Bewußtsein als Fähigkeit

    • novon schrieb:

      #phritz schrieb:

      novon schrieb:

      Hi #phritz.
      Stimmt schon. Wahrheit suche ich auch nicht. Ich bemühe mich um wahrheitsfähige bzw. nachvollziehbare Aussagen.

      Wahrheit suchst Du nicht, nein; aber Aussagen, die wahr sein könnten, schon?

      Auch nicht. Aussagen, die im Kontext konsistent, also weder selbst- noch kontextuell widersprüchlich sind und eine hinreichende Beschreibung des Befassten darstellen.


      "hinreichend" heißt fast schon wieder "wahr" - hier verzettelst Du Dich.


      #phritz schrieb:

      Ich möchte meine Position verdeutlichen: Ein philosophisches Problem gleicht einem stark fragmentierten, stark lückenhaften Puzzle-Spiel, das auch noch ein verzerrtes Bild zeigt; es liegt an den Philosophen, mit weiteren Puzzle-Teilen dieses Puzzle als ein harmonisches Ganzes zu vervollständigen und das Bild zu klären.

      Möglich. Auch hier gilt allerdings: Bullshit in, Bullshit out. Sprich: so allgemein wie du das hier anbringst, wäre das auch nur Bullshit.
      Sofern die Prämissen nicht haltbar sind, kommt da auch nichts Sinnvolles oder Tragfähiges bei raus.
      (Ganz allgemein, nicht spezifisch auf deine Darlegungen bezogen, die hier natürlich gar nicht befasst sind. Jedenfalls nicht direkt bzw. wertend (auch wenn ich ahne, dass dies so ausgelegt werden wird... ^^).)


      Im Grunde möchtest Du mir nur widersprechen - dies scheint mir sowieso der Zweck dieses ziemlich dürftigen, nicht-anschlußfähigen Beitragst zu sein - aber hast keine guten Argumente, die Dir dabei helfen könnten.


      #phritz schrieb:

      Was hier angesprochenes Problem angeht: Es ist doch so, dass dieses Problem nahezu ausschließlich darin gründet, dass eine solche scharfe, geradezu radikale Zerteilung in „Physisches“ und „Mentales“ vorgenommen wird.

      Finde ich nicht, im Gegenteil: Diese Grenze verschafft eine Orientierung. Man fängt die Lösung eines Problems ganz einfach damit an, dass man fragt: Was gehört wohin?

      Wie "wohin"? Genaugenommen ziehst du zunächst quasi beliebig eine Grenze zwischen mechanischer und mentaler "Welt" und sortierst dann ebenso beliebig ein. Ich sehe da keine Notwendigkeit, eine solche Spaltung überhaupt vorzunehmen.


      Falls Du nicht der Meinung bist, dass Dein Denken der Kausalität folgt oder die Welt nach der Logik ist eine solche Grenze zwingend geboten. Genau genommen ist sie a priori, aber sicherlich nicht beliebig.


      #phritz schrieb:

      Ich denke Welt und Bewusstsein als jeweils in das andere eingebettet, gegenseitig Bedingt.

      Das eben muss ich ablehnen, denn sagst Du einerseits dass Bewußtsein (physisch) kausal wirksam ist, aber auch, dass sie nicht wirksam ist (mental). Und das ist freilich ein Widerspruch.

      Nein. Tu ich nicht. Denn: Welt ist bei mir nicht zerteilt. Das macht auch überhaupt keinen Sinn.


      Die Welt ist auch nicht zerteilt - dies zeigt Deine falsche Auffassung - sondern es gibt mehrere Seinsweisen, die zu berücksichtigen sind.


      #phritz schrieb:

      Gedanken sind rein subjektiv. Sie lassen sich genauso wenig übertragen, wie Bewusstsein.

      "übertragen" ist hier eine Metapher, und ich pflege Metaphern aufzulösen: Was heißt das genau? Gedanken des einen kann ein anderer richtig verstehen. Das ist kein "Übertrag".

