Herz oder Ego?

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    • hallo idea,

      idea schrieb:

      In der philosophischen Auseinandersetzung würden wir wahrscheinlich nicht über das Leib/Seele Problem hinwegkommen - was in der alltäglichen Auseinandersetzung als normal erscheint ist es bei genauer Betrachtung eben nicht.
      die Frage war:


      byLaszlo schrieb:

      aus dem Beitrag 11.: Die Frage die sich in Liebesdingen stellt ist doch - warum leide ich,
      wenn mein Partner mich verlässt.




      mir ist inzwischen eine zusätzliche Frage eingefallen: was wollen wir wissen ? Zunächst sieht es so aus als
      sollte aus einer Antwort ein Wissen resultieren, das das Leiden zu lindern oder gar zu beseitigen hilft.
      Am liebsten ein Wissen, das künftiges Leiden erst gar nicht entstehen lässt ? Nein, natürlich nicht...
      Wir sind ja (na, sagen wir als Eltern...) gelegentlich auch als Tröster gefragt, nicht wahr ?


      idea schrieb:

      Ja, ich wollte mit 'persönlich' in die gleiche Richtung weisen, aber ein Ego geht über ein Selbstverständnis hinaus.

      Ich würde Ego eher noch "vor" einem möglichen Selbstverständnis positionieren. Darauf komme ich, weil ich mich kürzlich
      in Sachen "Dezentrierung" schlau machen wollte: Dezentrierung ist ein von Jean Piaget geprägter Begriff aus der Entwicklungspsychologie.
      Er bezeichnet einen wesentlichen Schritt in der Überwindung des kindlichen Egozentrismus [...]Nach dem Modell Piagets ist Dezentrierung
      erst ab dem konkret-operationalen Stadium (7. - 12. Lebensjahr) möglich.(Wiki).


      Ich habe mir vorgestellt, dass der Prozess der Dezentrierung uns bis zum Erwachsenenalter soweit mit Erfahrung aufgeladen hat, dass wir
      den vorangegangenen Zustand (Ego-Zentrismus) - sozusagen - rückwirkend , wenigstens implizite zu verstehen ("Selbstverständnis") können.
      Es scheint aber nicht der Fall zu sein. Auf jeden Fall belehrt uns Piaget anders als etwa Buddhismus.


      idea schrieb:

      Hm, ich weiß leider nicht genau, was du mit Egologie meinst.
      Damit meine ich die Theorie, die unterhalb des Dezentrierungsniveaus verkündet....ehm...
      angesiedelt ist.


      idea schrieb:

      In jedem Fall sollte man aber auf die eigene Herzschwäche hören und nicht darauf schimpfen. Es gehört zur Selbstliebe wenn ich meine Schwächen nicht abwerte sondern ernst nehme und manche Schwäche hat sich auch für andere schon als liebenswert erwiesen.
      Ich sagte "Wenn...". Also "wenn" man sich nicht versteht (Selbstverständnis), so wird man beim Trösten bzw. Trostannehmen -mitunter- ungeduldig.
      Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt---meins nicht.
      Zumindest weiß ich nicht, wie ich ins Leben gekommen bin.

      (W.Moers: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Kapitel 1.: Mein Leben als Zwergpirat, 1. Satz)
    • Swami
      Und die Frage ist doch vielmehr, ob das, worauf sie mit dem Begriff
      zeigen, in irgend einer Weise empirisch tatsächlich angetroffen werden
      kann.


      Wittgenstein stellt die Frage 'Wäre es richtig zu sagen, in unseren Begriffen spiegelt sich unser Leben?' und antwortet darauf 'Sie stehen mitten darin'. Laut Wittgenstein spiegeln die Begriffe, welche Menschen verwenden, deren Leben wider, sie zeigen, worauf es ihnen ankommt. Mit anderen Worten, die Kriterien, die einem bestimmten Sprachgebrauch zugrunde liegen, spiegeln die Aspekte wider, die innerhalb der betreffenden Lebensform wichtig sind. Sprache ist ein Mittel, um Erfahrungen, die in diesem Rahmen gemacht werden können auf geeignete Weise zu organisieren. Das bedeutet aber nicht, dass diese (in dem Begriff involvierte) Lebensform die einzig sinnvolle oder mögliche ist, sodass wir richtige und andere falsche Begriffe verwenden würden, sondern die von uns verwendeten 'richtigen' Begriffe zeigen lediglich, was uns wichtig ist. Das heißt, der Gebrauch psychologischer Begriffe ist jener, für ihre Zwecke richtige (im Rahmen ihrer Lebensform).
    • Hi Laszlo-
      mir ist inzwischen eine zusätzliche Frage eingefallen: was wollen wir wissen ? Zunächst sieht es so aus als
      sollte aus einer Antwort ein Wissen resultieren, das das Leiden zu lindern oder gar zu beseitigen hilft.
      Am liebsten ein Wissen, das künftiges Leiden erst gar nicht entstehen lässt ?
      Ich finde es witzig, dass du diese Frage stellst, denn zufällig las ich gestern:'Oskar Wilde hat einmal gesagt: "Weil die Menschheit nie wußte, wohin sie geht, konnte sie ihren Weg nicht finden" Aber wäre es nicht wunderbar, wenn wir tatsächlich begreifen würden, wohin unsere Emotionen uns führen, von einem Moment zum anderen, von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr, und warum? Falls die Tendenzen zu wachsender kognitiv-emotionaler Konnektivität im Gehirn ein Anhaltspunkt sind, könnte unser Gehirn sich tatsächlich in diese Richtung entwickeln.' (Joseph Ledoux: 'Das Netz der Gefühle - wie Emotionen entstehen' S326)
      Ich fände das gar nicht tröstlich, im Gegenteil, sogar schrecklich- alles wäre nur noch mehr manipulierbar und langweilig, es gäbe keine Überraschungen mehr, wahrscheinlich auch keine Herzlichkeit und höhstwahrscheinlich wenig Wärme.
      Ich habe mir vorgestellt, dass der Prozess der Dezentrierung uns bis zum
      Erwachsenenalter soweit mit Erfahrung aufgeladen hat, dass wir
      den vorangegangenen Zustand (Ego-Zentrismus) - sozusagen - rückwirkend ,
      wenigstens implizite zu verstehen ("Selbstverständnis") können.
      Hm, es kommt wohl auf die Erfahrungen an, die das Kind bzw. der Jugendliche gemacht hat, gerade in der Zeit des Biofeedbacks im Baby- und Kleinkindalter. Negative Erfahrungen wirken sich gerade bei Jugendlichen oft erst in der Pubertät aus und die Spätfolgen ziehen sich dann durch das jeweilige Leben hindurch und verursachen möglicheweise viel Kummer auf Grund von Bindungsängsten usw.
      Ich sagte "Wenn...".
      Also "wenn" man sich nicht versteht (Selbstverständnis), so wird man
      beim Trösten bzw. Trostannehmen -mitunter- ungeduldig.
      Ich sags mal ganz lapidar - meist ist jemand der Liebeskummer hat sowieso nicht offen für Tröstungen, daher sag ich wie meine Oma - Zeit heilt Wunden, oder andere Mütter haben auch schöne Söhne/Töchter ;)
    • Hallo zusammen!!!

