Warum gut sein?

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    • Im Hinblick auf ein Ziel gibt es Eigenschaften, die sich als nützlich erweisen. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass diese Eigenschaften selbst gut sind.
      Mit den sog. Sekundärtugenden lässt sich erfolgreich ein KZ leiten.


      "Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. [...] Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben." (Oskar Lafontaine)
    • Die These, dass die Prämisse „Handle stets so, dass du niemandem schadest“ im Sinne von Kants Kategorischen Imperativ greift, ist imo gar nicht mal abwegig.
      Im Wesentlichen bedeutete diese, dass man ganz allgemein auf eine Position wie „Das Bessere ist der Feind des Guten“ zurücktritt. In dem Sinne also nicht dies oder das bekämpft, sondern durch wirksame Alternativen dessen Daseinsberechtigung (Begründbarkeit) unterminieren… Es quasi in einem evolutiven Prozess negieren. Keine Ahnung, ob das auch so gemeint wäre… ^^
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • Mal_Nach_Denken schrieb:

      Riha schrieb:

      ....

      Nach meiner Auffassung ist das Gute nicht bloß "das Böse, was man lässt" ,sondern es muss auch Hilfsbereitschaft hinzukommen.


      Von welchen Prämissen gehst du bei deiner Defintion aus?

      Von keinen. Meine Definition ist eine fundamentale Normensetzung mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen . Normen(Setzungen) aber lassen sich nicht aus Prämissen schlussfolgernd ableiten.

      Ebenso unwiderlegbar könnte jemand definieren: "Gut ist, was mir nützt."
    • Riha schrieb:

      Mal_Nach_Denken schrieb:

      Riha schrieb:

      ....

      Nach meiner Auffassung ist das Gute nicht bloß "das Böse, was man lässt" ,sondern es muss auch Hilfsbereitschaft hinzukommen.


      Von welchen Prämissen gehst du bei deiner Defintion aus?

      Von keinen. Meine Definition ist eine fundamentale Normensetzung mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen . Normen(Setzungen) aber lassen sich nicht aus Prämissen schlussfolgernd ableiten.

      Ebenso unwiderlegbar könnte jemand definieren: "Gut ist, was mir nützt."

      Das "Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen" könnte man durchaus als Prämisse auffassen.

      Man soll die Lebensqualität für die Menschen steigern; wäre dann die Prämisse.
    • Mal_Nach_Denken schrieb:

      Das "Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen" könnte man durchaus als Prämisse auffassen.

      Man soll die Lebensqualität für die Menschen steigern; wäre dann die Prämisse.
      Als Prämisse (lat. praemissa „das Vorausgeschickte“) oder Vordersatz bezeichnet man in der Logik eine Voraussetzung oder Annahme. Sie ist eine Aussage, aus der eine logische Schlussfolgerung gezogen wird. (wikipedia)
    • Riha schrieb:

      Mal_Nach_Denken schrieb:

      Das "Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen" könnte man durchaus als Prämisse auffassen.

      Man soll die Lebensqualität für die Menschen steigern; wäre dann die Prämisse.
      Als Prämisse (lat. praemissa „das Vorausgeschickte“) oder Vordersatz bezeichnet man in der Logik eine Voraussetzung oder Annahme. Sie ist eine Aussage, aus der eine logische Schlussfolgerung gezogen wird. (wikipedia)
      Man könnte das auch als Aussage formulieren: Es ist gut, die Lebensqualität der Menschen zu steigern. -- Daraus könnte man die Schlussfolgerung ziehen: Wenn man Gutes tun will, soll/muss man die Lebensqualität der Menschen steigern.
    • Riha schrieb:

      Mal_Nach_Denken schrieb:

      Das "Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen" könnte man durchaus als Prämisse auffassen.

      Man soll die Lebensqualität für die Menschen steigern; wäre dann die Prämisse.
      Als Prämisse (lat. praemissa „das Vorausgeschickte“) oder Vordersatz bezeichnet man in der Logik eine Voraussetzung oder Annahme. Sie ist eine Aussage, aus der eine logische Schlussfolgerung gezogen wird. (wikipedia)


      Zuerst hat man die Zielsetzung (Verbesserung der Lebensqualität) und wenn Hilfsbereitschaft ein taugliches Mittel dazu ist, die Lebensqualität zu verbessern, dann folgt daraus, sich die Eigenschaft der Hilfsbereitschaft anzueignen.

