Warum gut sein?

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    • Warum gut sein?

      1) Was treibt uns (religiöse speziell Christen wie Nichtreligiöse speziell Atheisten) an bzw. fordert uns zu recht auf gut zu sein?

      2) Warum gut sein und nicht böse?

      3) Sind religiöse speziell Christen allgemein ethisch die besseren Menschen weil sie von einer anderen ethischen Position her argumentieren und handeln besser als Nichtreligiöse speziell Atheisten oder sind diese allgemein die besseren Menschen?

      4) Ist ein Bezug bzw. eine Rückbesinnung auf die Bibel und ihre Werte notwendig oder eher hinderlich für eine moralische Orientierung in der heutigen Zeit?

      Was denkt ihr?
      (Ihr könnt am besten mit Zahlen auch gern zu einem einzelnen Punkt etwas beitragen)
    • zu 1) Wenn ich gut zu anderen bin, ist die Wahrscheinlichkeit höher dass die anderen gut zu mir sind, da ich Egoist bin, will ich das.

      zu 2) Böse sein geht nur solange gut, bis ich auf jmd treffe, der boshafter und stärker ist, deshalb siehe 1)

      zu 3) es gibt ne Studie die dieses Vorurteil widerlegt. Von der Religiösität eines Menschen kann man nicht auf sein Verhalten schließen. (Wenn ich diese Studie finde, werd ich den Link posten: zwar kein Link aber der Name der Studie Paul M. Zulehner/Hermann Denz, "Wie Europa lebt und glaubt - Europäische Wertestudie Düsseldorf 2". 1994, 198 )

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    • nochmal zu 3) eher spielt hier Bildung, sozialer Stand und die persönliche Einstellung zur Ethik eine Rolle, alles andere sind Propaganda-Lügen beider Lager. Außerdem beruft sich auch der Religiöse nur auf seine eigene Ethikvorstellungen mit dem Zusatz: "Achja übrigens ist Gott genau meiner Meinung"

      Der Islam, das Christentum und Judentum berufen sich auf den selben Gott, und man sieht ja wie verschieden sie sind.

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    • Damit alle wissen von was die Rede ist:

      „In der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich einschnürt, musst du die Frucht deines eigenen Leibes essen, das Fleisch deiner Söhne und Töchter, die dir der Herr, dein Gott, geschenkt hat. Der weichlichste und verwöhnteste Mann blickt dann bei dir missgünstig auf seinen Bruder, auf die Frau, mit der er schläft, und auf den Rest der Kinder, die er noch übrig gelassen hat, und möchte niemandem etwas abgeben von dem Fleisch seiner Kinder, das er isst, weil ihm keine Nahrung mehr übrig geblieben ist in der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich in allen deinen Städten einschnürt. Die weichlichste und verwöhnteste Frau, die noch nie versucht hat, ihren Fuß auf die Erde zu setzen vor lauter Verwöhntheit und Verweichlichung, blickt missgünstig auf den Mann, mit dem sie schläft, auf ihren Sohn und ihre Tochter, auf die Nachgeburt, die zwischen ihren Beinen hervorkommt, und auf die Kinder, die sie noch gebären wird; denn sie will sie heimlich essen, weil sie nichts mehr hat in der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich in allen deinen Städten einschnürt. Wenn du nicht auf alle Worte dieser Weisung, die in dieser Urkunde aufgezeichnet sind, achtest und sie hältst, aus Furcht vor diesem herrlichen und Furcht erregenden Namen, vor Jahwe, deinem Gott, wird der Herr die Schläge, die er dir und deinen Nachkommen versetzt, über alles Gewohnte hinaus steigern zu gewaltigen und hartnäckigen Schlägen, zu schlimmen und hartnäckigen Krankheiten.“

      Die einzige Weisung an dieser Stelle ist: In der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich einschnürt, musst du die Frucht deines eigenen Leibes essen, das Fleisch deiner Söhne und Töchter, die dir der Herr, dein Gott, geschenkt hat.
      Die schwächste Form der Interpretation ist die Sache beim Wort zu nehmen da aus dem Rest nicht klar hervorgeht was man nun machen soll, um sich und seine Nachkommen vor " Schläge, die er (Jahwe/Gott) dir und deinen Nachkommen versetzt, über alles Gewohnte hinaus steigern zu gewaltigen und hartnäckigen Schlägen, zu schlimmen und hartnäckigen Krankheiten.“ zu retten, steht man in der Situation ziemlich blöd da .

