Erster Kontakt mit Philosophischen Fragestellungen - Hausarbeit

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    • Erster Kontakt mit Philosophischen Fragestellungen - Hausarbeit

      Hallo zusammen,

      leider bin ich nicht ganz sicher, ob ich hier im Forum bzw. im Bereich Kummerkasten richtig bin, aber ich versuches es mal.

      Es geht darum, dass ich als Erstsemester eine Hausarbeit für ein philosophisches Seminar schreiben MUSS. Das Problem an der ganzen Sache; mein Studiengang ist BWL. Da mein Interesse an philosophischen Fragen bisher, sagen wir begrenzt war, habe ich wirkliche Schwierigkeiten überhaupt ein Thema für die Arbeit zu finden. Konkret geht es um Descartes Meditationen (habe ich gelesen und soweit auch verstanden). Eine Fragestellung sollen wir uns dazu allerdings selbst ausdenken, leider komme ich hier nicht weiter. Interessant finde ich besonders seine dualistische These der 6.Meditation, aber ich habe wirklich nicht den Hauch einer Ahnung, womit ich mich beschäftigen könnte.

      Wenn jemand einen Vorschlag, Denkanstoß, eine konkrete Fragestellung hat, freue ich mich riesig auf eure Antwort.

      Und bitte lyncht mich nicht, wenn ich hier am falschen Ort gepostet habe ...

      Viele Grüße & Danke


      verzweiflelangsam

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fliege () aus folgendem Grund: Verschoben aus "Kummerkasten" nach "Schule und Studium".

    • verzweifelelangsam schrieb:

      Wenn jemand einen Vorschlag, Denkanstoß, eine konkrete Fragestellung hat, freue ich mich riesig auf eure Antwort.

      Schau dir mal das an: Niko Strobach (Uni Saarland), Descartes' Meditationes aus der Vogelperspektive (Seminarmaterial).
      Darin finden sich viele Ansätze für Fragestellungen.

      Strobach selber formuliert folgende "Essay-Fragen zu Descartes":
      1) Was ist Descartes' Argument für den Leib-Seele-Dualismus, wenn man es mit zwei Prämissen und einer Konklusion formuliert; ist es überzeugend? Bitte begründen Sie Ihre Antwort. (Tip: werfen Sie für die Frage, ob es überzeugend ist, in der Bibliothek einen genauen Blick ins Vorwort!)

      2) Ist das Hauptziel von Descartes' "Meditationes", Zweifel an der Existenz der Aussenwelt zu säen? Bitte begründen Sie Ihre Antwort. (Tip: werfen Sie einen Blick auf die Bemerkungen zur 6. Meditation in der "Übersicht"!)

      3) "Beeindruckend illustriert Descartes' berühmtes Automaten-Beispiel in Med. II, 13 die Methode des cartesischen Zweifels: 'Auch über die Existenz anderer denkender Subjekte könnte der genius malignus mich ständig täuschen' lautet dort sinngemäß Descartes' These." (Eberhard Röhring, Deine Welt im Lichte der Philosophie, 138. Aufl., Münchhausen 2000, S.13) – eine zutreffende Einschätzung?

      4) Der Untertitel der ersten Auflage der "Meditationes" kündigte einen Beweis für die Unsterblichkeit der Seele an. Für die zweite Auflage ersetzte Descartes diesen Untertitel durch die in heutigen Ausgaben abgedruckte Wendung. Warum wohl? (Tip: werfen Sie einen Blick auf die Bemerkungen zur 2. Meditation in der "Übersicht"!)
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fliege ()

    • Hallo Fliege,

      vielen Dankfür deine Antwort.

      Die Essay Fragen von Strobach habe ich auch schon gefunden. Auch wenn ich Gefahr laufe, mich als Idioten (im modernen Sinne) zu outen, aber
      leider hilft mir das nicht so richtig weiter, einfach weil ich die Fragen nicht verstehe... Auch erkenne ich keinen Ansatzpunkt für weitere Überlegungen.
      Ausserdem sagte mein Professor, dass ich ein Thema wählen soll, dass mich wirklich interessiert. Da würde ich gerne über den Dualismus schreiben.

