibt jetzt einen weiteren Frege-Thread, der sich mit Freges Versuch, die Korrespondenz-Theorie der Wahrheit zu widerlegen und seinem Aufweis, dass sich Wahrheit nicht definieren lässt, beschäftigen soll. Dazu habe ich Beiträge aus diesem Thread dorthin kopiert. Das heißt, es gibt sie jetzt zweimal. Einmal hier, in ihrem ursprünglichen Zusammenhang und zugleich in dem neuen "Wahrheits-Thread". Ziel war, unserem Unterfangen etwas mehr Struktur zu geben.
    • Fliege schrieb:

      Definitionen sind sowieso mit Vorsicht zu genießen. Man muss sich hüten, über Definitionen begrifflich-apriorische Erkenntnisansprüche zu generieren. Fragt man beispielsweise, worin die Wahrheit der Aussage, dass es jetzt 22.30 Uhr ist, bestehen könnte und wie man ihrer kriteriell habhaft werden könnte, so muss man aufpassen, nicht naive Zeitmesstechnologie zu betreiben. Das kann sehr leicht lächerlich daher kommen.
      Tarski brachte es fertig, was auch seine Absicht war, eine Methode aufzuzeigen, wie man über die Wahrheit von Aussagen reden kann, ohne hilflos ins Lügnerparadox zu stolpern.
      ""Fliege" ist ein Lügner", ist wahr wenn er lügt und ist wahr, wenn er nicht lügt, weil wenn er lügt nur nicht die Bedeutung für ihn hinter der Lüge deutlich wird. Vielleicht nicht einmal für ihn selbst. Müsste man nicht hinter jeder Lüge eine Motiovation vermuten, die der Lüge nicht nur eine Bedeutung, sondern als Sinn auch eine Wahrheit verleiht?

      Oskar ist "hier" und Oskar ist an "Ort und Stelle" müssen auf eine Referenz bezogen (und Wahrheit hängt ja allgemein immer mit einem Bezogensein auf etwas zusammen, Jörn würde vielleicht das Rot heranziehen oder den Baum unter dem er liegt bezügl. Putnam und serinem Gehirn im Tank) ja nicht wahr sein, weil womöglich nicht die Referenz (sei geschenkt) aber doch sie selbst als Konventionen nicht als uneingeschränkt gültig erwiesen werden können.