      Da du ja siehst, dass die Bibel sehr auslegungsfähig ist, ist es noch ein Grund mehr, sie nicht zur "Rückbesinnung" und Begründung einer allgemein verbindlichen Ethik zu verwenden

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Ondrio ()

    • sammler schrieb:

      4) Ist ein Bezug bzw. eine Rückbesinnung auf die Bibel und ihre Werte notwendig oder eher hinderlich für eine moralische Orientierung in der heutigen Zeit?
      Intellektuelle Integrität sehe ich als die notwendige Grundtugend an, die es überhaupt erlaubt eine Wahrnehmung der (sozialen) Umwelt zu haben, die nicht völlig verzerrt von unmittelbaren, eigenen Interessen und Launen ist. Ein Buch, das über weite Stück vage bis beliebig und zum Teil aussagenlogisch eklatant widersprüchlich verfasst ist, untergräbt jede intellektuelle Integrität, da sich im Grunde fast jede Handlung mit einer Stelle rechtfertigen lässt - und somit auch die Durchsetzung eigener Interessen. Und diese funktionale Missbrauchbarkeit ist mMn. auch eine wichtige Ursache der sozialen Durchsetzungsfähigkeit von organisierter Religiosität.
    • Ondrio schrieb:

      Damit alle wissen von was die Rede ist:

      „In der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich einschnürt, musst du die Frucht deines eigenen Leibes essen, das Fleisch deiner Söhne und Töchter, die dir der Herr, dein Gott, geschenkt hat. Der weichlichste und verwöhnteste Mann blickt dann bei dir missgünstig auf seinen Bruder, auf die Frau, mit der er schläft, und auf den Rest der Kinder, die er noch übrig gelassen hat, und möchte niemandem etwas abgeben von dem Fleisch seiner Kinder, das er isst, weil ihm keine Nahrung mehr übrig geblieben ist in der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich in allen deinen Städten einschnürt. Die weichlichste und verwöhnteste Frau, die noch nie versucht hat, ihren Fuß auf die Erde zu setzen vor lauter Verwöhntheit und Verweichlichung, blickt missgünstig auf den Mann, mit dem sie schläft, auf ihren Sohn und ihre Tochter, auf die Nachgeburt, die zwischen ihren Beinen hervorkommt, und auf die Kinder, die sie noch gebären wird; denn sie will sie heimlich essen, weil sie nichts mehr hat in der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich in allen deinen Städten einschnürt. Wenn du nicht auf alle Worte dieser Weisung, die in dieser Urkunde aufgezeichnet sind, achtest und sie hältst, aus Furcht vor diesem herrlichen und Furcht erregenden Namen, vor Jahwe, deinem Gott, wird der Herr die Schläge, die er dir und deinen Nachkommen versetzt, über alles Gewohnte hinaus steigern zu gewaltigen und hartnäckigen Schlägen, zu schlimmen und hartnäckigen Krankheiten.“

      Die einzige Weisung an dieser Stelle ist: In der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich einschnürt, musst du die Frucht deines eigenen Leibes essen, das Fleisch deiner Söhne und Töchter, die dir der Herr, dein Gott, geschenkt hat.
      Die schwächste Form der Interpretation ist die Sache beim Wort zu nehmen da aus dem Rest nicht klar hervorgeht was man nun machen soll, um sich und seine Nachkommen vor " Schläge, die er (Jahwe/Gott) dir und deinen Nachkommen versetzt, über alles Gewohnte hinaus steigern zu gewaltigen und hartnäckigen Schlägen, zu schlimmen und hartnäckigen Krankheiten.“ zu retten, steht man in der Situation ziemlich blöd da .

      Da du ja siehst, dass die Bibel sehr auslegungsfähig ist, ist es noch ein Grund mehr, sie nicht zur "Rückbesinnung" und Begründung einer allgemein verbindlichen Ethik zu verwenden


      Das ist sie ohnehin. In diesem Fall würde ich aber empfehlen, in Kapitel 28 bei Vers 1 zu beginnen und Vers 15 nicht zu überlesen. Wer die Bibel ohne Verse zitiert, scheint von derlei Gründlichkeit Abstand zu nehmen und auf das Gepöbel anderer - meist kirchen- oder religionsfeindlicher oder -geschädigter Positionen - zu setzen und deren "Auslese" bloß zu übernehmen.
      Zumindest hat man hier und in anderen Foren ab und zu derlei Begegnungen.
    • Zu 1)
      In den weitaus meisten Fällen bin ich "der/die andere". Spreche ich anderen ihre Rechte zu, spreche ich mir selbst eben diese Rechte zu.

