Wissen und Bewusstsein

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    • Wissen und Bewusstsein

      Gerade heutzutage ist die Diskrepanz zwischen Wissen und Bewusstsein so offensichtlich geworden, dass sogar der bekennende Nicht-Philosoph diese zu bemerken scheint. Dies hat auch dazu geführt, dass die Frage, was denn nun das Wesen von "Wissen" ist, und was das Wesen von "Bewusstsein", schon lange den philosophischen Elfenbeinturm verlassen hat. Wie ist es also möglich, dass ein intelligentes, denkendes Wesen etwas "wissen" kann, dessen es sich zugleich allerdings nicht wirklich "bewusst" ist ? Etwa deshalb, gerade weil es "intelligent" ist ? Sollte es etwa so sein, dass das Wissen eine Art von "Freiheit" an sich hat, die im Bewusstsein nicht zu finden ist ? Wäre dem tatsächlich so, könnte niemand widersprechen, wenn behauptet wird, dass "der Mensch" von vornherein schizophren veranlagt ist. Wenn nun das "freie Wissen" gleichsam superexponentiell anwächst und das "Bewusstsein" in seiner dunklen Trägheit nur sehr schwer sich berühren und verändern lässt, dann kann es in der Tat zu extrem kuriosen Verhaltensweisen kommen. "Wissen" kann erworben und mit einer willentlichen Anstrengung angeeignet werden, das "Bewusstsein" allerdings kann nur in einem quälend langsamen Prozess sich entwickeln und manifestieren. Eine "Bewusstseinsveränderung" bedarf immer eines unermüdlich drängenden, nachhaltigen, also gleichsam permanenten Anlasses mit einer "gravierenden" Wirkung, die das bloße Wissen aus sich selbst heraus gar nicht erzeugen kann. Es gibt hier keinen wie auch immer gearteten "Automatismus", es wird vielmehr das Geschehen entscheidend, das auch gerne als "persönliche Auseinandersetzung" bezeichnet wird. Wenn der denkende Mensch bemerkt, dass mit dem Begriff des "Wissens" etwas elementar Anderes gemeint sein kann - auch wenn die "Alltagssprache" hier schnell unscharf wird - als mit dem des "Bewusstseins", so ist der Begriff der "Persönlichkeit" nicht mehr fern. Es ist kein Geheimnis, dass eine "wissenschaftliche Erkenntnis" umso höher eingeschätzt wird, je "unpersönlicher" diese ist, auch wenn es vollkommen unmöglich ist, dass eine wissenschaftliche Erkenntnis ohne eine ausgesprochen "persönliche" Anstrengung auftauchen kann. In diesem nur scheinbaren Widerspruch lässt sich die im Grunde schizoide Spaltung von "Wissen" und "Bewusstsein", von "Erkenntnis" und "Einsicht" geradezu vorbildhaft zutage fördern. Es ist gerade so, als ob die "wissenschaftliche Erkenntnis" durch die Makel von "Persönlichkeit" nur "verunreinigt" werden kann. Dazu passt auch, dass nicht wenige wissenschaftliche Köpfe ein schon fast notorisches Problem mit dem Begriff "Persönlichkeit" haben, was allerdings in gewisser Weise verständlich wird, sobald eingesehen wird, dass "Persönlichkeit" nicht nur ein Begriff ist, sondern zuallererst ein "Phänomen", das etwas schlechterdings Unfassbares an sich hat. Um es "gestelzt" zu formulieren: Der in einer persönlichen Bewegung sich Befindende ist gar nicht in der Lage, das einsehen zu können, was "Persönlichkeit" genannt wird, es sei denn, dieser könnte komplett "aus sich heraustreten", was allerdings gleichsam die Vollendung von Schizophrenie wäre.
    • ja das Problem mit der Persönlichkeit sind die fixierten unofffenen Funktionen die genetisch und unbewusst etabliert sind.
      Informationelle und weitere Systeme um uns zum Menschen zu machen.
      So hat das Wissen als teil der Persönlichkeit oder auch als externe Information, in unbewusster sowie in bewusster Form die Möglichkeit, Bewusstsein zu ändern.
      Alldgs in einem beschränkten System.

      Deswegen ist die Bildung ja so wichtig, da du hier die nötige offenheit der Persönlichkeit hast und die nötigen Funktionen etablieren kannst, um die Integration von weiteren Informationen (wissen) zu ermöglichen.
      Wissen ist also ein Teil der allgemeinen menschlichen Persönlichkeit und hat viel mit Freiheit zu tun. Es beschreibt sowohl vorhandene interpsychische Information als auch intraobjektive (also externalisierte Information).
      Es ist aber nur ein Teil (unseres informationellen Systems), welcher permanent gegen die unfreien (teils uninformationellen) Funktionen "ankämpfen" muss, im Kampf um die beste Handlungsweise.

      Bewusstsein ist eine Art Zwischenstsation des Wissens, ein Raum der Wahrnehmung und Rekombination, der größtmöglichen informationellen Ungebundenheit der Persönlichkeit.

      Dennoch kannst du hier vlt eine Art systemübergreifenden (zwischen Wissen und Bewusstsein) "Automatismus" ausmachen, da die Vernunft ständig den relativ effizientesten Weg sucht und so auf Wissen angewiesen ist. Wie gesagt relativ und beschränkt.

