Gedankengang

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    • Gibt es einen Urgrund, ein Anfang stehenden Grund?

      Warum, warum, warum. Jeder kennt dieses manchmal lästige Fragen von Kleinkindern. Stehts folgt auf den erklärten Sachverhalt die Frage nach dem Grund warum eben dies den Sachverhalt erklärt. Wenn man genau nach diesem Muster weiterverfährt, dringt man immer tiefer in die Sache ein. Doch gibt es sowas wie ein ultimativ ersten Grund, bei welchem nichtmehr nach dem Grund gefragt werden kann? So etwas wie der absolute Grund auf dem jeder folgende Grund aufgebaut ist? Oder kann man möglicherweise bis in die Unendlichkeit immer weiterfragen ohne das eben dieser Urgrund auftaucht? Ein Sachverhalt, der für das letztere spricht, ist jener, das jede Erklärung wiederrum hinterfragt werden kann jedenfalls in der Form von Sprache die wir kennen. Da unsere subjektive Realität aus zwei Grundbausteinen aufgebaut zu sein scheint (Materie und Geist), wollen wir ersteinmal beide dieser Realitätsteilstücke einzelnt auf die Fragestellung nach dem Urgrund untersuchen. Schnell wird einem klar, dass alles was mit Materie zutun hat immer weiter ergründet werden kann, bis wir dann irgendwann an den Grenzbereich der Teilchenphysik und der Quantenzustände stoßen in denen der Grund für etwas anfängt unscharf zu werden. Aber genau an jenem Punkt können wir zu dem geistigen Teil übergehen, denn die Metaphysik ermöglicht es uns, wie das Wort Meta=über der Physik bereits andeutet, nun nach dem Warum von „unschärfe“ zu fragen, und uns damit von dem strikt materiellen Aspekt zu befreien, und in eine Welt einzutauchen für die wie sich zeigen wird, völlig andere Gesetzmäßigkeiten gelten als für die Physik. Dem Geiste zugehörig rechne ich hier vor allem zwei Phänomene und zwar das Denken und das Empfinden von Qualitäten. Um uns mit dem Wort „unscharf“ zu beschäftigen werden wir ersteinmal das erstere zu rate ziehen. Das wir denken müssen um nach einem Grund zu suchen, ist klar aber hier geht es darum über eben dies Denken nachzudenken. Was denken wir denn in das Wort „unscharf“ hinein? Also erstens natürlich, das es etwas bezeichnen soll was nicht eindeutig ist. Man kann sich das vorstellen, indem man an das Autofahren im Nebel denkt. Der Nebel macht die Sicht unscharf. Womit wir bei der nächsten Sache wären, denn wie es scheint, ist etwas dann unscharf wenn es einen Grundauslöser für diese Unschärfe gibt. Damit haben wir nun schon zwei Dinge, die wir in den Begriff „unscharf“ hineindenken nämlich einmal „etwas nicht eindeutiges“ und „ein Zustand der von etwas vernebelt oder teilweise verdeckendem herbeigeführt wird“. Genau mit dieser Herangehensweise könnte man die hereingedachten Begriffe jetzt wieder weiter zerpflücken und wie es scheint ist dies zumindest theoretisch bis in die Unendlichkeit möglich. Aber klärt das unsere Frage? Nein, denn wir analysieren hiermit nur Gedanken die durch ihre Alltagstauglichkeit zum Zwecke der Verständigung eingeführt wurden. Heißt das jetzt etwa, dass es auch Gedanken gibt die nicht in Sprache auszudrücken sind? Diese Sache, gilt es jetzt zu untersuchen. Doch wie machen wir das, wenn wir doch eben definiert haben das es für diese Gedanken die wir untersuchen wollen, eben keine Worte gibt? Wir werden versuchen das offensichtliche Problem zu umgehen und mit Hilfe eines Tricks der Sache herr zu werden. Ersteinmal werden wir den Begriff „Gedanke“ abstrahieren und ihn ab jetzt nur als ein etwas G betrachten. Dieses etwas G, macht Informationen bewusst. Bekommt also die Eigenschaft i zugewiesen. Dementsprechend reden wir ab jetzt über Gi. Dieses Gi eröffnet erst die Möglichkeit der Existenz der Sprache. Daraus folgt, das Gi eine notwendige Bedingung für die Existenz von Sprache ist also schreiben wir S → Gi . Sie werden sich jetzt möglicherweise darüber wundern warum ich das Konditional so herum aufgeschrieben habe und nicht aus Gi folgt S. Der Ausdruck ist zwar richtig denn ohne Gi kein S aber nicht in allen