      Zu 2)
      Weder noch. "Gut" und "Böse" sind weithin beliebige Begriffe. Gerecht fällt da auch mit rein. Müsste da nicht zuerst mal definiert sein, was überhaupt unter die Begriffe fällt?

      Zu 3)
      Nein. Wieso? Das beansprucht doch sowieso jede Religion implizit für sich. Warum sollte man das davon abhängig machen können?

      Zu 4)
      Die "Werte" der Bibel (wie auch anderer religiöser Texte) sind weithin beliebig (Interpretation). Also: Nein. Warum auch.
      Gruß,
      n0\/0n

      deutsch.
      think, tank.
    • 1) Was treibt uns (religiöse speziell Christen wie Nichtreligiöse speziell Atheisten) an bzw. fordert uns zu recht auf gut zu sein?

      Tja was uns im einzelnen antreibt gute Frage. Bei manchem Religiösen die Furcht vor Strafe oder die Hoffnung auf Belohnung, bei manchem Atheisten vielleicht irgendein Idealismus, aber meistens sind es doch ganz andere Gründe "gut" oder "böse" zu handeln. Aber jeder handelt trotzdem "irgendwie" und das muss ein Individuum auch, wenn es Bestand haben will, es muss sich den Regeln, die bestimmen, wie alles funktioniert, unterordnen (vgl. den Weltlogos bei Heraklit). Dieser Logos zwinkt einen sich an die Regeln anzupassen, etwas anderes geht gar nicht.

      2) Warum gut sein und nicht böse?

      Eigentlich eine unsinnige Frage, weil "gut" oder "böse" aufgeblasene Wörter sind, deren Bedeutung nicht eindeutig ist und die man daher auch nicht abstrahieren oder idealisieren sollte. Vielmehr kann man "etwas-fördend" handeln oder "etwas-schadend" handeln. z.B. gesunde Ernährung ist gesundheitsfördend, aber nicht wirklich "gut" an sich, dass ist für einen subjektiv nur der Fall, wenn man sich dem Wert "Gesdundheit" verschreibt, dann kann man selber vlt. sagen, dass gesunde Ernährung "gut" ist. Aber die Reichweite dieser Aussage ist dann sehr begrenzt. Jemand, der an einem kurzen Leben interessiert ist, der könnte nämlich innerhalb seines Denksystems sagen, dass ungesunde Ernährung (also das "etwas-schadende" Verhalten) gut ist.


      3) Sind religiöse speziell Christen allgemein ethisch die besseren Menschen weil sie von einer anderen ethischen Position her argumentieren und handeln besser als Nichtreligiöse speziell Atheisten oder sind diese allgemein die besseren Menschen?

      Nein sicher nicht, vgl. nur die entsprechenden Bibelstellen oder anderes. Das ist nicht unbedingt ein Kritikpunkt an der Bibel selbst, sie ist einfach schon extrem alt. Ethik/Moral entwickelt sich weiter, sie ist nichts statisches (vgl. z.B. Akzeptanz der Sklaverei bei antiken Moralgröße) . Deswegen ist es tendenziell eher schlecht sich auf eine Autorität zu beziehen, die sich nicht mehr weiterentwickeln kann. Atheisten habe häufig den Vorteil sich auf ein neuere Ethik zu beziehen, die die Fehler der alten auszubügeln versucht. Aber in der Praxis heißt das ja lange noch nicht, das sich alle dran halten. Es mag Christen geben, die in vielem weiter gehen als die Bibel (vgl. christliche Vegetarier, müssten die nicht von der Bibel her), aber auch Atheisten, die keiner Ethik folgen oder einer rückständigeren als z.B. in der Bibel.

      4) Ist ein Bezug bzw. eine Rückbesinnung auf die Bibel und ihre Werte notwendig oder eher hinderlich für eine moralische Orientierung in der heutigen Zeit?
      Sie 3)

      Lg Arturo
    • ArturoBenedetti schrieb:

      4) Ist ein Bezug bzw. eine Rückbesinnung auf die Bibel und ihre Werte notwendig oder eher hinderlich für eine moralische Orientierung in der heutigen Zeit?

