Welt und Wahrnehmung

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    • Welt und Wahrnehmung

      Hallo, liebe Philosophiegemeinde!



      Ein paar Fragen will ich gerne stellen und ich bitte um Nachsicht, falls
      ich irgendwo ungünstig/unsinnig formuliert haben sollte.



      1.

      Ist die Welt so wie wir sie wahrnehmen?



      2.

      Sind wir zu Objektivität fähig?



      3.

      Wenn die Wahrnehmung alles ist, was wir an Welt haben und ausserhalb von
      ihr nichts existiert - bildet sie dann die objektive Welt? (sind
      Subjektivität und Objektivität dann irgendwie eines?)

      Ich hoffe, hier ist halbwegs klar, was ich meine...











      Gruß,

      Nelson
    • Lies doch mal in
      plato.stanford.edu/contents.html

      Ach Gott, oder schlicht erst einmal

      de.wikipedia.org/wiki/Objektivit%C3%A4t

      Und dann hangelt man sich so'n bisschen durch.

      Meide aber - meine Empfehlung - vorerst die Hegelei.

      Ich finde ja: Als Einstieg in die Philosophie ist immer noch toll:

      Bertrand Russell: Die Probleme der Philosophie
      Ich glaube, das Buch berüht u. a. alles, was dir so vorschwebt, und es ist angenehm kurz dabei.
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    • Hallo Nelson,

      bevor ich an deine Fragen ran gehe, habe ich einige Fragen an dich und bitte deswegen auch um Nachsicht. Eines sollte uns doch klar sein, Wahrnehmung und Welt gehören eindeutig zusammen, weil die Welt niemals ohne Bewusstsein existieren kann. Was meinst du mit... außerhalb von der Welt nichts existiert. Hat die Welt Grenzen, und was hindert uns daran diese "Grenze" zu überschreiten -meinst du mit außerhalb von der Welt das Ding an Sich ?- Entsteht vielleicht diese Grenze durch die Wahrnehmung und das Bewusstsein, oder meinst du damit eine andere Grenze ? Was ist wenn die Wahrnehmung und die Bewusstheit steigt, im Sinne das ich dann mehr Sehe und Wahrnehme als vorher, wo ist dann die Grenze ?

      Ich verstehe die Bedeutung des Wortes Objektivität leider nicht, kannst du behilflich sein ?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Homer ()

    • Homer schrieb:

      Eines sollte uns doch klar sein, Wahrnehmung und Welt gehören eindeutig zusammen, weil die Welt niemals ohne Bewusstsein existieren kann.

      Es gibt auch diese Version: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
      Somit ergibt sich: Sprache und Welt gehören eindeutig zusammen, weil die Welt niemals ohne Sprache existieren kann.
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • 1.

      Ist die Welt so wie wir sie wahrnehmen?


      nach SCHOPENHAUER ist die Welt so, wie wir sie wollen
      wenn uns die Welt, wie wir sie wahrnehmen nicht gefällt, dann ändern wir eben die Welt
      und alles ist wieder gut

      der Haken daran ist,
      daß es kurzfristig denkende Menschen gibt,
      welche die zivilisierte Welt in neoliberale Rohheit verwandeln

      2.

      Sind wir zu Objektivität fähig?


      Objektivität ergibt sich nur durch Gedankenexperimente
      das Rüstzeug hierzu ist die formale Logik

      der Haken dabei ist,
      daß sich nicht alles simulieren lässt
      die Objektivität hilft also meist nur dem Maschinenbau

      3.

      Wenn die Wahrnehmung alles ist, was wir an Welt haben und ausserhalb von
      ihr nichts existiert - bildet sie dann die objektive Welt? (sind
      Subjektivität und Objektivität dann irgendwie eines?)