      Die Setzung liegt meines Erachtens an ganz anderer Stelle und wird weniger vom Menschen gemacht, sondern ist vielmehr natürlich vorgegeben:

      Jeder Mensch strebt nach dem Angenehmen.
    • Mal_Nach_Denken schrieb:



      Zuerst hat man die Zielsetzung (Verbesserung der Lebensqualität) und wenn Hilfsbereitschaft ein taugliches Mittel dazu ist, die Lebensqualität zu verbessern, dann folgt daraus, sich die Eigenschaft der Hilfsbereitschaft anzueignen.

      Die Setzung liegt meines Erachtens an ganz anderer Stelle und wird weniger vom Menschen gemacht, sondern ist vielmehr natürlich vorgegeben:

      Jeder Mensch strebt nach dem Angenehmen.
      Das Streben des Menschen nach dem Angenehmen ist ein Naturgesetz, eine "Setzung durch die Natur" würdest du vielleicht sagen ,aber so spricht man nicht in der Wissenschaft bzw. Philosophie. Ethische Normen /Setzungen entstehen erst durch Verhaltensforderungen des Menschen an den Menschen.
    • Riha schrieb:

      Mal_Nach_Denken schrieb:



      Zuerst hat man die Zielsetzung (Verbesserung der Lebensqualität) und wenn Hilfsbereitschaft ein taugliches Mittel dazu ist, die Lebensqualität zu verbessern, dann folgt daraus, sich die Eigenschaft der Hilfsbereitschaft anzueignen.

      Die Setzung liegt meines Erachtens an ganz anderer Stelle und wird weniger vom Menschen gemacht, sondern ist vielmehr natürlich vorgegeben:

      Jeder Mensch strebt nach dem Angenehmen.
      Das Streben des Menschen nach dem Angenehmen ist ein Naturgesetz, eine "Setzung durch die Natur" würdest du vielleicht sagen ,aber so spricht man nicht in der Wissenschaft bzw. Philosophie. Ethische Normen /Setzungen entstehen erst durch Verhaltensforderungen des Menschen an den Menschen.

      Ethischer Normen sind aber nicht vollkommen losgelöst von unserer natürlichen Umgegebung. Unmögliches darf in einer vernünftigen Ethik nicht gefordert werden.
      Eine zweckmäßige Ethik orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen des Menschen.
      Das Ziel der Ethik ist, dass jeder Mensch den Zustand des Angenehmen erreicht. Die Streitpunkte in der Ethik drehen hauptsächlich darum, wie man dieses Ziel erreicht.
    • Mal_Nach_Denken schrieb:


      Ethischer Normen sind aber nicht vollkommen losgelöst von unserer natürlichen Umgegebung. Unmögliches darf in einer vernünftigen Ethik nicht gefordert werden.
      Eine zweckmäßige Ethik orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen des Menschen.

      Einverstanden. Der Mensch wäre in seinem gesunden und natürlichen Eigeninteresse überfordert, wenn er z.B. all seine Habe mit allen notleidenden Menschen der Welt teilen und dabei eine erhebliche Verschlechterung seines Lebensstandards in Kauf nehmen müsste. Ich glaube ,auch innerhalb der Eurozone wären bei einer Einführung einer dauerhaften Fiskalunion die Menschen in den Geberländern moralisch überfordert.
    • Gut==aufmerksam?

      Hancock schrieb:

      Das Böse ist eine Verweigerung der Aufmerksamkeit.