      Berufung auf die Bibel ergibt eine Hörigkeitsmoral: ich bin verpflichtet, x zu tun (bzw. x ist gesollt), weil Gott x befohlen hat und deswegen x als Gottes Befehl in der Bibel steht. Problem einer solchen Moral ist, dass der Berufene hörig zu sein hat, so dass ihm systematisch keine Kompetenz zukommt, eine Berufung zu überdenken oder gar abzulehnen. Also kann der Berufene statt auf die Bibel auch auf (beispielsweise) NS-Schrifttum verpflichtet werden: und der Berufene gehorcht sogar, weil er im Gehorsam als Anhänger einer Hörigkeitsmoral keinerlei ethisches Problem zu erkennen vermag.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
    • Fliege schrieb:

      Berufung auf die Bibel ergibt eine Hörigkeitsmoral: ich bin verpflichtet, x zu tun (bzw. x ist gesollt), weil Gott x befohlen hat und deswegen x als Gottes Befehl in der Bibel steht. ...
      Der Mörder ist immer der Gärtner ;)

      Oder doch ich sein Butler *lach*

      • (v. anglofranzösisch: butiller die Flasche servieren) den „ranghöchsten“ Diener im angelsächsischen Traditionsbereich
    • Hallo Sammler

      1) Was treibt uns (religiöse speziell Christen wie Nichtreligiöse speziell Atheisten) an bzw. fordert uns zu recht auf gut zu sein?
      • Aus psychoanalytischer Sicht möchte ich behaupten, zählt diese Art von Werten/ Normen zu dem kritischen Eltern-Ich, welches sich im laufe des Prozesses des Erwachsenwerdens vollzieht. Wenn du gut sein im Sinne des einhaltens der Gebote und Verbote meinst, dann vielleicht auch der Gewohnheit wegen. Darüber hinaus aus der Angst vor Repressalien.
      2) Warum gut sein und nicht böse?
      • Ich empfinde die Frage zu unkonkret - in welchen Zusammenhang steht deine Frage, kannst du mir ein Bsp. geben?
      • In Bezug auf die Praxis verstehe ich darunter: Ich denke Moral liegt in uns und kann nicht von außen an uns heran getragen werden - auch wenn ich eine Beeinflussung durch Erziehung, dann aber auch primär im Sinne zu etwas hinziehend, im Idealfall zu der eigenen Natur, einräume. C. G. Jung vertritt die Auffassung, dass ein Mangel an Individualität zu einem Mangel an Werten in der Gesellschaft führt. Es geht m. M. nach nicht um die Frage ob jemand mich für gut oder böse hält - hier als gesetzeskonform, formeller Natur verstehend. Die Frage die ich mir persönlich stelle, welche Natur liegt in mir, wie bin ich, was ist mir wichtig. D. h. in dem ich mich besser kennen lerne, entdecke und erfinde ich, meiner Natur entsprechend, meine eigenen Werte. Die Frage stellt sich mir damit nicht, im Kontext zum gelebten Leben (Praxis).
      3) Sind religiöse speziell Christen allgemein ethisch die besseren Menschen weil sie von einer anderen ethischen Position her argumentieren und handeln besser als Nichtreligiöse speziell Atheisten oder sind diese allgemein die besseren Menschen?
      • Ich denke, dass eine nicht unerhebliche Anzahl von Christen ein Bild von einem Menschen in sich trägt, gerade von Moralvorstellungen und von der Natur des Menschen, was wiederum zu einer Beschneidung des Menschen in seinem Sein führt. Besser, im Sinne von einer gesunden Erziehung von Kindern/ Jugendlichen halte ich dies für fragwürdig. Die Natur des Menschen ist eine andere, als es das Christentum proklamiert.
      4) Ist ein Bezug bzw. eine Rückbesinnung auf die Bibel und ihre Werte notwendig oder eher hinderlich für eine moralische Orientierung in der heutigen Zeit?
      • siehe hierzu 2) und 3)
      Gruß, 8472
    • sammler schrieb:

      2) Warum gut sein und nicht böse?
      Man kann sich in der Tat fragen, ob immer "gut" zu sein nicht auf die Dauer ganz schön "böse" sein kann. Man denke an East of Eden von J. Steinbeck. Hier greift Steinbeck den großen Mythos von Kain und Abel auf.