      Ich bin gerade erstaunt, wie "schnell" sich dieses Thema schon über zwei Seiten zieht.
      Man kennt ja aus anderen Foren eher das Gegenteil - aber die philosophierenden Menschen denken sich eben gerne in solche Themen hinein! ^^
      Erst einmal vielen Dank für eure vielen Beiträge und Impulse, die ich momentan versuche in meine Reflexionen einfließen zu lassen...

      Zu meiner Abwesenheit nur kurz: Ich renoviere gerade meine Wohnung, deswegen bin ich momentan auch mit banalen Gedanken wie "Welche Farbe passt am Besten ins Wohnzimmer?" beschäftigt und komme nicht jeden Tag zu den komplexen Überlegungen bezüglich der menschlichen Gefühlswelt. Und nachdem sich Renovierung und Kehlkopfentzündung gerade paaren (sehr toll!!), war ich die letzten Tage ein bisschen stummer... Man möge es mir verzeihen! :rolleyes:


      Zu der Frage (ich glaube von Idea) wie ich das "Ego" definiere, kann ich dementsprechend nur eine subjektive Definition abgeben: Ich habe das Ego bisher immer auf eine Stufe mit der "Seele" gesetzt.
      Daher würde ich das Ego noch eher mit der Seele als mit dem Körper (als physischen Gegenstand) in Verbindung setzen. Eine Art transzendentes Duo sozusagen. Vielleicht sogar symbiotisch oder "eins" - ich glaube, dieses Thema alleine könnte die Kapazität der Server auslasten... :D


      Die Idee, das man die Liebe "aufsplitten" kann, also in Liebe1, Liebe2, etc. ist zwar sehr interessant, aber bleibt es deswegen nicht immer noch Liebe? Also wenn ich jetzt eine Mindmap zum Begriff "Liebe" erstellen müsste, wäre zentral der Begriff "Liebe" und dann würden Pfeile in alle Richtungen zeigen an deren Enden dann eben vergleichbare Begriffe wie "Liebe1" und "Liebe2", so wie "Nächstenliebe", "Tierliebe", usw. stünden.
      Mit anderen Worten: Ich glaube man öffnet damit Unterkategorien zur Liebe, die vielleicht temporäre Aufklärung leisten, aber nur bedingt erklären warum sie mitunter schmerzen kann...
      Ein kleines Beispiel: Wenn ich einen Hund habe, der mir ein treuer Freund ist, mich viele Jahre begleitet, aber irgendwann eingeschläfert wird, dann wäre ich sehr traurig und verletzt! Aber kann mein Ego dann nicht von meinem geliebten vierbeinigen Freund loslassen, oder mein Herz? Zumal ich diese spezielle Form der Tierliebe wiederum nicht mit der Liebe zwischen zweier Menschen - bzw. (Anstoß meines Gedankens) der Liebe zwischen Frau und Mann gleichsetzen würde.
      Worin wir uns - denke ich - einig sind, ist, dass die Liebe zu materiellen Dingen (wenn sie überhaupt eine Liebe ist) vom Ego bestimmt wird. Und dass uns der Verlust einer geliebten CD, oder eines seltenen Philosophie Buchs vielleicht aufregt und wir dem auch ein Stück weit "nachtrauern", aber letzten Endes doch niemals die gleiche Intensität wie der Verlust eines geliebten Menschen erreicht.
      Ja, das Thema ist komplex - und eine mustergültige Antwort wird es vermutlich nie geben... Aber ist das nicht der Kern der Philosophie? Fragen stellen?


      Sonnige Grüße aus dem Süden!
      Poeta




    • poeta cithara schrieb:

      Zu der Frage (ich glaube von Idea) wie ich das "Ego" definiere, kann ich dementsprechend nur eine subjektive Definition abgeben: Ich habe das Ego bisher immer auf eine Stufe mit der "Seele" gesetzt.
      Daher würde ich das Ego noch eher mit der Seele als mit dem Körper (als physischen Gegenstand) in Verbindung setzen. Eine Art transzendentes Duo sozusagen. Vielleicht sogar symbiotisch oder "eins" -
      Man kann darin 'die Lehre von den zwei Substanzen' erkennen, warum das Duo "transzendent" sein soll, verstehe ich zwar
      nicht aber ist es vielleicht auch nicht wichtig. Beim Menschen halten wir es für eine Einheit, wahrscheinlich, weil wir
      es spontan so empfinden. Karl Vorländer drückt es so aus: Wenn es auch streng genommen nur ein Wesen gibt, das zu seiner Existenz keines anderen bedarf, nämlich Gott, so erhält der Ausdruck Substanz doch noch eine weitere Bedeutung. Unter allem Geschaffenen nämlich gibt es wiederum nur zwei Dinge, die zu ihrem Dasein nichts anderes als Gottes Beistand bedürfen: 1. den Geist (die Seele) oder die denkende und 2. den Körper oder die ausgedehnte Substanz. Beide sind nur zufällig im Menschen miteinander verbunden; an sich haben sie nichts miteinander gemein, bedürfen sie einander nicht. Modifikationen des ersteren sind: Fühlen, Wollen, Urteilen, Begehren; des zweiten: Lage, Gestalt, Bewegung. Der Geist ist immateriell, absolut einheitlich, unteilbar, der Körper materiell und nur »in gewisser Weise« unteilbar. So tritt ein ausgesprochenerDualismus zwischen Körper- und Geisteswelt hervor; Spiritualisten wie Materialisten haben sich daher auf Descartes berufen. (um den Gedanken der Einheit hervorzuheben, habe ich die entsprechende Stelle unterstrichen).




      Wenn man es poetisch mit "Herz und Ego" ausdrücken möchte....hm... habe eigentlich auch nichts
      dagegen, es sei denn, diese Poesie gründet sich auf Erleben. Man stelle sich vor, der Partner bekommt nach
      und nach mit, dass Liebe für mich eine Herzensangelegenheit sei und das in der Weise: würde er mich verlassen,
      bekäme ich über Jahre andauernde Herzbeschwerden.


      Andererseits habe ich auch Verständnis dafür, dass man etwas, was man für Liebe halten möchte, nicht allein
      der als Ego erlebten Seele anvertrauen will. Wie sagt man so hübsch: man liebt entweder GANZ oder gar nicht.
      Der Vorteil ist unübersehbar: Glück und Unglück werden von den verschiedensten Instanzen (Vorländers Text
      spricht von "Modifikationen") des Selbst gemeinsam getragen --- und so entlasten sich auch gegenseitig.


      (ich habe einen älteren Text gewählt um zu zeigen wie philosophische Paradigmen unsere Selbstverständnis
      gestelten...)
      Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt---meins nicht.
      Zumindest weiß ich nicht, wie ich ins Leben gekommen bin.

      (W.Moers: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Kapitel 1.: Mein Leben als Zwergpirat, 1. Satz)
    • idea schrieb:

      Ich finde es witzig, dass du diese Frage stellst, denn zufällig las ich gestern:'Oskar Wilde hat einmal gesagt: "Weil die Menschheit nie wußte, wohin sie geht, konnte sie ihren Weg nicht finden" Aber wäre es nicht wunderbar, wenn wir tatsächlich begreifen würden, wohin unsere Emotionen uns führen, von einem Moment zum anderen, von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr, und warum? Falls die Tendenzen zu wachsender kognitiv-emotionaler Konnektivität im Gehirn ein Anhaltspunkt sind, könnte unser Gehirn sich tatsächlich in diese Richtung entwickeln.' (Joseph Ledoux: 'Das Netz der Gefühle - wie Emotionen entstehen' S326)
      Ich fände das gar nicht tröstlich, im Gegenteil, sogar schrecklich- alles wäre nur noch mehr manipulierbar und langweilig, es gäbe keine Überraschungen mehr, wahrscheinlich auch keine Herzlichkeit und höhstwahrscheinlich wenig Wärme.
      Am liebsten würde ich dich mit meiner Auffassung vom Wissen ( bzw. von der Morphologie des Wissens ) trösten:
      ist es nicht vielmehr so, dass Wissen immer die Möglichkeiten zum Weiterfragen vermehrt ? Aber es kann natürlich
      auch sein, dass du inzwischen schon das Reich des Wissbaren überblicken kannst, weshalb du die Forschung zum
      sparsamen Umgang mit dem übriggebliebenen Rest des Nichtwissens auffordern möchtest.

      novon, z.B. denkt darüber wiederum so: ( Thread; "Verstösst die Frage nach Determinismus oder Indeterminismus....Beitrag 218.)
      "... wie sicher bist Du Dir, dass nicht auch bei Dir bei manchen "logischen und objektiven" Überzeugungen der Wunsch Vater des Gedanken ist - wie z.B. der (womöglich unbewusste) Wunsch Kontrolle über sein Leben, seine Umwelt zu haben? Ich denke der Mensch wird sich meistens der Theorie anschliessen, die ihm das stärkere Gefühl von Kontrolle bzw. Sicherheit gibt. Die einen geben sich in die Hand Gottes und die anderen in die Hand der Physik und einige finden "den goldenen Mittelweg" zwischen der sogenannten objektiven empirischen Wissenschaft und der Spiritualität." (unterstrichen von mir).


      Oder Blumenberg (auch heute gelesen): es sei " gerade ein gutes Jahrhundert her, dass akuter Schmerz bekämpft, unter
      Narkose operiert" werden kann. Seit dieser Zeit ist erst ein "Leben ohne Zahnschmerzen" möglich. Aber nein, unsere gute
      Zivilisationskritiker hätten ungleich grössere Projekte vor Augen: Anfänge und Untergänge der Welt oder des Abendlandes.
      (zit. nach F. Josef Wetz: Hans Blumenberg, Junius Vrlg. 2004 s. 56. )


      ( ich wollte noch weiterschreiben als ich grad entdeckt habe, dass dieser hier nicht "Das Problem des Todes"-Thread ist. :D )




      idea schrieb:

      meist ist jemand der Liebeskummer hat sowieso nicht offen für Tröstungen, daher sag ich wie meine Oma - Zeit heilt Wunden, oder andere Mütter haben auch schöne Söhne/Töchter
      Meine Tochter (16) würde an dieser Stelle eine sachliche Kritik überspringen (etwa: "Papaaa ! du bist nicht einmal
      bereit den LEID-Charakter am "Liebeskummer" anzuerkennen ! ) und zur Sache kommen - eine Sache, die in diesem Forum
      mit dem lateinischen Ausdruck "ad personam" umschrieben wird. Und weil ich aus Fehlern lernen kann, würde ich
      meinem Sohn gegenüber eher "ethnologisch" argumentieren: "Indianer weinen nicht" - oder so....
      Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt---meins nicht.
      Zumindest weiß ich nicht, wie ich ins Leben gekommen bin.

