Aristoteles' Tugendethik heute noch anwendbar?

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    • Aristoteles' Tugendethik heute noch anwendbar?

      Hallo alle zusammen,

      ich frage mich gerade, ob Aristoteles und seine Tugendethik heutzutage noch anwendbar ist oder längst veraltet? Aristoteles sagt ja, eine Handlung sei dann moralisch richtig, wenn sie den Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Besonnenheit (Mesotes-Lehre) entspricht. Kann man diese Moralvorstellung heute noch anwenden? Ich muss für den Philosophie-Unterricht ein Referat vorbereiten, dass sich damit befasst, ob Terroristen wie Osama Bin Laden gezielt getötet werden dürfen. Ist es hier angemessen, neben Kant und Utilitarismus auch Aristoteles als dritten Ansatzpunkt zu betrachten oder habt ihr besser Vorschläge? Ich denke, Gerechtigkeit und Klugheit ist hier auf jedenfall erfüllt. Tapferkeit weiß ich nicht sicher und Besonnenheit denke ich eher nicht, weil das mittlere die Gefangenschaft wäre zwischen töten und laufen lassen. Kann mir hier jemand helfen?
    • Hiya @juhuhu77,

      Aus deinem Profil ist kaum was zu entnehmen (Alter, Interessen).


      Nun ja, tradiertes Thema. Es ist ja mithin nicht nur Osama Bin de Laden gewesen.

      juhuhu77 schrieb:

      Tapferkeit weiß ich nicht sicher und Besonnenheit denke ich eher nicht, weil das Mittlere die Gefangenschaft wäre zwischen töten und laufen lassen.
      Tapferkeit ist in jener Bedeutung sehr wichtig, da es die anderen Eigenschaften wesentlich ausmacht. ´Gefangene und Gefangenheit´ ist ein Thema welches bei z.B. @OSchubert sich in der Frechheit der These "Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners" aussagt.

      Zu jener ´Bedeutungsrezeption´: In vieler Hinsicht wird die historische Empirie dessen verkannt bzw. geleugnet bzw. entstellt.
      Afghanistan ist ein armes Land. Früher konnte diese noch nicht einmal die Bearbeitungsgebüren für die Briefpost an die UNO bezahlen.
      Ein Land einer eigentlichen großen Tradition, ehemals der vor.kl. Zeiten Kambodschas und Indiens, auch Pakistans, "Fluchtgebiet" was aus den Flüchtenden aus diversen Grenzländern entstanden ist. Ja teils gab oder gibt es da ja noch ´Salomonische Brunnenanlagen´. siehe auch die ´die Buddhas von Bemian´.

      Gehen wir aber sogleich in die Neuzeit. Nachdem die Franzosen dort auch, wie z.B. speziell in Vietnam, ihre kleinen ´kolonialen Spielwiesen´ hatten, bestand lange Jahre nach dem II. Weltkrieg in Europa, denn ja auch in Afrika, ein Waffenstillstands Vertrag Frankreich mit Afghanistan. Erst ~1973 (weißt jetzt nicht genau) wurde ein ´Friedensvertrag´ beider Länder geschlossen. Afghanistan war dieser Zeiten ´Asiatische Provinz´, interessierte sich keiner für, außer paar Spezialisten wie ich auch. Neben dem eigentlich solcherart üblichen ´konstituionellen Königstum´ bildete sich ein sog. ´Föderalismus´ aus. Die islamischen Gesetze verboten jeglichen Frauen das Lesen und Schreiben, worüber die ´Taliban´ mit Waffen aktiv wachten. Hunderte sind von jenen ´Wächtern der Gesetze und des Glaubens´ jenen Taliban pro Jahr standrechtlich erschossen worden. Das war Kult und Sitte dort. Die Al Kaida war die Elite der Taliban, welche eigentlich ganz seperat von den Taliban waren. Und zu diesen stieß jener Millionär aus Ägypten zur ´Verbesserung´. Da ein Land aber größer ist als eine Hütte, bildeten sich verschiedentliche ´Föderations´-Warlords´ aus, in diversen Provinzen des Landes dort, entbrannten auch bewaffnete Konflikte um die historische Entwicklung des Landes. Dies führte dazu das das Land völlig desolat wurde, und dann zur Folge hatte das die UdSSR dort ´Afghanistan den Krieg´ erklärte. Und diesen Krieg zur, eben eigentlich orientierungslosen, Befriedung der Zustände, denn eben auch ideologischen, dort führte. In diesem Krieg waren die Taliban die einzigsten Verteidiger des Landes.