      Ich hoffe, hier ist halbwegs klar, was ich meine...


      der Gegensatz von subjektiv und objektiv kann überwunden werden
      der Oberbegriff für subjektiv/objektiv ist Natur (oder Welt)

      der Oberbegriff für die überwundene Natur (oder Welt) ist UMWELT
      aus philosophischer Sicht bist Du im SEIN gelandet

      der Haken dabei ist,
      daß die Umweltspekulation immer auch in den Bereich Religion geht
      umgekehrt ist
      die 'objektive' Umwelt ideologisch, die 'subjektive' Umwelt empirisch
    • Hallo kunnukun, [...] Was verstehst du unter Objektivität,sind
      wir zu Objektivität fähig ?
      Kommt ganz darauf an, was man darunter versteht. Und da würde ich erst mal Lesen empfehlen. Die Fragen berühren doch recht alte Fragen von Philosophen der letzten 3000 Jahre. Aber mit einer Begriffsklärung sollte es wohl losgehen.
      Oberschlaue Grüße, k
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    • Homer schrieb:

      Hallo Fliege,
      bedeutet das dann das ich von der Welt weniger Wahrnehme ? Glaubst du das Nelson genau das meint ?

      Ich habe lediglich darauf hinweisen wollen, dass es verschiedene Versionen dieser Geschichte gibt.
      Kanye West (US-amerikanischer Rapper): "Ich liebe die Art, wie Candace Owens denkt." — Candace Owens: "Die Linken denken, Schwarze sind dumm."
    • Bei jedem Ansatz wird doch gleich klar, dass "objektiv" viel zu vage ist, um damit etwas anfangen zu können.
      Sagste "'objektiv' heißt in etwa <Erkenntnisgegenstand nicht vom Erkenntnisprozess beeinflusst>", kommste gleich in Teufels Küche: Erkenntnis ohne Aspekt, Perspektive u. dgl. ??? Wohl kaum - schon der Unterschied der ach so 'objektiven' Disziplinen Physik und Chemie ist u. a. ein Unterschied des Aspekts, unter dem sie ggf. dasselbe Dingens erforschen (z. B. Masse vs. Stoffe). Und doch wäre es merkwürdig, wenn da nicht etwas wäre (so 'an sich'), das nicht beeinflusst ist von dem, der ggf. gerade daran denkt. Also, ich finde schon, dass Nelson ein wenig in so großartigen Abhandlungen wie den von mir genannten stöbern sollte. Dann mag man mehr Begriffe von dem, wovon man jeweils Erkenntnis hat oder was man jeweils wahrnimmt, unterscheiden.
      Auch Freges altbekanntes Beispiel ist ein Ausgangspunkt: Obwohl der Morgenstern die Venus ist und auch der Abendstern die Venus ist, weiß man z. B. nicht alles über den Abendstern, wenn man 'alles' über den Morgenstern weiß. Betrifft das nun auch das, was wir 'die Wahrnehmung' der Venus am Himmel, ggf. zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort und durch Felix Kokemohr, nennen? So muss man sich wohl damit befassen, was man unter "wahrnehmen" versteht. Dazu gibt es ja auch einen Aufsatz in der Stanford Encyclopedia.
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    • Neslon schrieb:


      Ein paar Fragen will ich gerne stellen und ich bitte um Nachsicht, falls
      ich irgendwo ungünstig/unsinnig formuliert haben sollte.

      Wegen meiner... Ich frag dann nach, okay...? ;)

      Neslon schrieb:

      1. Ist die Welt so wie wir sie wahrnehmen?

      Ja. Allerdings bildet das, was wir (direkt) wahrnehmen, lediglich einen eher winzigen Ausschnitt dessen ab, was unter einen Weltbegriff fallen muss. Mittelbarer Zugang erweitert diesen Ausschnitt durch Messungen. Intellektueller Zugang darüber hinaus durch schließende Erwägungen.
      Sämtlichen Zugängen kommt ein immanenter Irrtumsvorbehalt zu.

      Neslon schrieb:

      2. Sind wir zu Objektivität fähig?

      Wir sind fähig, objektive Aussagen über die Welt zu treffen; derart, dass entsprechende Aussagen allgemein (intersubjektiv) überprüfbar/nachvollziehbar wahr sind.