      Mir gefallen denn auch in der Heiligen Schrift die Stellen besonders gut, die eben scheinheilige Pharisäer und Priester schelten und Barmherzigkeit und Vergebung predigen, wie: "Wer unter Euch ohne Sünde sei, der werfe den ersten Stein" oder das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

      Insgesamt kann man aber wohl doch sagen, dass jedwedes Schwarz/Weiss-Denken sicherlich nicht viel Gutes beherbergen kann ausser einer scheinheiligen Fratze des guten Anscheins. :saint:
    • Granathos schrieb:

      sammler schrieb:

      2) Warum gut sein und nicht böse?
      Man kann sich in der Tat fragen, ob immer "gut" zu sein nicht auf die Dauer ganz schön "böse" sein kann. Man denke an East of Eden von J. Steinbeck. Hier greift Steinbeck den großen Mythos von Kain und Abel auf.

      Mir gefallen denn auch in der Heiligen Schrift die Stellen besonders gut, die eben scheinheilige Pharisäer und Priester schelten und Barmherzigkeit und Vergebung predigen, wie: "Wer unter Euch ohne Sünde sei, der werfe den ersten Stein" oder das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

      Insgesamt kann man aber wohl doch sagen, dass jedwedes Schwarz/Weiss-Denken sicherlich nicht viel Gutes beherbergen kann ausser einer scheinheiligen Fratze des guten Anscheins. :saint:

      Ich denke geben ist seliger den nehmen ist nicht nur eine Floskel lieber Granathos.
      Schlage deine Augen (innerlich) nieder bei jeder direkten Begegnung verweile in Hilfsbereitschaft dann wirst Du Schönheit erfahren.
      Lasse dann das Schöne (Nicht nur Frauen werden so für Männer als besonders "schön" empfunden sondern auch Männer aber auf eine andere Art)
      Alles erscheint plötzlich in Schönheit getaucht wenn man das Schöne an sich vorüberziehen sieht.
      Hafte dann nicht daran.
      Und so nachdem alle Angst durch diese in Schönheit getauchte Welt plötzlich verschwunden ist sprudelt ein Gefühl der Liebe nur so aus einem heraus.
      Und das alles weil man sich nicht über die anderen stellt sondern sich ihnen unterzuordnen bereit ist.
      Es ist eine Liebe die in der Ruhe wieder abflaut aber bei Beibehaltung dieser inneren Einstellung nichts für sich zu fürchten und zu wollen nicht vergeht sondern immer wieder die Welt in Schönheit taucht und bedingungslose Liebe hervorzaubert.


      Kennst Du den Film "Enfesselt" mit Jet Li?

      Er entdeckt die Schönheit des Klaviestimmens das Morgan Freeman ihm beibringt und dann es auch spielen.
      Nachdem seine Mutter ermordet wurde entführt ihn der Mörder legt ihm ein Halsband um und tut so als sei er der der ihn von der Straße aufgelesen habe.
      Er ist ein Geldeintreiber. Und Jet Li wenn ihm von diesem das Halsband abgenommen wird aber nur dann verprügelt andere Ganoven bis es ihm wieder angelegt und er wieder in Lethargie versinkt.
      In seiner Zelle in der er Nachts über eingeschlossen ist hängt sein Teddy über ihm den er noch zu fassen bekam als er vom Mörder seiner begabten klavierspielenden Mutter deren Ermordung er durch einen Spalt aus einem Schrank selbst mit ansehen musste aus der Wohnung gezerrt wurde.
      In seiner Zelle ist das einzige was ihm sonst noch gegeben ist ein ABC Buch mit einem Pianobild unter dem Buchstaben P.
      Als er wieder Ganoven verprügeln soll trifft er mit einer Signalldressurlampe alleingelassen die das Halsband ersetzen soll in einem Keller auf den blinden Klavierstimmer Morgan Freeman der dort alte Klaviere stimmen soll.
      Und dort erlebt Jet die Schönheit seines ersten noch ungestimmten Klaviertons.
      Der blinde Morgan Freeman hat noch eine Tochter. Sein Blick ist stets wenn er ihnen begenet scheu niedergeschlagen und ängslich.
      Im Verlauf der Handlung entdeckt er die Schönheit der Dinge. Einer reife Melone deren reif sein man erfährt indem man an ihr klopft und die wenn sie reif ist gut ist.
      Einmal schließlich erfährt er von Morgan nachdem er einen Kuss auf die Wange von dessen Tochter bekommen hat den er diesem auf dessen Nachfrage als feucht und reif beschreibt dass es hier anders sei das hier gut nicht gleich reif bedeutet.