      Ja, eine Metapher. Aus der scheinst du aber eine Notwendigkeit herzuleiten,


      Ja, die Notwendigkeit der Klärung. Metaphern wie die von Dir gebrauchte vermitteln ein falsches, irreführendes Bild.
    • #phritz schrieb:

      "hinreichend" heißt fast schon wieder "wahr" - hier verzettelst Du Dich.

      Es geht nicht um Wahrheit. Da hatte ich dir zugestimmt. Nicht ich verzettel mich, sondern du verzettelst mich - und sei es mit dem Zettelchen "Hier an Wahrheit als Poller vertäuen."

      #phritz schrieb:

      Im Grunde möchtest Du mir nur widersprechen - dies scheint mir sowieso der Zweck dieses ziemlich dürftigen, nicht-anschlußfähigen Beitragst zu sein - aber hast keine guten Argumente, die Dir dabei helfen könnten.

      Und deinen vorausgehenden Beitrag hältst du für "anschlussfähig"?
      Eingangs schrieb ich, dass ich deine Thesen spannend fände. Damit bin ich eingestiegen. Anschließend hatte ich, auf deine Nachfrage quasi, einige Ansichten geliefert, denen offenbar nicht weiter Belang zugestanden wurde; die quasi sang- und klanglos untergingen, vorüberzogen. Darüberhinaus gibt's da dann noch einen Kernpunkt, der da eine grundsätzliche Nichtnachvollziehbarkeit meinerseits darstellt, dass von verschiedenen Welten überhaupt die Rede sein könnte. Klar widerspreche ich da.
      Und außerdem widerspreche ich grundsätzlich, wenn ich das Gefühl habe, nicht verstanden oder falsch ausgelegt zu werden. Und noch vehementer, wenn ich den Eindruck habe, jemand wollte mich vor irgend einen Karren spannen, der nicht meiner ist.

      #phritz schrieb:

      Falls Du nicht der Meinung bist, dass Dein Denken der Kausalität folgt oder die Welt nach der Logik ist eine solche Grenze zwingend geboten. Genau genommen ist sie a priori, aber sicherlich nicht beliebig.

      Ist sie nicht. Und doch. Der Punkt, warum ist wahrscheinlich ein anderer, als du vermutest. Kausalität, wie auch Logik gründen ineinander. Beides sind Konzepte und rein mental. Darum willkürlich. Genauso kannst du jedes beliebige Konzept hernehmen und sagen, es gäbe eine solche und eine andere Welt. Das ist völlig beliebig, wie es die bisherige Geschichte auch vielfach aufzeigt. Einer ähnlichen Logik folgend scheidet sich z. B. auch eine Götterwelt von jener der Menschen. Quasi dasselbe in Grün. Nix Neues und ebenso beliebig gegründet.
      Eine Welt. Eine Seinsweise. Ein Unterschied zeigt sich nicht in einer differierenden Seinsweise. Das Mentale ist ebenso der einen Seinsweise zugehörig wie das sog. Physische. Nur, das dieses eben auch Seinsweise hat zuzüglich des Mentalen aus dem Subjektiven heraus hinzukommenden. (Metaher, ja. 1+1.)

      #phritz schrieb:

      Die Welt ist auch nicht zerteilt - dies zeigt Deine falsche Auffassung - sondern es gibt mehrere Seinsweisen, die zu berücksichtigen sind.

      Nein. S.o.

      #phritz schrieb:

      Ja, die Notwendigkeit der Klärung. Metaphern wie die von Dir gebrauchte vermitteln ein falsches, irreführendes Bild.

      Auch nein.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • novon schrieb:

      Darüberhinaus gibt's da dann noch einen Kernpunkt, der da eine grundsätzliche Nichtnachvollziehbarkeit meinerseits darstellt, dass von verschiedenen Welten überhaupt die Rede sein könnte. Klar widerspreche ich da.


      Widersprechen kann jeder - doch auf die Begründung kommt es an. Und wo begründest Du Deine Einwand? Jemand, der nur widerspricht ohne zu begründen legt den Verdacht nahe, der Widerspruch sei sozusagen pflichtgemäß: Etwas passt nicht, ohne sagen zu können, warum.