      Neslon schrieb:

      3. Wenn die Wahrnehmung alles ist, was wir an Welt haben[...]

      Wahrnehmung impliziert, das etwas ist, das wahrnimmt. Somit ist schon mal etwas, das wahrnimmt, sofern "Wahrnehmung" als Aussage auf einen zutreffenden Sachverhalt verweisen soll. Also ist "Wahrnehmung" nicht alles, was wir an Welt haben. Um von "Wahrnehmung" sprechen zu können, ist Welt bereits vorausgesetzt (und somit gerade nicht auf das beschränkt, was wir wahrnehmen).

      My 2 cent.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • Homer schrieb:

      @ Danke Fliege .

      Hallo scilla, was meinst du mit neoliberale Rohheit ?


      neoliberale Menschen wollen kurzfristig Gewinn machen
      und vernichten alles, was ihrem Ziel im Wege steht
      also auch Dinge, welche Jahrhunderte zu ihrer Entstehung brauchen,
      nur weil sie ihnen nicht gut genug sind

      der Modernisierungswahn führt dann dazu,
      daß nicht umsichtig gehandelt wird,
      so daß das Moderne bereits nach 20/30 Jahren weniger taugt als das Alte,
      aber leider nicht mehr Vorhandene
    • Hallo Neslon:

      1. Frage: Nein

      2. Frage: ia

      3. Frage: Die 3. Frage habe ich nicht ganz verstanden...Vielleicht so: Die Wahrnehmung sit immer subjektiv, das Denken immer objektiv, oder doch zumindest objektivierend... Darüber kann man übrigens hervorragend meditieren...

      Gruß ioachim Stiller Münster

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Joachim Stiller ()

    • Neslon schrieb:



      1.

      Ist die Welt so wie wir sie wahrnehmen?


      Ja natürlich, wie denn sonst?






      Neslon schrieb:



      2.

      Sind wir zu Objektivität fähig?


      Kar, dann wenn das alles was jedem einzelnem beigebracht wurde abschaltbar ist und keine sonstigen Zwänge dies ver/behindern.


      Neslon schrieb:


      3.

      Wenn die Wahrnehmung alles ist, was wir an Welt haben und ausserhalb von
      ihr nichts existiert - bildet sie dann die objektive Welt? (sind
      Subjektivität und Objektivität dann irgendwie eines?)


      Die Wahrnehmung ist immer wahr, absolut wahr (sagt schon der Name).
      Ob das was wir/jeder einzeln daraus macht damit zu tun hat ist eine ganz andere Baustelle.

      Kurt
      Wir werden erst begreifen wie genial die Natur ist wenn wir erkennen wie einfach sie funktioniert
    • @ Kurt,

      eine Wahrnehmung kann nicht wahr sein. Das ist schlechterdings nicht möglich... Nur sprachliche Äußerungen sind überahupt wahrheitsfähig... Aber die beziehen sich zumeist auf die Wahrnehmung... Wenn ein Urteil ein Satz oder eine Aussage wahr ist, dann einzig und allein, weil es/er/sie mit den beobachtbaren oder nicht beobachtbaren Tatsachen übereinstimmt....

      Gruß ioachim Stiller Münster
    • Joachim Stiller schrieb:

      @ Kurt,

      eine Wahrnehmung "kann" nicht wahr sein. Das ist schlechterdings nicht möglich... Nur sprachliche Äußerungen sind überahupt wahrheitsfähig... Aber die beziehen sich zumeist auf die Wahrnehmung...


      Doch Joachim, denn es ist das einzige das geht.
      Du kannst nichts wahrnehmen was nicht existiert.
      Du kannst somit nichts Unwahres wahrnehmen!"

      Also kann sie nur wahr sein!"



      Kurt
      Wir werden erst begreifen wie genial die Natur ist wenn wir erkennen wie einfach sie funktioniert