      Müsstest du mal erläutern. Sind für mich Birnen und Äpfel. Stichwort Stalker - zuviel Aufmerksamkeit an der falschen Stelle. Moralisch zu begrüßen?
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind. (A. Camus)
    • Riha schrieb:

      Hancock schrieb:

      Die Frage "Warum gut sein?" entspricht der Frage "Warum aufmerksam sein?"
      Ich kann sehr aufmerksam verfolgen ,wo A sein Geld versteckt (um es ihm später zu klauen) . Bin ich dann gut? ?(

      Da fehlt ja schon die gute Absicht und es folgt entsprechend eine ungute Tat.
      Aufmerksam sein, bedeutet doch nicht, z.b. eine Schwäche oder eine Unaufmerksamkeit von anderen auszubaldowern, um diese dann zu schädigen.
      Wer schlecht/böse handelt, weiß nicht was er tut. Und, er will es auch gar nicht wissen.
      Aufmerksamkeit oder Achtsamkeit im Handeln ist zunächst völlig wertfrei.
      Wenn wir Sprache und Denken aufgeben, können wir über alles hinausgehen. (Meister Sosan)
      „Langfristig gesehen sind wir alle tot“ (Meister Keynes)
    • Geworfener schrieb:

      Hancock schrieb:

      Das Böse ist eine Verweigerung der Aufmerksamkeit.

      Müsstest du mal erläutern. Sind für mich Birnen und Äpfel. Stichwort Stalker - zuviel Aufmerksamkeit an der falschen Stelle. Moralisch zu begrüßen?

      Ein Stalker ist unaufmerksam.
      Er verfolgt eine fixe Idee, eine Wahnidee und belästigt Leute.
      Er erkennt die ganze Wirklichkeit seiner Handlungen nicht.
      Möglicherweise auf Grund einer Erkrankung.
      Wenn wir Sprache und Denken aufgeben, können wir über alles hinausgehen. (Meister Sosan)
      „Langfristig gesehen sind wir alle tot“ (Meister Keynes)
    • Ich halte es da mit G. E. Moore. Ihr versucht gerade das, was G. E. Moore den naturalistischen Fehlschluss nennt.

      fair-use.org/g-e-moore/principia-ethica/s.10
      "Yet a mistake of this simple kind has commonly been made about "good." It may be true that all things which are good are also something else, just as it is true that all things which are yellow produce a certain kind of vibration in the light. And it is a fact, that Ethics aims at discovering what are those other properties belonging to all things which are good. But far too many philosophers have thought that when they named those other properties they were actually defining good; that these properties, in fact, were simply not "other," but absolutely and entirely the same with goodness. This view I propose to call the "naturalistic fallacy" and of it I shall now endeavour to dispose."


      Man kann Gutsein nicht mit einer anderen Eigenschaft gleichsetzen.
      Aufmerksamkeit oder Achtsamkeit sind allenfalls Hilfstugenden, d.h. wenn man diese Eigenschaft erfüllt, kann man trotzdem durch sein Handeln zu einem Massenmord beitragen.
    • Mal_Nach_Denken schrieb:

      Ich halte es da mit G. E. Moore. Ihr versucht gerade das, was G. E. Moore den naturalistischen Fehlschluss nennt.


      1.Man kann Gutsein nicht mit einer anderen Eigenschaft gleichsetzen.
      2.Aufmerksamkeit oder Achtsamkeit sind allenfalls Hilfstugenden, d.h. wenn man diese Eigenschaft erfüllt, kann man trotzdem durch sein Handeln zu einem Massenmord beitragen.



      @1: Ich schrieb nicht : Gut = achtsam ,sondern Achtsamkeit führt zum Gutsein.

      @2:Achtsamkeit (Wikipedia :"engl. mindfulness) kann als Form der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit einem besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand verstanden werden, als spezielle Persönlichkeitseigenschaft sowie als Methode zur Verminderung von Leiden im weitesten Sinne") kann nicht zum Massenmord beitragen ,Das wäre ein Widerspruch ,da Achtsamkeit per Def. auf die Verminderung von Leid abzielt.
    • Riha schrieb:

      ....

      @2:Achtsamkeit (Wikipedia :"engl. mindfulness) kann als Form der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit einem besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand verstanden werden, als spezielle Persönlichkeitseigenschaft sowie als Methode zur Verminderung von Leiden im weitesten Sinne") kann nicht zum Massenmord beitragen ,Das wäre ein Widerspruch ,da Achtsamkeit per Def. auf die Verminderung von Leid abzielt.


      Das wäre erst dann kein Widerspruch, wenn die Verminderung von Leid auf alle Gruppen abzielt und man nicht manche Gruppen von dieser Absicht ausnimmt.