      Ich habe begründet, warum es verschiedene Seinsweisen geben MUSS. Das gilt noch nicht einmal für die Grenze von Mentalem und Physischem, sondern auch für physisch Mögliches (z.B. Fähigkeiten) und physisch Seiendes (der Körper). Womit ich wieder beim Thema bin, weil Bewußtsein eine Fähigkeit ist - also physisch Mögliches.

      An einem Körper selbst kann man nicht messen oder beobachten, welche Fähigkeiten er hat; man kann also Bewußtsein nicht beobachten oder messen - nur mit einer gewissen Unsicherheit sich erschließen, und diese Unsicherheit führt zum Problem des Fremdpsychischen.

      Man kann Bewußtsein oder Fähigkeiten überhaupt aufgrund der Körperstruktur vermuten, das ja (durchaus z.B. dass das Gehirn größer ist), aber nicht in seinen Ausprägungen messen wie den Körper selbst. Allein schon dieses einfache Beispiel unterstützt die These von den verschiedenen Seinsweisen in einer Welt (oder mehreren Welten verschiedener Ontologie, das ist dasselbe). Es "gibt" den Körper anders als es seine Fähigkeiten "gibt". Ein Körper hat Größe, Masse usw. Und jetzt darfst Du mir sagen, welche "Größe" und welche "Masse" eine Fähigkeit hat.

      Falls Du immer noch widersprechen möchtest solltest Du auf dieses Beispiel eingehen und evtl. ein Gegenbeispiel angeben, welches zeigt, dass Fähigkeit so existieren wie der Körper, dem sie als Verhaltenspotenzial gegeben sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von #phritz ()

    • #phritz schrieb:

      novon schrieb:

      Darüberhinaus gibt's da dann noch einen Kernpunkt, der da eine grundsätzliche Nichtnachvollziehbarkeit meinerseits darstellt, dass von verschiedenen Welten überhaupt die Rede sein könnte. Klar widerspreche ich da.

      Widersprechen kann jeder - doch auf die Begründung kommt es an. Und wo begründest Du Deine Einwand? Jemand, der nur widerspricht ohne zu begründen legt den Verdacht nahe, der Widerspruch sei sozusagen pflichtgemäß: Etwas passt nicht, ohne sagen zu können, warum.

      Und was ist mit #11? Das sind eigene Gedanken, die schon zu begründen versuchen, wo es hin geht. Näheres zu verwendeten Begriffen folgt (auf deine Nachfragen) in #15.

      #phritz schrieb:

      Ich habe begründet, warum es verschiedene Seinsweisen geben MUSS.

      Wie sollte Mentalem "Seinsweise" zukommen? Mentales ist an Seinsweise gekoppelt (Subjekt) tritt aber doch nicht über diese hinaus! Als nächstes setzen wir uns über Engel, Feen und Kobolde auseinander bzw. deren je eigene "Seinsweise". Muss denen, so als Mentalem, ja schließlich irgendwie zukommen, sonst würde darüber ja schließlich auch nicht publiziert.

      #phritz schrieb:

      Das gilt noch nicht einmal für die Grenze von Mentalem und Physischem, sondern auch für physisch Mögliches (z.B. Fähigkeiten) und physisch Seiendes (der Körper). Womit ich wieder beim Thema bin, weil Bewußtsein eine Fähigkeit ist - also physisch Mögliches.

      Fähigkeit kommt - als Potential - Lebewesen zu. Unbelebtem kommt so etwas nicht zu. Okay. Da hätten wir dann schonmal eine Welt des Lebendigen und eine des Nichtlebendigen. Nur Lebendiges zeigt so etwas wie Fähigkeiten auf. Aber halt. Eben diese Fähigkeit kommt ja nicht pauschal Lebendigem zu. Also wäre da eine Welt des bewusseinsfähigen Lebendigen und eine des bewusseinsunfähigen Lebendigen in Betracht zu ziehen. Letzteres hätte Anteil an der Welt des Mentalen. Wo wären Erstere verweltet...? Vielleicht noch eine Welt der Wissenschaft (mir ist, als hätte ich so etwas ähnliches von dir gelesen), eine der Kunst, eine der Moral, eine der Pferdehalter und eine der Hamsterscherer...
      Inwiefern würde das anders zu beurteilen sein, als dein Scheiden der Welt in physisch und mental?