      Wie auch immer nun im Sinne "Der Teufel USA!" der islamischen Welt, nicht zu vergessen das auch Persien in Iran umbenannt wurde, war freilich die ´islamische Brüderschaft´ auch in Afghanistan damit ideologisch befasst. Man muß sich irgendwelche Velachen und Bauerndörfer als ´zur Verteidigung des Landes´ vorstellen. Osama Bin Laden, Bin übrigens ein Ehrentitel, war Vorsitzender/Chef der Al Kaida. Reiste bisweilen auch mal in die USA um dort Waffen zu kaufen und solches. Während durch gewisse Umstände jene Attentäter des bekannten ´11/9/2001´ in die BRD einreisten (Hamburg), dann zur ´Endausbildung als Passierflugzeugpiloten´ in die USA, dann jenen ´Racheakt´ an den "Teufeln des Imperialismus" ausführten, hatte Saddam Hussein im Irak, gewisser Maßen in einem Schluterschluß mit z.B. Gadhafi in Lybien in der Arabischen Liga (AL), welche vormals ´die Selbständigkeit ihres Staates´ von den Kolonialisten bzw. Imperialisten errungen hatten. Die Imperialisten waren übrigens vornehmlich Europa. Was nach dem ´11/9/2001´ passierte ist soweit bekannt.

      juhuhu77 schrieb:

      ich frage mich gerade, ob Aristoteles und seine Tugendethik heutzutage noch anwendbar ist oder längst veraltet?


      Zweierlei. Einmal ist es ja eine Tugendsethik. Das ist aber angesichts der klassischen Historie auch eines Griechen, vielmehr ´Akademie zu Athen Chefs´, der seiner Zeiten dessen auch Kanzler war, jener Aristoteles hinsichtlich der historischen Ereignisse durchaus zweifelhaft. Und zwar eben was jene ´historische Wirklichkeitesbedeutung der Geschichte´ betraf. Sein Genie ist aber auch wiederum davon getrennt ~ sofern man dieses als solches betrachten kann.
      Ich denke das ist recht wesentlich zu unterscheiden.

      Was jenes des Speziellen der freilich auch Miststückidioten Propaganda der UN und eben et al der idS. NATO betrifft, so hatte man nichts unversucht gelassen dies als solches bis zum kalten Excess durchzuführen.
      Ich denke in diesem Sinne ist die Frage "War es richtig und im Sinne der Tugendhaftigkeit des Aristoteles v.A. Osama Bin Laden zu liquidieren?" so falsch gestellt ist. Man könnte ja auch genauso sagen "Es war in Gottes Auftrag unter Führung der christlichen Geistlichkeit" ~ "swing low sweet chariot!". Vielmehr eben all jenem Milliarden finanzierten Miststücktum aller derer, aller der Opfer der hunderttausenden Toten, hat einerseits schlichthin nur mit der ´Scholastik´ etwas zu tun, und davon eben jenes der "Nach Faschismus kommt Demokratie"-Moral der Neuzeit. Ich denke dies muß man säuberlich trennen.

      Grüße,
      Mithrahee
    • juhuhu77 schrieb:


      juhuhu´77

      Ich muss für den Philosophie-Unterricht ein Referat vorbereiten, dass sich damit befasst, ob Terroristen wie Osama Bin Laden gezielt getötet werden dürfen.
      Hast Du dein Referat schon gehalten? und was hast Du gesagt? Ist es moralisch unbedenklicher mit einem Bombenangriff ( z.B. auf den Irak) relativ unschuldige Menschen zu töten, als gezielt einen Menschen zu töten, der etwas Schlimmes angestellt hat?