      (W.Moers: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Kapitel 1.: Mein Leben als Zwergpirat, 1. Satz)
    • Hallo Laszlo-
      ist es nicht vielmehr so, dass Wissen immer die Möglichkeiten zum Weiterfragen vermehrt ?
      Ja, aber ist das immer tröstlich?
      Aber es kann natürlich auch sein, dass du inzwischen schon das Reich des Wissbaren überblicken kannst, weshalb du die Forschung zum sparsamen Umgang mit dem übriggebliebenen Rest des Nichtwissens auffordern möchtest.
      Ja genau - alles ist möglich 8)
      "... wie sicher bist Du Dir, dass nicht auch bei Dir bei manchen "logischen und objektiven" Überzeugungen der Wunsch Vater des Gedanken ist - wie z.B. der (womöglich unbewusste) Wunsch
      Kontrolle über sein Leben, seine Umwelt zu haben? Ich denke der Mensch wird sich meistens der Theorie anschliessen, die ihm das stärkere Gefühl von Kontrolle bzw. Sicherheit gibt.
      Die einen geben sich in die Hand Gottes und die anderen in die Hand der Physik und einige finden "den goldenen Mittelweg" zwischen der sogenannten objektiven empirischen Wissenschaft und der Spiritualität.
      " (unterstrichen von mir).
      Ob ich mir sicher bin, dass nicht der Wunsch Vater des Gedanken in logischer Hinsicht ist, das richtet sich nach der Fragestellung nicht alles ist logisch erklärbar. Natürlich möchte ich die Kontrolle über mein Leben nicht verlieren, was wäre daran auszusetzen? So genannte Schicksalsschläge können mich, bzw. meine Gedanken und Gefühle ganz schön durcheinander wirbeln und es bedarf einer neuen Sortierung um mit meinem Leben wieder ins Gleichgewicht zu kommen und dazu kann Logik nützlich sein. Kontrolle und Sicherheit sind jedenfalls zwei Paar Schuhe, das eine mag das andere nicht ausschließen, aber sie sind nicht identisch und übertriebene Kontrolle ist krankmachend, das weiß doch jedes Kind. :rolleyes:
      Aber nein, unsere gute Zivilisationskritiker hätten ungleich grössere Projekte vor Augen: Anfänge und Untergänge der Welt oder des Abendlandes.
      (zit. nach F. Josef Wetz: Hans Blumenberg, Junius Vrlg. 2004 s. 56. )
      Dieses Zitat sagt mir eigentlich sehr wenig - willst du damit andeuten, dass immer nur das wichtig scheint, das wir gerade vor unserer Nase sehen? Ich denke beides ist wichtig, das, was in der Nähe ist nicht aus den Augen zu lassen, genauso wie das Große und Ganze.
      "Indianer weinen nicht" - oder so....
      Unter Cowboys sagt man das so :D
    • Hallo Poeta-
      Erst einmal vielen Dank für eure vielen Beiträge und Impulse, die ich
      momentan versuche in meine Reflexionen einfließen zu lassen...



      Zu meiner Abwesenheit nur kurz: Ich renoviere gerade meine Wohnung,
      deswegen bin ich momentan auch mit banalen Gedanken wie "Welche Farbe
      passt am Besten ins Wohnzimmer?" beschäftigt und komme nicht jeden Tag
      zu den komplexen Überlegungen bezüglich der menschlichen Gefühlswelt.
      Und nachdem sich Renovierung und Kehlkopfentzündung gerade paaren (sehr
      toll!!), war ich die letzten Tage ein bisschen stummer... Man möge es
      mir verzeihen!
      Bitte, gerne! Welche Farbe hast du für deine Wohnung gewählt? Willst du etwa einen schlauen Philosophenspruch auf deine Wände malen, weil du versuchst deine Reflexionen einfließen zu lassen - fände ich echt cool - etwa in der Art: "Farbe erfrischt den Geist und Geist erfrischt den Körper" - naja für die Küche nicht so geeigne,t aber es fände sich bestimmt ein Plätzchen :D
      Ich habe das Ego bisher immer auf eine Stufe mit der "Seele" gesetzt.

      Daher würde ich das Ego noch eher mit der
      Seele als mit dem Körper (als physischen Gegenstand) in Verbindung
      setzen. Eine Art transzendentes Duo sozusagen. Vielleicht sogar
      symbiotisch oder "eins" - ich glaube, dieses Thema alleine könnte die
      Kapazität der Server auslasten...
      :D
      Ja, und Bücher füllen! ^^
      Aber ist das nicht der Kern der Philosophie? Fragen stellen?
      Nicht ausschließlich, Philosophen versuchen auch Antworten auf ihre Fragen zu finden...und, Fragen stellen kann jeder, aber ist deswegen jeder Philosoph?
    • poeta cithara schrieb:

      Kommt der Schmerz bei einem gebrochenen Herzen vom Herz (also Gefühle und zuständige Hirnregionen eingeschlossen) oder vom Ego?


      Hallo poeta cithara, der Schmerz bei einem gebrochenen Herzen kommt vom Herz. Dieser schmerz fuehlt sich wie ein brennen an die Herzrerion an. Hier spielen die Gefuehle usw. eine Gewisse Rolle.

      Es gibt noch ein Schmerz, naemlich der Schmerz von einem gebrochenen Ego. Grund dafuer, die Emotion, Erwartungen usw..

      Man sollte diese zwei "Schmerzen" unterscheiden koennen. Jeder fuer sich selbst !