      #phritz schrieb:

      An einem Körper selbst kann man nicht messen oder beobachten, welche Fähigkeiten er hat; man kann also Bewußtsein nicht beobachten oder messen - nur mit einer gewissen Unsicherheit sich erschließen, und diese Unsicherheit führt zum Problem des Fremdpsychischen.

      Noch ein Problem? *g*
      Fähigkeiten, Talent zeigt sich in seiner jeweiligen Entfaltung. Kann man das messen? Ja. Sofern sich eine Metrik bestimmen ließe. Als Kriterium voraus ginge diese allerdings erstmal wohl eher nicht.
      Metrik für Bewusstsein...? Da wäre Bewusstsein womöglich bereits wesentlich zu alllgemeingültig gedacht... Weiß nicht recht.

      #phritz schrieb:

      Man kann Bewußtsein oder Fähigkeiten überhaupt aufgrund der Körperstruktur vermuten, das ja (durchaus z.B. dass das Gehirn größer ist), aber nicht in seinen Ausprägungen messen wie den Körper selbst.

      Eine geeignete Metrik vorausgesetzt, ginge das. Was quantifizierbar wäre, wäre prinzipiell messbar. "Größe/Volumen des Gehirns" hat sich meines Wissens allerdings als eher ungeeignet erwiesen. Da gab's dann noch Ansätze, die auf Tiefe und Menge der Einkerbungen abhoben. Ebenso nutzlos, soweit ich weiß. Scheint da keine direkt ableitbaren Zusammenhänge zu geben. Ist aber auch nicht meine Intention, da irgendwas messbar zu machen.

      #phritz schrieb:

      Allein schon dieses einfache Beispiel unterstützt die These von den verschiedenen Seinsweisen in einer Welt (oder mehreren Welten verschiedener Ontologie, das ist dasselbe). Es "gibt" den Körper anders als es seine Fähigkeiten "gibt". Ein Körper hat Größe, Masse usw. Und jetzt darfst Du mir sagen, welche "Größe" und welche "Masse" eine Fähigkeit hat.

      Körper... Ist das nun ein geometrischer Begriff oder ein physiologischer? Nein warte... Einen Physikalischen meinst du sicherlich. Dem kommt allerdings nichts weiter zu, als seine raumzeitliche Ausdehnung. Hättest du jetzt von Individuum gesprochen oder vielleicht Subjekt... Körper...
      Wäre das eine verschiedene Seinsweise? Das begreife ich irgendwie nicht. Inwiefern?

      #phritz schrieb:

      Falls Du immer noch widersprechen möchtest solltest Du auf dieses Beispiel eingehen und evtl. ein Gegenbeispiel angeben, welches zeigt, dass Fähigkeit so existieren wie der Körper, dem sie als Verhaltenspotenzial gegeben sind.

      Der Punkt ist, dass Fähigkeiten in dem Sinne nicht "existieren". Etwas (dem Existenz zukommt) ist. Und ist eventuell befähigt (Fähigkeit). Verschiedene Welten sind das nicht, nur eine Welt und entsprechend konstituierte Entitäten.

      Gruß,
      novon.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • novon schrieb:


      #phritz schrieb:

      Ich habe begründet, warum es verschiedene Seinsweisen geben MUSS.

      Wie sollte Mentalem "Seinsweise" zukommen?


      Indem es existiert. Nur nicht so wie die Dinge existieren. Die verstreuten Pixel hier ergeben einen Sinn, ohne dass dieser Sinn je beobachtet oder sonstwie gemessen worden wäre.