denkbaren Fällen wahr, denn aus Gi folgt nicht notwendigerweise S während aus S aber für alle Fälle Gi als Grund für S Folgt. Damit muss Gi zwingend existieren damit S existiert. Doch woher dieser als Zwang empfundene Eindeutigkeit des Schlussfolgerns? Was ist der Grund dafür? Das wäre dann wohl ein Detail des denkens, was aber an sich nicht bewusst gedacht werden kann aber anhand seiner Auswirkung, dem gezogenen Schluss, kann gefolgert werden, das ein Grund vorhanden sein muss. Hier scheint sich ein bedeutendes Erkenntnisproblem aufzutun weil wir gerade Anfangen mit unserem Denken in die Struktur des Denkens einzudringen, dadurch jedoch mit unserm eigenen Denken ständig in Konflikt geraten. Hier scheint dann auch die Grenze des Erkennbaren zu sein, denn das sind die letzten Gründe die wir hier finden können und deren Existenz wir zwar zeigen können, aber nicht mehr erklären können was sie sind und demnach auch nicht weiterfragen können. Ist das nun der Beweis dafür das es einen Urgrund gibt? Nein, denn wir können ja nicht ausschließen das die existierenden Gründe noch weiter hinterfragt werden könnten, weil uns die Einzelheiten ja wie bereits gezeigt, nicht zugänglich sind. Können wir noch weiter kommen? Wer weiß. Jedenfalls bleibt uns noch die andere Seite des Geistes nämlich das Empfinden von Qualitäten. Als letztes hatten wir uns mit dem Zwang bei der logischen Schlussfolgerung beschäftigt. Doch was genau bewirkt diese Empfindung was ist der Auslöser, der Grund? Ich unterscheide drei Typen von Qualitäten: wahr-falsch Qualitäten, simple Qualitäten und komplexe Qualitäten. Zu den wahr-falsch Qualitäten, gehört der empfundene Zwang einer logischen Schlussfolgerung, denn entweder wird sie als richtig also wahr oder eben als falsch empfunden. Simple Qualitäten, sind die Empfindungen die man beim Wahrnehmen von dinglichen Sachen hat, wie z.B. beim Betrachten eines Hauses. Komplexe Qualitäten beziehen sich auf soziale Interaktionen wie z.B. dem Zusammentreffen mit Personen oder Personengruppen. Nach dieser groben Zusammenfassung meiner qualitäten Klassifikation, widmen wir uns jetzt wieder der empfindung des Zwanges der logischen Schlussfolgerung. Was ist nun der Grund für die Existenz dieses Zwanges? Aus einer evolutionären Sicht, könnte man jetzt folgern, dass diese Empfindung einen bedeutenden Vorteil im Überlebenskampf darstellt, denn mit seiner Hilfe, lassen sich klare Entscheidungen treffen, wie auf eine gegebene Situation am besten reagiert werden sollte. Ein Beispiel wäre, das zusammentreffen eines Einszeitmenschens mit einem Säbelzahntiger. Der Mensch, weiß das er alleine wenig Chancen gegen das gewaltige Tier hätte und zieht daraufhin den zwingenden Schluss nicht mit seiner Steinaxt auf den Tiger loszugehen sondern schnell wegzulaufen da er ja weiß das sein Stamm in dem 100m entfernten Waldstück sein Lager aufgeschlagen hat und er dort sofort Hilfe bekommen würde. Er hat also durch die Empfindung des Zwanges der Logischen Schlussfolgerung die Option gewählt, die sein Leben wahrscheinlicher erhalten würde. Hätte er dies nicht getan, wäre seine Überlebenschance wesentlich geringer gewesen. Egal aus welchem Winkel man den wahr-falsch qualitäten Typ betrachtet, kommt man immer wieder zu dem Punkt, dass dem zu der Schlussfolgerung fähigen Lebewesen daraus immer ein Vorteil erwächst. Das Wort „Vorteil“ ist wieder ein Begriff der mit Denken zerlegt werden kann und daher in dieser Abhandlung schon abgedeckt ist. Wenn man nun die simplen und die komplexen Qualitäten betrachtet passiert genau dasselbe. Am Ende schließen die Qualitäten wieder den Kreis und damit hat sich gezeigt, das es keinen Urgrund gibt, was aber überraschender Weise nicht bedeutet, dass das ganze nicht doch etwas absolutes an sich hätte. Der sich schließende Kreis ist das absolute Element auf das unsere ganze Untersuchung letzten Endes hinauslief und an der Ästhetik des Kreises, wird wohl niemand zweifeln als das Symbol des unendlichen und doch so fassbar und natürlich.