      Gruesse
      Lebe so, dass dein Glück so wenig wie möglich, von äußeren Dingen abhänging ist.
      (Epiktet)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Homer ()

    • Schönen guten Abend Idea!

      idea schrieb:

      Bitte, gerne! Welche Farbe hast du für deine Wohnung gewählt? Willst du etwa einen schlauen Philosophenspruch auf deine Wände malen, weil du versuchst deine Reflexionen einfließen zu lassen - fände ich echt cool - etwa in der Art: "Farbe erfrischt den Geist und Geist erfrischt den Körper" - naja für die Küche nicht so geeigne,t aber es fände sich bestimmt ein Plätzchen
      Nunja. So ein schlauer philosophischer Spruch, oder zumindest ein literarisches Zitat wäre natürlich fein... Vielleicht so etwas wie von Charles Bukowski: "Eine Liebe wie diese war eine ernst zu nehmende Krankheit, eine Krankheit von der man sich niemals vollständig erholte."
      Aber vielleicht sollte ich da nicht so fatalistisch sein! ^^
      Es gibt jedenfalls neben dem "Denken" noch trivialere Hobbys die ich habe, bei denen ich eher "banalen Emotionen" nachgehe! Sprich - die Farbe meines Wohnzimmers wird Weinrot und dabei habe ich mich von meinem Lieblings Verein, dem 1.FC Nürnberg inspirieren lassen... :D


      idea schrieb:

      Nicht ausschließlich, Philosophen versuchen auch Antworten auf ihre Fragen zu finden...und, Fragen stellen kann jeder, aber ist deswegen jeder Philosoph?
      Natürlich ist nicht jeder "Fragensteller" ein Philosoph - und natürlich macht man sich Gedanken und möchte Wahrheiten und Antworten finden. Kinder fragen sehr viel, deswegen sind sie noch keine Philosophen (auch wenn einige Kinder-Fragen echt genial sind, und man sich als Erwachsener oftmals selbst eingestehen muss, dass man keine adäquate Antwort parat hat).
      Aber dennoch ist es doch so, dass man als Philosoph oder als "philosophisch angehauchter Mensch" (als Letzteres würde ich mich deklarieren) erst einmal eine Kernfrage stellt, dann versucht sie zu beantworten, aber dabei oftmals an seine Grenzen stößt. Siehe die "Seele und Ego Thematik" oben... Oder aber Jenseits, Leben nach dem Tod, Reinkarnation, etc.
      Wir können für uns "sinnige" Antworten finden, oder versuchen zu finden - aber endgültige und "richtige" Antworten wird es bei manchen Themen wohl nie geben. Und diejenigen, die von sich behaupten eine Antwort zu kennen (meist Pop-Philosophen mit enormen Öffentlichkeits-Drang) empfinde ich als recht anmaßend!
      Ich kann mich nicht mehr an den Urheber des Zitats entsinnen, aber ich denke es war ein Philosoph aus dem antiken Griechenland, der eben proklamiert hat, dass ein Kern der Philosophie das "Fragen stellen" ist...

      Viele Grüße,
      Poeta
    • Doch wenn man nur fragen stellt, ist nur das eine (Philos). Es ist als wuerden wir (jeder fuer sich selbst) bloss die Tuer oeffnen, ohne das wir hineingehen. Dann suchen wir bloss jemanden der durch Tuer hineingeht und uns erzaehlt, was da drinnen steckt. Doch dann gehen wir durch wege die andere fuer uns gebaut haben. Meistens sind das irrwege. Doch das ist nicht schlimm, wenn wir erkennen, dass das in Wirklichkeit Wertlos ist.

      Wenn wir aber selber durch die Tuer hinein gehen, werden wir feststellen das wir die Fragenden sind und gleichzeitig wir selber die sind, die, die Antwort finden. Das genau ist "sophia". Dann erst sind wir keine pop philosophen mehr, weil wir uns selbst und fuer uns selbst die Frage gestellt haben und die Antwort fuer uns selbst gefunden haben (nicht fuer die anderen).

      Das bedeutet noch lange nicht das wir unsere mitmenschen keine Fragen stellen duerfen oder sollen, wenn wir uns in eine Zwickmuehle befinden. Die anderen sollen uns bloss die Tuer zeigen, doch durch die Tuer hinein gehen sollten wir selber (fuer uns nicht fuer die anderen). Dann erst tun wir selbstsaendig Denken. Wenn die Philosophie sich von Selbstkenntnis trennt, entstehen daraus Dogmen und Ideologien ;) (siehe z.B Religionen, Marx usw.) ^^

      Im Eingang des Tempels von Delphi stand die Innschrift „Erkenne Dich selbst“.
      Lebe so, dass dein Glück so wenig wie möglich, von äußeren Dingen abhänging ist.
      (Epiktet)

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Homer ()

    • Hallo Poeta-
      So ein schlauer philosophischer Spruch, oder zumindest ein
      literarisches Zitat wäre natürlich fein... Vielleicht so etwas wie von
      Charles Bukowski: "Eine Liebe wie diese war eine ernst zu nehmende Krankheit, eine Krankheit von der man sich niemals vollständig erholte.
      Hm, den Spruch würde ich auch Sören Kierkegaard zutrauen :)
      Aber vielleicht sollte ich da nicht so fatalistisch sein! ^^
      Liessmann schreibt in 'Sören Kierkegaard,zur Einführung': "Dominiert (...) die Wirklichkeit, mangelt es dem Selbst an Möglichkeiten, so drückt sich die Verzweiflung darin aus, daß einem entweder alles als notwendig erscheint - das heißt, man wird Determinist oder Fatalist - oder es wird einem alles zur Trivialität. Der Determinist und der Fatalist sind verzweifelt, weil sie ihr Selbst, ihre Subjektivität, zu der das Entwerfen von Möglichkeiten unabdingbar gehört, verloren haben - das Selbst fühlt sich vollkommen von außen (Natur, Geschichte,Gott) bestimmt.(S 127)
      Er schreibt übrigens auch, dass Trivialität die Verzweiflung des Spießbürgers ist und Spießbürgerlichkeit ist Geistlosigkeit, währenddessen Determinismus und Fatalismus Geistesverzweiflung ist.
      Es gibt jedenfalls neben dem "Denken" noch trivialere Hobbys die ich
      habe, bei denen ich eher "banalen Emotionen" nachgehe! Sprich - die
      Farbe meines Wohnzimmers wird Weinrot und dabei habe ich mich von meinem
      Lieblings Verein, dem 1.FC Nürnberg inspirieren lassen... :D