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    • rickson schrieb:

      Soll man gut sein, damit man in den Himmel kommt ? Das würde bedeuten, dass man gut sein soll, damit man nach dem Tod glücklich ist, weil man dann in denHimmel kommt und nicht in die Hölle.

      Oder soll man gut sein, weil dann das Glück der gesamten Menschheit zunimmt ?

      Hallo rickson.

      Wer frei von Verlustangst um sich selbst ist bereit ist Leben Beruf und Familie aufzugeben im Vertrauen auf Gott mit einer Einstellung der Dankbarkeit auch für "die kleinen Dinge" (Polarität Angst - Liebe) der ist auf dem besten Weg die Erde für sich zum Himmel zu machen und für andere.

      Jesus hörte nicht auf zu betonen : "Fürchtet euch nicht"

      Eine Hölle gibt es nicht der Satan ist die eigene Verlustangst. Diese führt zu einem Verlangen nach Gerechtigkeit am eigenen EGO dies führt zu Hass.
      Man muß das Übel nicht Satan sondern Krankheit die Gott heilt wenn man auf ihn vertraut mit der Wurzel ausreißen.
      Liebe ist der Gegenpol zur Verlustangst. Ist die Verlustangst mit der Wurzel erst einmal ausgerissen ordnet man sich Menschen und Tieren unter erscheint die Welt in Schönheit getaucht.
      Und Liebe zum Lebendigen überkommt einen und alles wird noch schöner als es schon ist denn besonders schön wird was man mit Liebe betrachtet.
      Man sollte das Schöne aber nicht versuchen festzuhalten. Deshalb glaube ich war Jesus auch stets auf Wanderschaft.
      Und wenn die Schönheit aus der Welt wieder schwindet tritt unvermittelt Güte ein eine Güte die alles Leben dem man begegnet umfasst.
    • sammler schrieb:

      1) Was treibt uns (religiöse speziell Christen wie Nichtreligiöse speziell Atheisten) an bzw. fordert uns zu recht auf gut zu sein?

      2) Warum gut sein und nicht böse?

      3) Sind religiöse speziell Christen allgemein ethisch die besseren Menschen weil sie von einer anderen ethischen Position her argumentieren und handeln besser als Nichtreligiöse speziell Atheisten oder sind diese allgemein die besseren Menschen?

      4) Ist ein Bezug bzw. eine Rückbesinnung auf die Bibel und ihre Werte notwendig oder eher hinderlich für eine moralische Orientierung in der heutigen Zeit?

      Was denkt ihr?
      (Ihr könnt am besten mit Zahlen auch gern zu einem einzelnen Punkt etwas beitragen)

      Wir sind sowohl gut wie auch böse.
      Warum diese Selektionen?
      Die Bibel enthält viele alte Geschichten und Mythen, die Grundstein für viele Kriege usw. waren.
      Wenn wir Sprache und Denken aufgeben, können wir über alles hinausgehen. (Meister Sosan)
      „Langfristig gesehen sind wir alle tot“ (Meister Keynes)
    • sammler schrieb:

      1) Was treibt uns (religiöse speziell Christen wie Nichtreligiöse speziell Atheisten) an bzw. fordert uns zu recht auf gut zu sein?
      vielleicht die liebe?


      2) Warum gut sein und nicht böse?
      was meinst du selber was besser wäre?


      3) Sind religiöse speziell Christen allgemein ethisch die besseren Menschen weil sie von einer anderen ethischen Position her argumentieren und handeln besser als Nichtreligiöse speziell Atheisten oder sind diese allgemein die besseren Menschen?
      das kannst du nicht verallgemeiners, jede gruppe beinhaltet gute und auch schlechte elemente


      4) Ist ein Bezug bzw. eine Rückbesinnung auf die Bibel und ihre Werte notwendig oder eher hinderlich für eine moralische Orientierung in der heutigen Zeit?
      weder noch

      Was denkt ihr?
      (Ihr könnt am besten mit Zahlen auch gern zu einem einzelnen Punkt etwas beitragen)
      was ich denke, sage ich nicht, sonst würde ich es ja sagen und nicht denken ;)
      Du bist der Herr des ungesprochenen Wortes und das gesprochene Wort ist Herr über Dich.