      #phritz schrieb:

      Das gilt noch nicht einmal für die Grenze von Mentalem und Physischem, sondern auch für physisch Mögliches (z.B. Fähigkeiten) und physisch Seiendes (der Körper). Womit ich wieder beim Thema bin, weil Bewußtsein eine Fähigkeit ist - also physisch Mögliches.

      Fähigkeit kommt - als Potential - Lebewesen zu. Unbelebtem kommt so etwas nicht zu. Okay. Da hätten wir dann schonmal eine Welt des Lebendigen und eine des Nichtlebendigen. Nur Lebendiges zeigt so etwas wie Fähigkeiten auf. Aber halt. Eben diese Fähigkeit kommt ja nicht pauschal Lebendigem zu. Also wäre da eine Welt des bewusseinsfähigen Lebendigen und eine des bewusseinsunfähigen Lebendigen in Betracht zu ziehen. Letzteres hätte Anteil an der Welt des Mentalen. Wo wären Erstere verweltet...?
      ...
      Inwiefern würde das anders zu beurteilen sein, als dein Scheiden der Welt in physisch und mental?


      Bewußtsein gehört zur Welt - dort hat es eine eigene Seinsweise. Du musst zuerst die Welt und das Mentale trennen; danach in der Welt das relativ statisch Seiende und das Potenzielle (Fähigkeiten). Hierarchische Ordnung.


      #phritz schrieb:

      Falls Du immer noch widersprechen möchtest solltest Du auf dieses Beispiel eingehen und evtl. ein Gegenbeispiel angeben, welches zeigt, dass Fähigkeit so existieren wie der Körper, dem sie als Verhaltenspotenzial gegeben sind.

      Der Punkt ist, dass Fähigkeiten in dem Sinne nicht "existieren". Etwas (dem Existenz zukommt) ist. Und ist eventuell befähigt (Fähigkeit).
      Verschiedene Welten sind das nicht, nur eine Welt und entsprechend konstituierte Entitäten.


      Zu sagen, dass es eine Welt gibt aber "entsprechend" konstituierte Entitäten - das ist für mich dasselbe wie zu sagen, es gäbe eine Welt und "entsprechende" - und damit aber zwangsläufig verschiedene Seinsweisen.
    • ein paar Gedanken ...

      Hi #phritz,

      Erstmal finde ich Deinen Versuch Bewusstsein über die Fähigkeit zu erklären/definieren sehr gut.

      Man kann also immer fragen "Wie ist etwas aufgebaut" und "Wozu befähigt dies"

      ( ich hab das ja in meinem Demokratiemodell ähnlich gemacht, die Schaubilder zeigen den Aufbau der Demokratie (aller bisherigen -> Induktionsproblem) und über die Fähigkeit ist mir dann endlich gelungen eine (vielleicht) ganzheitliche Definition dafür zu finden)


      Das Problem über Bewusstsein zu philosophieren entsteht zumindest aus dem verschiedenartigen Gebrauch des Begriffes, wie auch aus der evolutionären Entwicklung desselben selbst, wo nicht klar abgegrenzt werden kann (oder dies eben bisher nicht gelang) wo denn nun Bewusstsein bspw. anfängt.


      #phritz schrieb:

      Häufig wird ja Bewußtsein als mentale Entität angesehen, zumindest habe ich diesen Eindruck aus diesem Artikel: plato.stanford.edu/entries/consciousness/


      Wenn man Bewusstsein bei der Frage 'Wie ist es aufgebaut; wie funktioniert es' nicht analytisch zerlegt, wie es bspw. Damasio getan hat (übrigens mit erstaunlicher Korrelation zu Freuds Modellen), also nicht versteht das es eben nicht monolithisch ist, dann kommt man an Nagels Panpsychismus ( für mich als Spielart unter Pantheismus subsummierbar) kaum vorbei.


      #phritz schrieb:

      Für mich die wichtigste Frage wäre, ob Bewußtsein kausale Wirkungen hat - und natürlich auch kausal bewirkt werden kann - oder nicht (plato.stanford.edu/entries/consciousness/#6.1). Und ich denke, diese Frage ist eindeutig mit "ja" beantwortet soweit Bewußtsein zur Welt gehört, und "nein" soweit es ein rein mentales Phänomen ist. Es gibt nichts dazwischen.