      'Weinrot' ^^ war ja eigentlich klar - für jemanden, der sich mit Herzensdingen auseinandersetzt - wobei ich eher auf ein sonniges Gelb tippte.
      1.FC Nürnberg - 'Diese Liebe bereuen Sie nicht' :D Spontan stellt sich mir dabei jedoch die Frage -Kann man eine Liebe bereuen?
      aber dabei oftmals an seine Grenzen stößt.
      seufz - ja leider, und dann konstruiert und thematisiert ein Philosoph der auf sich hält... ;) und überhaupt, was heißt schon Kern, wenn rundherum das Fruchtfleisch ist!

      LG
      eine hoffentlich p(e)opige Philosophin
    • Hallo Idea!

      Kierkegaard steht auch noch auf meiner "to read" bzw. "to think" Liste... Aber Eins nach dem Anderen! Ich habe noch so viele Bücher hier, die gelesen werden müssen - und die guten Philosophen werden ja auch nicht weniger! :)

      idea schrieb:

      Spontan stellt sich mir dabei jedoch die Frage -Kann man eine Liebe bereuen?
      Ich denke schon, dass man das kann! Stell dir mal vor, du würdest einen Mann kennenlernen, den du über Jahre "abgöttisch" liebst und verehrst, bei dem du dir sicher bist, dass es "der Mann" für dich ist.
      Später stellst du fest, dass er verdammt gut darin war Masken zu tragen und dich über Jahre nur geblendet und hintergangen hat... Würdest du es nicht (zumindest ein Stück weit) bereuen diesen Menschen so geliebt zu haben?
      Also ich würde es, falls mich eine Frau so behandeln würde! Ich würde diese Liebe und die Zeit, die ich dafür aufgebracht hätte tatsächlich bereuen... :)
      Bei einem Fußball-, Sport- oder Hobby Verein kann und sollte man eine Liebe natürlich nicht bereuen - auch in schweren Zeiten nicht... Denn FC Bayern oder Barcelona Fan kann schließlich jeder sein! :D

      idea schrieb:

      und überhaupt, was heißt schon Kern, wenn rundherum das Fruchtfleisch ist!
      Naja, das kommt natürlich ganz auf die Frucht an! Ist es eine süße Frucht, so wäre der Kern natürlich nicht so erstrebenswert wie das Fruchtfleisch...
      Aber man könnte jetzt natürlich auch einwerfen, warum man sich überhaupt vom süßen Fruchtfleisch blenden lassen möchte und den Kern gar nicht erkunden möchte? Vielleicht soll das Fruchtfleisch ja in die Irre führen oder uns manipulieren... Dann wäre es doch bedauerlich, wenn wir nicht versucht hätten uns mit dem Kern zu beschäftigen! ^^

      idea schrieb:

      eine hoffentlich p(e)opige Philosophin
      Wie darf ich denn das verstehen? Würdest du wohl gerne so "Pop" wie Precht oder Hübl sein?
      Sicherlich, die beiden verdienen bestimmt den ein oder anderen Euro - und sicherlich haben sie manchmal recht interessante Thesen, aber dennoch frage ich mich ob sie nicht oftmals über das Ziel hinaus schießen...!?
      Wenn du eine solche Karriere anstrebst, dann wünsche ich dir natürlich das Allerbeste und würde dir auch jeglichen Erfolg gönnen - dennoch möchte ich dir schon jetzt ein paar weise Worte meiner Großmutter mit auf den Weg geben:
      "Schuster bleib bei deinen Leisten!" :D

      Viele Grüße,
      Poeta
    • Hallo Poeta -
      die guten Philosophen werden ja auch nicht weniger!
      So ist es ^^
      Stell dir mal vor, du würdest einen Mann kennenlernen, den du über Jahre "abgöttisch" liebst und verehrst,
      abgöttisch - das kann ich mir schwer vorstellen :)
      Später stellst du fest, dass er verdammt gut darin war Masken zu tragen
      und dich über Jahre nur geblendet und hintergangen hat...
      Ja, das kann vorkommen...
      Würdest du es nicht (zumindest ein Stück weit) bereuen diesen Menschen so geliebt zu haben?

      Also ich würde es, falls mich eine Frau so behandeln würde! Ich würde
      diese Liebe und die Zeit, die ich dafür aufgebracht hätte tatsächlich
      bereuen... :)
      Nein, ich glaube nicht, dass ich bereuen würde geliebt zu haben, aber möglicherweise würde ich dem Mann die Pest an den Hals wünschen. Die Zeit in der ich geliebt habe war doch schön oder (?), dass es ein böses Erwachen geben kann, damit muss man eigentlich immer rechnen, es gibt keine Sicherheiten für eine unendliche Liebe. Dazu kommt noch die Frage, was denn nun Liebe ist. Ist Liebe ein Gefühl? Kann ich Gefühle bereuen?
      Denn FC Bayern oder Barcelona Fan kann schließlich jeder sein!
      Männer -
      und ihre trivialen Eigenschaften :D
      Dann wäre es doch bedauerlich, wenn wir nicht versucht hätten uns mit dem Kern zu beschäftigen!
      Ja, ich bin auch blond, vollbusig und noch sehr jung :rolleyes:
      Wie darf ich denn das verstehen? Würdest du wohl gerne so "Pop" wie Precht oder Hübl sein?
      Nein, ich wollte nur meinen eigenartigen Humor durchklingen lassen. Ürigens würde mein Großvater sagen - der Schneider kann schustern, aber der Schuster nicht schneidern (versteck) :love:

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    • Hallo Idea,

      wie ich sehe driften wir immer mehr in einen Dialog "off-topic" ab...
      Aber solange sich niemand beschwert... :D

      idea schrieb:

      abgöttisch - das kann ich mir schwer vorstellen :)
      Du weißt doch: Hyperbeln, Pathos und Polemik gehören auch zu den Werkzeugen von Poeten...
      Aber letzten Endes weißt du sicherlich wie es gemeint war! :P

      idea schrieb:

      Nein, ich glaube nicht, dass ich bereuen würde geliebt zu haben, aber möglicherweise würde ich dem Mann die Pest an den Hals wünschen. Die Zeit in der ich geliebt habe war doch schön oder (?), dass es ein böses Erwachen geben kann, damit muss man eigentlich immer rechnen, es gibt keine Sicherheiten für eine unendliche Liebe. Dazu kommt noch die Frage, was denn nun Liebe ist. Ist Liebe ein Gefühl? Kann ich Gefühle bereuen?
      Dazu müsste man nun wieder klären was genau Gefühle und Emotionen sind, ob es dafür allgemeingültige Definitionen gibt und ob man den neurologisch-psychologischen Thesen und Theorien dazu glauben schenken mag, oder doch lieber philosophisch vorgeht. Denn ich denke, dass man Gefühle durchaus bereuen kann. Da ich bei der wahren Liebe bzw. langen Liebesbeziehungen nicht wirklich mitreden kann, demnach auch nicht zu 100% beurteilen kann ob ich Liebe bereuen würde (zumindest habe ich die zu meiner Familie und meinen Freunden nie bereut), versetze ich mal die Betrachtungsweise. Wenn Liebe nun ein positives Gefühl ist, dann gibt es ja dementsprechend auch die negativen Pendants... So etwas wie Hass, Neid, Wut, und so weiter.
      Und hier kann ich wiederum bestätigen, dass ich solche Gefühle schon bereut habe! Ich habe zwar noch nie in meinem Leben "gehasst", aber durchaus schon Gefühle wie Neid oder Wut verspürt, die ich retrospektiv sehr bedauert und bereut habe.
      Warum soll man also nur negative Gefühle bereuen können, und nicht auch die positiven wie Liebe? Vielleicht gibt es ja eine Art einseitige und fehlgeleitete Liebe, die man zwar so empfindet aber keine adäquate Resonanz vom Gegenüber erhält. Dann wiederum bedauert man dies - vielleicht bereut man es sogar. Reue ist meiner Meinung nach eine moralische Instanz, die eigentlich voraussetzt, dass man sie selbst so empfindet und einer oder mehreren Personen gegenüber zeigt. Warum nicht auch gegenüber der eigenen Person?

      idea schrieb:

      Männer -
      und ihre trivialen Eigenschaften
      Immerhin mache ich kein Geheimnis daraus, dass ich mich auch über so triviale Dinge wie Tore, Punkte, Nichtabstiege und Tabellenplätze freuen kann. Das Schöne beim Fußball und Stadionbesuchen ist doch, dass es keine IQ-Kontrolle und auch keinen Numerus Clausus dafür braucht. Vom einfachen Arbeiter bis hin zum Universitätsprofessor sind alle in diesem Kollektiv vertreten und teilen Freud und Leid miteinander. Fußball (Sport) verbindet eben - ähnlich wie die Musik.
      Außerdem ist es verdammt lustig, wenn man beim HNO Arzt im Behandlungszimmer sitzt, 3 Minuten über die Diagnose, Ursache, Medikamente und Heilung spricht und dann nochmal 5 Minuten über den letzten Spieltag, Kader, Konzepte und Transferpolitik.
      Jetzt weiß ich zumindest dass der Arzt auch ein echter Clubberer ist! :D

      idea schrieb:

      Ja, ich bin auch blond, vollbusig und noch sehr jung
      Oha. Jetzt bekommt dieser Thread gleich eine ganze neue Würze! ;) :D

      Viele Grüße,
      Poeta
    • Hi Poeta -
      wie ich sehe driften wir immer mehr in einen Dialog "off-topic" ab...
      Aber solange sich niemand beschwert...
      das können wir natürlich ändern, wenn wir wollen :) Das Schlimmste was uns passieren kann, ist, dass unser(dein) Thread verschoben wird. Da ich annehme, dass du das nicht willst, werde ichversuchen, meinen anstößigen Reden Einhalt zu gebieten.
      Dazu müsste man nun wieder klären was genau Gefühle und Emotionen sind, ob es dafür allgemeingültige Definitionen gibt und ob man den neurologisch-psychologischen Thesen und Theorien dazu glauben schenken mag, oder doch lieber philosophisch vorgeht
      Ja - klären wir!? Denkst du nicht, dass sich Philosophen auf Thesen und Theorien von Neurologen, Hirnforschern, Psychologen beziehen?
      Denn ich denke, dass man Gefühle durchaus bereuen kann.
      Das wäre noch zu klären!
      Da ich bei der wahren Liebe bzw. langen Liebesbeziehungen nicht wirklich mitreden kann, demnach auch nicht zu 100% beurteilen kann ob ich Liebe bereuen würde (zumindest habe ich die zu meiner Familie und
      meinen Freunden nie bereut)
      Du setzt wahre Liebe mit langen Liebesbeziehungen gleich? Liebe ändert sich - junge Liebe kann zu einer reifen Liebe heranwachsen und sich entwicklen, entsprechend ändern sich die Vorzeichen für Liebe.Eine lang anhaltende Liebesbeziehung ist kein Garant für eine so genannte wahre Liebe. Wahre Liebe kann auch eine Liebe zwischen Eltern und Kindern, Geschwistern,Freunden sein - nicht jede Liebe bedarf einer sexuellen Beziehung.
      Wenn Liebe nun ein positives Gefühl ist, dann gibt es ja dementsprechend auch die negativen Pendants... So etwas wie Hass, Neid, Wut, und so weiter.