      Da in der Vergangenheit Persönlichkeit und Subjektivität oft mit Ungenauigkeit korreliert, und auch immer noch tut, sieht man es nicht gern wenn Wissen zu persönlich gefärbt ist ;)
      Aber es gibt einige Ausnahmen wie zB Richard Feynman ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wowie ()

    • Persönlichkeit

      wowie schrieb:

      So hat das Wissen als teil der Persönlichkeit oder auch als externe Information, in unbewusster sowie in bewusster Form die Möglichkeit, Bewusstsein zu ändern.
      Lassen wir das Bewusstsein im Haupt mal drueben und wenden wir uns hier der Persoenlichkeit zu. Es ist nicht das Bewusstsein, das sich aendern laesst sondern die Persoenlichkeit. Wissen ist auch kein Teil der Persoenlichkeit, sonst wuerde bei der Weitergabe, Persoenlichkeit weitergegeben. Wenn du Wissen weitergibst, kommt es als Information an, und muss erst wieder als Wissen erkannt werden.
    • Nein. Nicht nach meiner Auffassung. Sondern nach deiner Interpretation aufgrund meiner Auffassung.

      Aendert sich der Mensch, weil er eine neue Niere bekommt oder eine neue Leber oder ein neues Herz? Wenn du da der Auffassung bist, dass sich der Mensch aendert, dann ist es deine Auffassung und nicht meine. Nach meiner Auffassung aendert sich der Mensch nicht aufgrund einer neuen Niere. Auch dann nicht, wenn sich das "Organ" Niere im Menschen aendert. Und selbst wenn sich ein Organ, statt sich zu aendern, ploetzlich "veraendern" wuerde, wie beim Herzen, wenn da 2 Herzklappen kuenstlich eingesetzt werden, aendert sich der Mensch nach meiner Auffassung nicht.
    • 42!!!

      Dr Gideon Fell schrieb:

      wowie schrieb:

      So hat das Wissen als teil der Persönlichkeit oder auch als externe Information, in unbewusster sowie in bewusster Form die Möglichkeit, Bewusstsein zu ändern.
      Lassen wir das Bewusstsein im Haupt mal drueben und wenden wir uns hier der Persoenlichkeit zu. Es ist nicht das Bewusstsein, das sich aendern laesst sondern die Persoenlichkeit. Wissen ist auch kein Teil der Persoenlichkeit, sonst wuerde bei der Weitergabe, Persoenlichkeit weitergegeben. Wenn du Wissen weitergibst, kommt es als Information an, und muss erst wieder als Wissen erkannt werden.


      Das Bewusstsein ändert sich aber mit der Persönlichkeit würd ich sagen.
      Man könnte fragen was sich zuerst ändert, wobei es hier schwierig ist da beide aus Teilen bestehen und sich auch nur Teile ändern können.
      Wobei du bei der Persönlichkeit eher die Gesamtsumme aller Organe nimmst. oder willst du nur die mentalen nehmen?

      Insofern würd ich auch sagen, dass wir uns dauernd verändern, da wir dauernd im Austausch und "wiederaufbau"/Regeneration sind.
      Die Frage ist, wie viel ändert sich?
      und bei einer Organtransplantation kann sich der mentale zustand, also das psychologische verhalten ändern!

      Wissen ist schon ein Teil der Persönlichkeit - gedanken und erinnerungen, aber nicht jede Information/wissen manifestiert sich stark in uns. Manche Sachen tauchen nur ganz unsinnig in träumen wieder auf. Insofern kann man sagen, das Information und Wissen unseren Charakter/Gesamtsystem formt, NUR mehr oder weniger.
      Wenn du Sachen zB vergisst, dann ist es eben kein großer bis gar kein Teil deiner Persönlichkeit.

      Und du kannst auch "Persönlichkeit" mit der Information wieder mitschicken. Musst du aber nicht. Desdewegen gibt es die idealisierte form der perspektive, den objektivismus ;)
      Persönlichkeit natürlich dann auch nur in symbolisierter Form, zB als Dialekt oder sonstige sprachliche oder kommunikative Eigenart der Person.

      oder???
      :D

      persönlichkeit hat also auch ein definitionsproblem.
      definier mal persönlichkeit!?
    • Dr Gideon Fell schrieb:

      Aendert sich der Mensch, weil er eine neue Niere bekommt oder eine neue Leber oder ein neues Herz? Wenn du da der Auffassung bist, dass sich der Mensch aendert, dann ist es deine Auffassung und nicht meine.

      Logischerweise ändert sich ein Ganzes, wenn sich ein Teil davon ändert. Mit einem neuen Herzen ändert sich auch der menschliche Körper. Ich würde aber nicht sagen ,dass sich damit der Mensch geändert hat. Wenn man sagt, dass sich ein Mensch geändert hat ,meint man nämlich im üblichen Sprachgebrauch eine Änderung seines Charakters.
    • Eben. Und das gilt auch beim Bewusstsein. Das Bewusstsein ist kein Wandelphaenomen, es dehnt sich weder aus, noch zieht es sich zusammen, und der Inhalt aendert sich auch nicht. Lediglich der Zugang wird offener oder verschlossener je nach Persoenlichkeit. Man zeige mir eine Objektivitaet, die "von keiner Persoenlichkeit, von keinem Subjekt" beobachtet wird und dennoch Mensch ist.