Satz vom zu vermeidenden Widerspruch

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    • Angenommen:
      O1. Auf dem Stuhl an der Raumstelle r sitzt zum Zeitpunkt t Frau Meier.
      O2. Auf dem selben Stuhl an der selben Raumstelle r sitzt zum selben Zeitpunkt t Herr Müller.

      O1 und O2 sollen Tatsachen sein bzw. der Fall sein und somit ontologisch.

      Nun sagen wir etwas über O1 und O2 aus.
      A1 über O1: "Auf dem Stuhl an der Raumstelle r sitzt zum Zeitpunkt t Frau Meier".
      A2 über O2: "Auf dem Stuhl an derselben Raumstelle r sitzt zum selben Zeitpunkt t Herr Müller".
      Es gilt ferner: "Frau Meier ist nicht Herr Müller".

      Aus A2 wird A2': "Auf dem Stuhl an Raumstelle r sitzt zum Zeitpunkt t nicht Frau Meier.

      Nun kommt der Satz der Logik vom ausgeschlossenen Widerspruch hinzu, der lautet: Zwei einander widersprechende Aussagekönnen n nicht zugleich zutreffen.

      Hinsichtlich A1 und A2' ergibt sich: "Auf dem Stuhl an der Raumstelle r sitzt zum Zeitpunkt t Frau Meier" und "Auf dem Stuhl an der Raumstelle r sitzt zum Zeitpunkt t nicht Frau Meier" widersprechen sich.

      Daraus folgt:
      Entweder ist A1 wahr und A2' falsch, oder A1 ist falsch und A2' ist wahr, und insbesondere können A1 und A2' nicht zugleich wahr sein.

      Wahrheit einer Aussage liegt vor, wenn das, was ausgesagt wird, eine Tatsache ist bzw. der Fall ist.

      Da sich die Aussagen A1 und A2 auf Tatsachen beziehen sollen, ergibt sich die ontologische Betrachtung, dass nicht O2 der Fall ist, wenn O1 der Fall ist, und nicht O1 der Fall ist, wenn O2 der Fall ist.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
    • Philosophius schrieb:

      Hallo,
      ich studiere im 1.Semester Philosophie und muss etwas schriftlich abgeben.
      Ich muss den Satz des zu vermeidenden Widerspruchs ontologisch erklären und ihn beweisen.
      Kann mir jemand dabei helfen ?
      Was dieser aussagt, weiß ich bereits.
      Einfach schreiben, wenn jemand was weiß, danke! :saint: :)

      Nur ein paar Bemerkungen noch zur Beweisbarkeit:
      in der klassischen Logik gilt er eigentlich als Fundament, das seinerseits nicht beweisbar ist. Auch der Versuch, ihn aus:
      p ODER nicht-p (dies sei als Axiom gesetzt und p sei eine beliebige sinnvolle Aussage) herzuleiten, scheitert. Die Negation des Satzes vom Widerspruch erhalte ich durch Negation von p ODER nicht-p, also: nicht-p UND p; Wenn ich die beiden Sätze in das Schema: "p ODER nicht-p" einsetze, erhalte ich keinen Widerspruch und die Aussage "p UND nicht-p" kann nicht widerlegt werden.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von hel () aus folgendem Grund: Korrektur eines Irrtums

    • Habt Ihr eigetnlcih alle die gleiche Aufgabe? eines verstehe ich nicht: Ihr sprecht immer vom "Satz vom zu vermeidenden Widerspruch". Das ist doch eine hinterhältige Tücke. Damit fängt es doch schon einmal an. Einen solchen Satz gibt es nicht. Es gibt nur einen "Satz des Widerspruchs" und das ist etwas völlig anderes. Man unterscheidet in der klassischen Logik üblicher Weise 4 logische Sätze, und ich möchte sie einmal auf fünf erweitern:

      1. Der Satz der Identität (a gleich a).
      2. Der Satz vom Unterschied (a ungleich b). Der Satz stammt von Hegel und ich habe ihn nur der Vollständigkeit an die vier üblichen Sätze angehängt.
      3. Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten.
      4. Der Satz vom Widerspruch.
      5. Der Satz vom Grund. (Leibniz)

      Ansonsten gilt, was bereits im Parallelthread gesagt wurde... Gruß Joachim Stiller Münster
    • @Joachim:

      der Satz um den es hier geht hat keine einheitliche Bezeichnung. Er wird Teils als 'Satz vom zu vermeidenden Widerspruch' oder als 'Satz vom Widerspruch' bezeichnet, wobei aber das gleiche gemeint ist:

      books.google.de/books?id=abNr0…ICA&sqi=2&ved=0CGoQ6AEwCQ


      Das 'vom zu vermeidenden Widerspruch' bezieht sich darauf, dass es bei Aristoteles darum geht, genau so einen Widerspruch zwischen Eigenschaften zu vermeiden...

      "Es ist ausgeschlossen, daß ein und dasselbe Prädikat einem und demselben Subjekte zugleich und in derselben Beziehung zukomme und auch nicht zukomme."