      Und hier kann ich wiederum bestätigen, dass ich solche Gefühle schon bereut habe! Ich habe zwar noch nie in meinem Leben "gehasst", aber durchaus schon Gefühle wie Neid oder Wut verspürt, die ich retrospektiv
      sehr bedauert und bereut habe.
      Ja, es gibt auch jene Gefühle die allgemein betrachtet negativ sind und im eigentlichen Sinn der Reue bedürfen, sofern man sie verspürt. Doch Zorn als Gefühl das sich im Körper regt und in irgendeiner Form äußert, kann doch auch nicht bereut werden, höchtens die Form der Äußerung, wenn man nicht gelernt hat Gefühle für andere annehmbar zu äußern. Ganz im Gegenteil, kann Wut oder Zorn ein Zeichen dafür sein, dass uns etwas ärgert, das so nicht für uns annehmbar ist, also im eigentlichen Sinn nicht negativ ist, weil wir dadurch darauf hingewiesen werden unser Verhalten, oder die Situation in der wir uns befinden, zu überdenken. mE ist der Prozess des Überdenkens, derjenige dessen Ergebnis wir eventuell in der nachfolgenden Handlung bereuen könnten.
      Vielleicht gibt es ja eine Art einseitige und fehlgeleitete Liebe, die man zwar so empfindet aber keine adäquate Resonanz vom Gegenüber erhält.Dann wiederum bedauert man dies - vielleicht bereut man es sogar.
      Da bedauerst du aber, dass deiner Liebe keine Reflexion widerfährt - eigentlich ertränkst du deine Liebe dann in Selbstmitleid und nicht in Reue!?
      Reue ist meiner Meinung nach eine moralische Instanz, die eigentlich voraussetzt, dass man sie selbst so empfindet und einer oder mehreren Personen gegenüber zeigt. Warum nicht auch gegenüber der eigenen Person?
      Hm, eine gute Frage! Reue kann mE nur von derjenigen Person empfunden werden, die bewusst oder unbewusst eine falsche Handlung gesetzt hat, sich aber im Moment des Reueempfindens der Falschheit der Handlung bewusst wird oder ist. Wenn ich nun gegen mich selbst eine Handlung tätigte, die mich in irgendeiner Form negativ belastet, dann kann ich das bereuen. Ein Gefühl haben oder zu spüren ist keine Handlung die ich bereuen kann, denn dies liegt nicht in meinem bewussten oder gezieltem Einflussbreich. Wenn du deine verflossene Liebe in Form einer Person wiedersiehst und es dir im Biofeedback die Röte ins Gesicht treibt, oder dein Herz zum Rasen bringt, dann kannst du das schwer selber beeinflussen - hier ist keine Reue möglich -wenn doch, wäre sie unsinnig.
      Oha
      Gut gegen Nordwind ^^

      LG.Idea
    • poeta cithara schrieb:

      Hallo zusammen!

      Wie ihr seht bin ich neu hier in diesem Forum!
      Nachdem ich während meines Germanistik Studiums angefangen habe mich sehr für philosophische Literatur zu interessieren und mich neben Nietzsche, Schopenhauer, Kant, Sartre, Zusammenfassungen von Weischedel oder Spierling auch gerne mit der "Alltags-Philosophie" und den dazugehörigen Magazinen (Hohe Luft, Philosophie Magazin) beschäfige, dachte ich dass es bestimmt nicht verkehrt ist sich auch in einem Philosophie Forum anzumelden. Und hier bin ich!

      Eine weitere Motivation für die Anmeldung war ein Telefonat heute. Mit einer schönen Dame. Als wir auf das Thema "gebrochene Herzen und ihre Lehren" kamen, waren wir uns uneins.
      Um das ganze mal in eine Frage zu wandeln:

      Kommt der Schmerz bei einem gebrochenen Herzen vom Herz (also Gefühle und zuständige Hirnregionen eingeschlossen) oder vom Ego?


      Ihr Standpunkt war, dass der Schmerz immer vom Ego kommt, da "wenn man etwas liebt, kann man es ohne Schmerzen loslassen" und "wenn etwas schmerzt, dann liegt das immer am Ego".
      Ich dagegen konnte dem nur bedingt zustimmen, da ich den Standpunkt vertrete, dass nicht jeder Abschied und nicht jede Trennung, oder was das Herz sonst noch berührt, nicht immer vom Ego angesteuert wird.
      Vielleicht sehe ich das aber auch nur zu idealistisch. Denn ich behandle die wahre Liebe noch immer als eines der erstrebenswertesten Ideale überhaupt - demnach will ich vielleicht auch nicht wahrhaben, dass wir Menschen bei diesem Geschenk (sollte es einem zuteil werden) aus so egoistischen Beweggründen heraus handeln...

      Vielen Dank fürs Mitdenken!
      Herzliche Grüße,
      Poeta


      Hi,

      der Schmerz kommt immer vom Ego. Man kann ihn auflösen bis aller Schmerz weg ist, nur noch die Liebe bleibt. Die akzeptanz löst den Schmerz auf. Dem schmerzenden passt etwas nicht. Macht er es passend geht der schmerz.
      Letztendlich kann man alles akzeptieren, allen schmerz auflösen.
      Dann werden die gefühle singularisch, man tritt aus der dualität der gefühle heraus. Dann gibt es weder Freude noch Enttäuschung, weder glück oder unglück. Das macht den kopf, verstand klar und man weiss was zu tun ist und was nicht.
      Grösstmögliche akzeptanz lässt in einem ein neues, dynamisches weltblild entstehen. Das starre geht.

      Grüsse
      Wenn ich denke,
      daß ich nicht mehr an dich denke,
      denke ich immer noch an dich.

      So will ich versuchen,
      nicht zu denken,
      daß ich nicht mehr an dich denke. ( zen )