      Wenn Bewusstsein keine kausale Wirkung hätte (auch oder gerade das von Dir herausgegriffene 'Bewusstsein als gedankliches Bewusstsein') gäbe es schlicht keine Kultur.
      Soweit hätten wir vermutlich Konsens.

      Der zweite Teil Deiner Ausführungen ist wohl als Hommage an 'The explanatory gap' zu verstehen (eine eben beim derzeitigen Wissensstand sich opportun anbietende Versteckmöglichkeit für Gott), für mich als Materialist gehört das Mentale logischerweise mit zur Welt.


      #phritz schrieb:

      Und aus meiner Sicht ist es für die Lösung der mit dem Bewußtsein zusammenhängenden Probleme (plato.stanford.edu/entries/consciousness/#3) opportuner, Bewußtsein als zur Welt gehörend zu sehen, und zwar als Fähigkeit eines Akteurs, sich in einen körperlichen Zustand zu versetzen, der das Denken ermöglicht (ohne es aber zu erzwingen); Bewußtsein ist eine Denk-Disposition.
      hvhbg. von mir

      Ok, damit hast Du es auf das, wie ich es in meiner Phil nenne, vierdimensionale Bewusstsein eingeschränkt.
      Ein legitime Sichtweise, die mir aber als Philosoph nicht sonderlich schmeckt, da ich mehr versuchen würde eine ganzheitliche Erfassung anzustreben.
      ( wie sagte doch Hegel: wer alles will hat am Ende nichts...o.s.ä. :) )

      ...ich selbst benutze/denke den Begriff des Bewusstseins derzeit komplett uneinheitlich... ein Zeichen der Ratlosigkeit ....


      #phritz schrieb:

      • Man kann beantworten, woher das Bewußtsein kommt: Fähigkeiten werden erlernt, und so auch die Fähigkeit des Bewußtseins; das Erlernen des Bewußtseins ist ein Nebenprodukt des Sprachlernens
      • Da Bewußtsein als zur Welt zugehörig definiert wird, kann man auch sagen, dass der ganze Körper und auch das Gehirn damit kausal zusammenhängen kann. Wie diese Zusammenhänge sich darstellen, das wäre die Aufgabe der empirischen Wissenschaften (Neurowissenschaft usw.)
      • Ferner wird es ohne Kategorienfehler möglich, die geschichtliche Entwicklung des Menschen mit dem Bewußtsein in kausale Verbindung zu bringen (z.B. größeres Gehirn -> höhere Wahrscheinlichkeit, dass ein Bewußtsein kausal verursacht wird)
      • Zweck des Bewußtseins in diesem Sinne wäre, das Denken als das eigentlich Mentale zu ermöglichen ohne dieses aber erzwingen zu können. Jemand kann sich allein im Status des Bewußtseins befinden, ohne aber zu denken. Auf diese Weise könnte man die Frage mentaler "Verursachung" beantworten.
      • Idealismus oder andere Ansätze, die allein auf das Bewußtsein abheben (Solipsismus) oder auch den Konstruktivismus halte ich für Sackgassen was die Lösung philosophischer Probleme anbelangt. Diese Ansätze können mit der genannten Definition des Bewußtseins vermieden werden. Aber es wird auch ein reiner Physikalismus vermieden, da das Mentale nicht das Bewußtsein ist, sondern das Denken.
      • Indem Bewußtsein erlernt wird kann man auch die soziale Komponente einfließen lassen weil die Sprache nur in einem gemeinsamen sozialen Akt im Rahmen einer physisch gegebenen und sich auch immer kausal verändernden Lebenswelt erlernt wird. Dies zeigt den Zusammenhang von Bewußtsein und Sozialität.
      • Trotz der Weltlichkeit des Bewußtseins kann man es nicht mit physikalischen Mitteln erkennen: Man kann also den Körper eines Sprachverwenders untersuchen wie man möchte, aber man wird immer nur mittelbar oder indirekt erkennen können, welche Fähigkeiten er hat - und damit auch: Ob er im Moment die Fähigkeit des Bewußtseins ausübt oder nicht.
      • Nur wer sich im Zustande des Bewußtseins in diesem Sinne befindet, kann auch die verursachten Wirkungen der Umwelt auf seinen eigenen Körper als solche empfinden - darin besteht die Subjektivität - und ferner dann, wenn er denkt, diesen auch diverse qualitative Eigenschaften zuschreiben (Qualia)
      color von mir