      Weißt du mehr Rat? Oder noch jemand?
    • Es gibt eine Innenwelt und eine Außenwelt.
      Jeder Mensch hat seine eigene Innenwelt in die auch die modernste Wissenschaft nicht wird eindringen können.
      Gemeinsam teilen wir uns eine Außenwelt. Innenwelt und Außenwelt sind über die sogenannte "Erkenntnislücke" miteinander verbunden.

      Vielleicht ist dieser Gedanke ja anschlußfähig und jemand anderes aus dem Forum möchte daran anschließen. Ein spannendes Feld ohne Frage!

      Grüße
    • verzweifelelangsam schrieb:

      [L]eider hilft mir das nicht so richtig weiter, einfach weil ich die Fragen nicht verstehe.

      Frage 1 bei Strobach müsste dir doch zusagen und insbesondere auch verstehbar sein.
      Im Detail behandelt beispielsweise Ansgar Beckermann diese Thematik in "Descartes' metaphysischer Beweis für den Dualismus", 1986 (komplett in verlinktem PDF).

      Du brauchst da bloß schlau abschreiben.

      Besonders Beckermanns "Schlussbemerkung" (ab S. 151) ist interessant, weil weitere Überlegungen anstoßend. Dort bringt er zunächst Moritz Schlicks Auffassung, "das Weiterleben nach dem Tode müsse eine kontingente Sache sein, da er sich vorstellen könne, seiner eigenen Beerdigung zuzuschauen". Dagegen gibt es den Einwand, Schlick müsste "eine widerspruchsfreie Darstellung davon geben können, wie er als Zuschauer seiner eigenen Beerdigung er selbst sein kann".
      Beckermann selber meint: "Tatsächlich kommt es jedoch weniger darauf an, ob das, was man sich vorstellen kann, logisch möglich ist, als vielmehr darauf, ob das, was man vorgibt, sich vorstellen zu können, auch wirklich vorstellbar ist."
      Und an dieser Stelle kannst du zur Abrundung einer Hausarbeit einen Ausblick auf moderne Dualismen bringen, wie ein solcher beispielsweise bei David Chalmers begegnet (Zombie-Argument; siehe den Thread "Zombie-Argument, D. Chalmers" hier im Forum).
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
    • Hallo zusammen,

      vielen Dank für die ganzen Antworten. Dass ich BWL studiere, war eher als Hinweis gemeint, dass ich keine Philosophie studiere und demnach fachfremd eine Hausarbeit erldigen muss und mir - so glaube ich, abstraktes Denken - sehr schwer fällt. Abgesehen davon ist es mir unmöglich eine Verbindung zwischen Descartes 6. Meditation und der BWL zu finden !?

      @ Fliege: Ja, schlau abschreiben wäre ine feine Sache, allerdings weiß ich auch hier nicht, was ich abschreiben sollte und hätte auch Angst, dass dies den wissenschaftlichen Kriterien nicht genügen könnte.

      Hoffnungsloser Fall...! :(
    • Könnte es sein, dass Du nur einer der 50% der Ratsuchenden bist, die uns hier nur verarschen wollen? Frei nach dem Mott: Dafür gibt es sowieso keine Lösung... Mein Vorschlag: Brich Dein Studium der BWL ab, und werde Landwirt, statt Betriebsweirt... Und wenn Du wirklich doch noch Betriebswirt werden willst... (waurm eigentlich Kapitalist werden wollen, warum nicht Volkswirt), dann gibt eine leeres Blatt ab, und schreib darauf dies: "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert. Es kommt darauf an, sie zu bewirschaften... ":finger: Gruß Joachim Stiller Münster

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Joachim Stiller ()

    • @ Joachim Stiller: Danke für den hilfreichen Post. Zum Glück wüsste ich besseres mit meiner Zeit anzufangen, als "irgendwelche Fremden" in einem Internetforum zu "verarschen".

      Mir geht es tatsächlich darum, dass ich auch verstehe ( es also klar und deutlich erfassen kann ;) ) worüber ich schreibe, ich möchte mir nämlich nicht über 15 Seiten irgendwelche Dinge aus den Fingern saugen geschweige denn diese Seiten ausschließlich mit Zitaten füllen. Daher bin ich wirklich über jeden konstruktiven Hinweis dankbar.

      Mittlerweile habe ich mich mit dem Leib-Seele-Problem beschäftigt, das m.E. ja quasi die Frage zu Descartes Antwort: Dualismus ist. Aber auch hier wieder das Problem, dass mir keine behandelswürdige Frage in den Sinn kommt.

      Noch jemand eine Idee?

      PS: Oder doch ein Vergleich zu Spinozas Monismus?
    • Warum nicht Adam Smith? Dann hast Du einen Philosophen und einen Ökonomen zugleich? Und dann formuliere ich Dir auch eine Frage. Zensur: Mindestens eine glatte 1... Garantiert... Aber sieh mal, Deskartes und Spinoza haben mit BWL weit weniger zu tun, als eine Kuh mit der Milchstraße... Das vergiss mal sofort wieder. Oder darf es vielleicht die Hochscholastik sein? Thomas von Aquin hat in Bezug auf bestimmte ökonomische Begriffe absolut Richtungsweisendes für alle späteren Generationen festgeschrieben. Er bearbeitete die Vorgaben von Aristotels zum Tauschwert und zum Gebrauchswert, er untersuchte das Wesen und den Wert des Geldes, und er studierte und beschrieb den Zins. Und wenn er nicht Thomas gewesen wäre, hätte er allein auf diesem Gebiet Bahnbrechendes leisten können... Denk halt mal über meine beiden Vorschläge nach. Material stünde sowohl zu Adam Smith, als auch zu Thomas von Aquin mehr als außerreichlich zur Verfügung... Das würde ohne Weiteres für eine Diplomarbeit reichen... Gruß Joachim Stiller Münster

      By the way: Mach Dir mal eine Kopie von diesem Werk:

      - Gerhard Stavenhagen: Geschichte der Wirtschaftstheorie

      Du wirst es brauchen... Gruß Joachim Stiller Münster

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Joachim Stiller ()

    • Joachim Stiller schrieb:

      Warum nicht Adam Smith? Dann hast Du einen Philosophen und einen Ökonomen zugleich?

      Tja, leider ist das Studium kein Wunschkonzert. Wenn das Seminarthema nun mal Descartes ist, kann man das nicht ändern, weil man zufällig irgendwas mit Wirtschaft haben will. Wie diese Kommentare wie "Brich Dein Studium der BWL ab, und werde Landwirt, statt Betriebsweirt... " bzw. "Dann bietet sich als Fragestellung an: Was ist die Bedeutung der dualistischen These der 6.Meditation für die Betriebswirtschaft?" (das ist mit etwas gutem Willen immerhin noch witzig) jemandem weiterhelfen sollen, ist mir sowieso schleierhaft.

      @Topic:

      Fliege zitiert Strobach schrieb:

      2) Ist das Hauptziel von Descartes' "Meditationes", Zweifel an der Existenz der Aussenwelt zu säen? Bitte begründen Sie Ihre Antwort. (Tip: werfen Sie einen Blick auf die Bemerkungen zur 6. Meditation in der "Übersicht"!)

      Was spricht gegen dieses Thema, falls Dir wirklich nichts anderes einfällt. Das könnte man vielleicht am ehesten noch irgendwie mit Wirtschaft (die ja eine Interaktion mit der Außenwelt darstellt) verbinden. Zwar ist das wahrscheinlich schon ziemlich ausgelutscht, aber von einem Nebenfächler ohne Vorkenntnisse erwartet auch niemand ein Meisterwerk.
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • Ach jetzt verstehe ich: Das soll gar nicht mit der BWL verbunden werden... Das ist natürlich was ganz anderes. Es geht also rein und ausschließlich um Descartes? Und ich dachte die ganze Zeit, es gehe um den unmögloichen Versuch, die 6. Meditation mit der BWL zu kombinieren... :LtD: Na, lacht nicht, aber so lauten die Prüfungsaufgaben doch sonst üblicherweise... Den Gottesbeweis und seine Widerlegung finde ich persönlich spannender, als die 6. Meditation... Ich schau gleich mal in den Text... Gruß Joachim Stiller Münster

      Habe mal nachgeschaut: Wenn es schon eine Arbeit über Descartes sein soll, warum dann nicht die 2. Meditation? Ich persönlich würde die in jedem Fall vorziehen... Gruß Joachim Stiller Münster

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Joachim Stiller ()

    • Hallo,

      dann habe ich mich etwas unkonkret ausgedrückt. Es geht dabei grundsätzlich nur um Descartes, welches Thema wir wählen und zu welcher Meditation ist uns freigestellt (BWL ist halt nur meine Fachrichtung und sollte heißen, dass ich Zahlen eher zugeneigt bin, als dem philosophieren).

      Am interessantesten finde ich den Dualismus, bzw. etwas Körper und Seele zu tun hat, darüber würde ich gerne schreiben. Aber ich komme nicht zu einer Fragestellung. Was haltet ihr von "Descartes Lösung des Leib-Seele-Problem"? Ist das zu ungenau oder zu offensichtlich?

      Viele Grüße und Danke weiterhin
    • Das ist mindestens verfänglich, denn er löst das Leib-Seele-Problem ja nicht, sondern wirft es nur auf. Aber mit der Grundannahme des Dualismus von Subjekt und Objekt, von Geist und Natur, bzw. von Geist und Materie sollte sich was machen lassen. In den Meditaiones ist es leider nicht ganz so gut ausgearbeitet. Ich finde es in den Prinzipien besser. Da ist dann auch von "res cogitans" und "res extensia" die Rede. Leider nur nicht in der Zeno-Übersetzung. Ich suche gleich mal nach dem Text...

      Also, hier erst einmal der Zeno-Text:

      zeno.org/Philosophie/M/Descart…rinzipien+der+Philosophie

      Einen anderen Text habe ich leider nicht gefunden...

      Gruß Joachim Stiller Münster

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Joachim Stiller ()

    • verzweifelelangsam schrieb:

      Was haltet ihr von "Descartes Lösung des Leib-Seele-Problem"? Ist das zu ungenau oder zu offensichtlich?

      Nein, das ist ein gutes Thema. Descartes hat ja gewissermaßen mit der Zirbeldrüse ein eigenes Organ zur Lösung des Problems vorgesehen. Aber natürlich hält diese Lösung nicht Stand, wie schon Descartes Zeitgenossen auffiel. Im Grunde haben sich danach sehr viele Philosophen an einer Lösung versucht - bis heute. Erwähnen könntest du dabei Chalmers, der das ganze für eine harte Nuss hält (das sog. Hard-Problem)und auch Popper/Eccles, die eine Quantenlösung probiert haben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von _its_not_me_ ()

    • Qunatnelösung... :LtD: Der Witz ist gut...

      Na, nichts für Ungut, aber ich habe ganz in meinen Anfängen mal einen Text zum Leib-Seele-Problem geschrieben. Ich hänge ihn eben an. Der Text kann im Rahmen des Zitationsrechtes frei verwendet werden... :finger:
      Dateien
    • Man kann übrigens die beiden "Substanzen" von Descartes, die "res extensia" und die "res cogitans", die ja heutzutage so sehr angefeindet und abgelehnt werden, auch als "materielle Substanz" und " immaterielle Substanz" auffassen. Und dann kann man es für meine Begriffe auch beibehalten. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass auch Descartes es schon so gesehen hat, und auch so verstanden werden wollte. Denn im Mittelalter, in der Scholastik, wurde die Substanz durchaus auch im Sinne einer Immaterialität gesehen. Das geht praktisch zurück bis auf Augustinus, der etwa die Seele für eine immaterielle Substanz hält... Gruß Joachim Stiller Münster
    • verzweifelelangsam schrieb:

      Am interessantesten finde ich den Dualismus, bzw. etwas Körper und Seele zu tun hat, darüber würde ich gerne schreiben. Aber ich komme nicht zu einer Fragestellung. Was haltet ihr von "Descartes Lösung des Leib-Seele-Problem"? Ist das zu ungenau oder zu offensichtlich?
      Eine Aufgabe, die übersichtlich gestellt ist, lautet:
      "der Gang der Überlegung, die Descartes zu dem Satz "Ich denke, also bin ich" führt".
      Einarbeiten musst du dich sowieso, hast du keine Vorlesungsunterlagen?
      Warum versuchst du nicht, dich in die von Fliege vorgestellten Fragen einzuarbeiten?