      1.) Unter der von Dir vorgenommenen Einschränkung auf das vierdimensionale Bewusstsein (Damasio: erweitertes Bewusstsein; autobiografisches Selbst; Freud: Ich): Konsens

      2.); 3.) Konsens

      4.) interessant, muss ich noch bissl dran knobeln... ist Denken nichts anderes als die freie Anordnung der Dinge in Raum und Zeit, dann wäre der Zweck des Bewusstseins Handeln zu ermöglichen ... ( in meiner Phil: vierdimensionale Navigation(Behaviour) in der RAS im Gegensatz zur Reaktion des Tieres als 3 dimensionale Navigation in der RAS )

      5.) ok, versteh ich nicht, können denn beim Denken etwa keine physikalischen Vorgänge nachgewiesen werden?

      6.) das würde ich vielmehr dialektisch beantworten, etwa in der Weise, das eben höhere Bewusstseinsstufen auch höhere Stufen der Sozialität ermöglichen <-> voraussetzen

      7.) Spekulationen über Wissensgrenzen und deren Erweiterbarkeit sollten wir (versuchen) auszuklammern, es sei denn es besteht die philosophische Absicht einen Platzhalter für Gott zu schaffen (was ich dann ja wohl akzeptieren muss)

      8.) Finde ich etwas unglücklich ausgedrückt. Die Subjektivität besteht zunächst aus den Leistungen der Sinne, deren Verarbeitung durch das Unterbewusstsein und dessen Antwortsignal in Form der Gefühlswelt.

      Das erweiterte, vierdimensionale Bewusstsein ermöglicht nun vielmehr das Erkennen der eigenen Subjektivität -> Selbstbewusstsein.


      Spannendes Thema.

      mvg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Hi,

      Wenn man sich wie Schrödinger fragt "Was ist Leben", und dann bissl tiefer geht - anstatt die Frage mit einem Fäkal-Postulat zu beenden*, dann also auch mit Fragen des Bewusstseins konfrontiert wird, kommt man zwangsläufig zur Intentionalität. (Brentano)

      Nun gibt es dort m.E. nach zwei entgegengesetzte Richtungen, die von Forschern wie Philosophen begangen werden.

      Die Einen versuchen die Besonderheiten des menschlichen Bewusstseins herauszuarbeiten, und begrenzen diesen Begriff dann auch auf selbiges, andere wiederum gestehen auch zumindest den höheren Tieren ein solches zu.

      Ich sehe mich ja immer der Totalität und der dialektischen Ganzheitlichkeit verpflichtet und würde zunächst konstatieren, das jeder Lebensform gemeinsam ist, sich auf etwas beziehen zu können. Nehmen wir die Pflanze mit ihrer Biochemie. Sie ist bspw. in der Lage sich auf günstige Temperaturen zu beziehen. Leben also ist in der Lage, die seiner Körperlichkeit innewohnende Energie im Gegensatz zur unbelebten Materie gezielt einzusetzen, die Energie zu bündeln, sich auf etwas zu beziehen.

      Drei und vier-dimensionales Bewusstsein (Tier/Mensch) sind dann die evolutionären Weiterentwicklungen.

      Hat jemand noch ein paar schöne Gedanken dazu?


      mvg Philzer


      * was man, zumal Schrödinger sich als Pantheist bekennt, als rein apologetische Funktion des Status Quo erkennen kann
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer