Die Bildung und das Schulsystem versaut unsere Gesellschaft

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    • Die Bildung und das Schulsystem versaut unsere Gesellschaft

      Der Mensch ist der Ursprung der Entwicklung.
      Aber um seine Umwelt: die Gesellschaft, die Politik, die Wirtschaft, die Natur...
      entwickeln zu können, muss sich der Mensch erst selbst entwickeln.

      Bei dieser Entwicklung helfen ihm zunächst seine Eltern und später dann der Kindergarten und das Schulsystem.
      In Deutschland ist dieses Schulsystem jedoch genau wie in vielen anderen Ländern sehr unausgereift.
      Um zu zeigen wie unausgereift es ist präsentiere ich erst mal einen Verbesserungsvorschlag, mit dem man es vergleichen kann...

      Zunächst sollte das Ziel des Schulsystems festgelegt werden:

      Meiner Meinung nach sollte es dass Ziel sein dem Menschen
      bei seiner persönlichen, sozialen und kognitiven Entwicklung so zu helfen,
      dass er glücklich in diesem System leben und es weiterentwickeln kann.

      Allerdings ist das jetzige Schulsystem meiner Ansicht nach sehr auf
      wirtschaftliche Fähigkeiten und scheinbar grundlegendes Wissen fixiert
      Dabei ist es jedoch nicht sehr effizient und lässt außerdem die persönliche
      und soziale Entwicklung großtenteils außen vor, obwohl diese Entwicklung
      für die Erfüllung unser sozialen und persönlichen Bedürfnisse unabdingbar ist.

      Deshalb Wende ich mich erst der sozialen und persönlichen Entwicklung zu:


      Soziale und Persönliche Entwicklung

      Hierfür einige sinnvolle Fächer:

      Gruppen Entwicklung
      Bestehend aus Aktivitäten und Reflektionen über:
      Vertrauen, Gruppenzusammenarbeit, adventure trips,
      Wie sehe ich die Gruppe und wie sieht die Gruppe mich?,
      Konflikte innerhalb der Gruppe lösen,
      Mein Verhalten und meine Position in der Gruppe,
      Führung einer Gruppe, Kommunikation in der Gruppe,
      Sozialer Druck in der Gruppe....


      Persönliche Entwicklung

      Bestehend aus:
      - Ausdruck von Gefühlen/Problemen/Bedürfnissen/Eindrücken
      durch Sprechen, Kunst ( z.B. Ausdrucksmalerei), Theater

      - Diskussionen und Aktivitäten zu:
      Was denke ich über:
      Tot, Liebesbeziehungen, meine Eltern, meine Freunde, Was will ich?, Religion,
      meine Ideologie...
      Wer bin ich?
      Meine guten/schlechten Seiten, Was macht mich aus, wie bin ich? Was brauche ich?
      Was unterstützt mich? Was schadet mir? Was interessiert mich? Was ist wichtig für mich?

      Wie gehe ich mit Problemen/Situationen die folgendes betreffen am besten um?:
      Liebesbeziehungen, Tot, Liebe, Freunde, Interessenskonflikten, Schule...


      Kommunikation:
      Respektvolle Kommunikation
      Wie verändert ein sozialer Konflikt eine Diskussion und wie kann ich diesen los werden?
      Konflikte durch Kommunikation lösen. ( z.B. Konzept der gewaltfreien Kommunikation)

      Verschiedene Einstellungen bei der Kommunikation und ihre Konsequenzen
      ( Kritisch vergleichend mit der eig. Perspektive, offen mit der eig. Perspektive im Hintergrund.... )
      Effiziente Kommunikation ( z.B. in Bezug auf Einstellung und Art der eig. Präsentation )

      Effiziente Präsentation von information - verschiedene Techniken und Präsentationsübungen
      Wie suche ich effizient Informationen heraus?
      Wie bereite ich Informationen auf?


      Meditation
      Dient der Konzentrationssteigerung, dient der Stressvermeidung und Entspannung,
      der Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten
      und der Realisierung von Gefühlen und somit auch der sozialen und persönlichen Entwicklung.

      Verschiedene Meditationsübungen ( Achtsamkeit, Entspannung, evtl. Visualisierung ..)



      Nun zu dem Grundkonzept meines Vorschlags:


      1. Gemeinschaftsschulen
      ( + weniger Schulen mit mehr Schülern )

      Ich bin prinzipiell für eine Gemeinschaftsschule, hauptsächlich da diese meiner Ansicht nach eine individuellere Förderung ermöglicht und das Verständnis zwischen ärmeren und reicheren ("Schichten") fördert.

      2. Ich schlage vor die eher wirtschaftlichen Fächer
      von den eher persönlichen und sozialen Fächern zu trennen,
      da es bei den wirtschaftlichen Fächern Sinn macht die Schüler nach ihrer Lerngeschwindigkeit aufzuteilen und so individuell zu fördern,
      während dass bei den persönlichen Fächern wenig und bei den sozialen gar keinen Sinn macht
      und dort eher zu einer Spaltung der Gesellschaft
      ( Wie durch Hauptschule, Realschule und Gymnasium ) führen würde.

      Um die Durchlässigkeit jedoch hoch zu halten schlage ich zwei Teile für die
      wirtschaftlichen und kognitiven Fächer vor:

      1. Teil
      Die Lehrer teilen die Schüler in den wirtschaftlichen oder kognitiven Fächern ihrer Lerngeschwindigkeit nach auf.
      Die Schüler lernen jedoch alle den gleichen Stoff und haben dazu aber ihrer Gechwindigkeit entsprechend unterschiedlich viel Zeit. Bei Änderungen der Geschwindigkeit kann jederzeit gewechselt werden.
      Die gewonnene Zeit können die schnelleren Schüler in ein Freizeitangebot mit weiteren Kursen oder gegebenenfalls auch zu Hause verbringen.
      So ist die Durchlässigkeit sehr hoch und es wird eine lückenlose, stressfreie und fundierte Basis für alle garantiert. Zudem können anfängliche Unterschiede aufgrund von verschiedenen Elternhäusern stressfrei abgebaut werden.

      Nach drei bis fünf Jahren tritt dann Teil 2 für die bisherigen w. Fächer in Kraft,
      während Teil 1 weiterhin eine Anfangsphase (1-2 Jahre) für alle neu hinzukommenden
      wirtschaftlichen oder kogntiven Fächer bildet.

      2. Teil

      In Teil 2 wird nun langsam die Studenanzahl der verschiedenen Lerngeschwindigkeiten angeglichen und der Stoff auseinandergezogen. Es findet zunehmende Spezialisierung und Individualisierung statt, die jedoch mit einem Verlust an Durchlässigkeit einhergeht.

      Nun könnnte man den Stoff bei den langsameren Schülern etwas mehr auf die Praxsis und die Praxsisrelevanz beziehen, whärend man bei den schnelleren Schülern auf Universätiätsniveau vorstoßen könnte.

      Um auf Lerngeschwindigkeitswechsel durch die Pubertät eingehen zu können sollte evtl. nach neuen Aufteilungsmöglichkeiten nach der Pubertät geguckt werden, falls die Lehrer und Schüleranzahl dies zulässt.

      Ein Vorteil dieser Leistungsstufen ist eine individuellere Förderung,
      auch bei mittelgroßen Klassen ( Die Kurse sind mittelgroß, aber auf einem Niveau).

      Ein Nachteil bei Leistungsstufen ist die Gefahr einer Distanzierung der
      Schüler, der einzelnen Leistungsstufen und somit vielleicht eine
      Gesellschaft, die sich schon in den Leistungsstufen der Schule zu einer
      „Schichtengesellschaft“ entwickelt, bei der die obere Schicht kein
      Verständnis für die Untere hat und umgekehrt.

      Dieser Gefahr kann jedoch durch den gemeinsamen Unterricht in anderen
      Fächern sowie vor allem durch die gemeinsamen sozialen Fächer
      entgegengewirkt werden.

      Das Konzept für die sozialen und persönlichen Fächer:


      In den sozialen und persönlichen Fächern werden Klassen gebildet, die alle diese Fächer zusammen haben und von der ersten bis zumindest zur 10 Klasse zusammen bleiben.
      ( Evtl. kann man dann oder auch vorher einen einzigen Wechsel einführen um die Anpassungsfähigkeit zu steigern)
      Sie werden nach ihren Elternhäusern zusammengestellt und sollen so etwa die Zusammensetzung der Gesellschaft widerspiegeln.
      Vor allem durch die bereits vorgestellten, neuen Fächer wird ihre persönliche und soziale Entwicklung gefördert.

      Die Vorteile dieses Konzepts sind, dass Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten, verschiedenen späteren Positionen und Einkommen ein gutes Verständnis füreinander entwickeln und so die verschiedenen Perspektiven besser wahrnehmen und wertschätzen können.
      So wächst die Gesellschaft besser zusammen.


      Weitere Vorschläge

      Den Unterricht durch Feedback verbessern:
      Man könnte man jeden Monat jeden Unterricht mit einer Seite (Internet*) zum ankreuzen und kurzem schriftlichen Feedback bewertet lassen und ausführliche Verbesserungsvorschläge 1-4 mal im Jahr aufgegeben. So steigert man auch das selbständige Denken und Hinterfragen. *Dabei sollte es im Internet die Möglichkeit geben die Anonymität bei Beleidigungen aufzuheben.


      Schülern helfen Schülern
      Insgesamt ist es sehr von Vorteil wenn die Schüler lernen wie sie sich gegenseitig etwas beibringen und so schlage ich regelmäßige Kurse vor, bei denen ein Kurs einem anderen etwas beibringt und alle mal die Position des Lehrenden und des Lernenden einnehmen. Zusätzlich sollten evtl. noch verschiedene Lehr- und Lernmethoden gelehrt werden.

      Lehrer/innen entlassen:

      Lehrer sind auch nur Menschen und können ungeeignet oder schlecht sein. Deshalb sollten sie nicht vor der Entlassung geschützt sein. Um den gegenseitigen Schutz der Lehrer/innen zu minimieren sollte der Klassensprecher Rat oder der Elternrat
      das Recht haben die Entlassung oder die Auszeit mit Weiterbildung eines Lehrers/in beim Ministerium beantragen zu können. (Mit gerechtfertigten Chancen auf Erfolg)

      Jahresarbeit

      Ein frei wählbares Projekt mit praktischem und theoretischen Teil,
      sowie einer Präsentation um Eigenverantwortung und die Fähigkeit zur Selbstverwirklichung zu steigern.

      Bildung für Eltern

      Die Eltern haben ein sehr großen Einfluss auf ihr Kind.
      Sie sollten während der Schwangerschaft, kurz nach der Geburt, beim Kindergartenalter, beim Schulanfang und während der Pubertät durch kostenlose Kurse unterstützt werden.

      Weitere Punkte:

      1. Ein angenehmes Lernklima durch z.B. Raumgestaltung schaffen. Hier könnten auch wissenschaftliche Studien sinnvoll sein.

      2. Von Schülern auch das Unterrichtsmaterial bewerten lassen und
      Verbesserungsvorschläge entgegennehmen oder direkt umsetzen und
      digitalisieren.


      MfG Bulgur
      Vielen Dank für Kritik

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bulgur ()

    • Kaum Zeit auf alles einzugehen, ich bin nämlich tatsächlich Lehrer und muss echt mal richtig arbeiten, aber ein oder zwei Punkte müssen hier erwähnt werden.

      Wie viele geeignete Lehrer gibt es da draußen? Du musst glauben, es sind sehr viele, die mit 30 Schülern aus allen Herren Ländern individuell fördern können. Du musst offenkundig zudem glauben, dass Klassensprecher und Elternvertretungen total weise sind und niemals beleidigt, machthungrig oder intrigant. Zu guter Letzt musst Du annehmen, es sei ein stetes Vergnügen, um das sich die Leute nur so reißen, den Lehrerberuf auszuüben. Anderenfalls könnte ich mir nicht erklären, wieso Du den Beruf noch unattraktiver gestalten möchtest.
      "For it is a knell, that summons thee to Heaven - or to Hell!" W. Shakespeare, MacBeth
    • Bulgur schrieb:


      Schülern helfen Schülern
      Insgesamt ist es sehr von Vorteil wenn die Schüler lernen wie sie sich gegenseitig etwas beibringen und so schlage ich regelmäßige Kurse vor, bei denen ein Kurs einem anderen etwas beibringt und alle mal die Position des Lehrenden und des Lernenden einnehmen. Zusätzlich sollten evtl. noch verschiedene Lehr- und Lernmethoden gelehrt werden.


      In Brasilien gibt es ein sehr interessantes Projekt:

      Saber
      Es war spät abend als ich ankam.
    • Hinweis für weitere Überlegungen und die Historie

      Bulgur,
      Deine Überlegungen sind hoch interessant. Ich würde Dich gerne ermutigen, an diesem Thema dranzubleiben und Dir hierzu zwei mir bekannte Autoren nennen, die sich intensiv mit diesem Thema befasst haben:
      Peter Sloterdijk hat dem Schulsystem in "Du musst Dein Leben ändern" mehrere Kapitel gewidmet, die ich sehr aufschlussreich fand und
      Gunnar Heinssohn hat in "Söhne und Weltmacht" weitere erleuchtende Thesen bereit, die helfen könnten,
      - den Grund zu verstehen, warum unser Schulsystem ist, wie es ist und
      - welche Alternativen wir wie aufzeigen könnten.
      Ich hoffe, das sind für Dich interessante Texte.
      Viel Erfolg weiterhin und viele Grüße,
      Komnagter
    • Ich denje die Kultusministerien und die Gesellschaft versauen die Schüler, aber noch mehr die neuen Medien.
      Ich möchte heute weder Schüler noch Lehrer sein. Mir reicht es, daß ich seinerzeit die Studenten mit sinnlosem Pseudowissen vollgestopft habe und davon auch noch überzeugt war.

      Der einzig gangbare Weg sind Privatschulen und Privatuniversitäten.
    • Das ist zwar ein interessanter Ansatz, allerdings halte ich für viele Dinge nicht die Schule oder das Schulsystem verantwortlich, sondern das Elternhaus.



      Das ist heute allerdings ein weitverbreitetes Problem. Wenn im Lehrplan der unteren Klassen einer Werkrealschule thematisiert werden muß, wie sich Kinder ein Pausenbrot schmieren und Mülltrennung funktioniert, heißt das für mich in erster Linie, daß die Eltern heute einfach nicht mehr fähig sind, ihren Kindern ein Minimum an Umgang mit sich selbst und anderen beizubringen, ganz zu schweigen von so höchst difizilen Angelegenheiten wie Pausenbroten... Und wenn das von Haus aus nicht vorgelebt wird: wie soll ein Schulsystem das dann bewerkstelligen?
    • Schimmermatt schrieb:

      Zu guter Letzt musst Du annehmen, es sei ein stetes Vergnügen, um das sich die Leute nur so reißen, den Lehrerberuf auszuüben.

      Es gab Zeiten, da war der Beamtenstatus garantiert und das Lebenseinkommen für den verbeamteten Lehrer im Vergleich zu anderen Akademikern fürstlich. Ein Lehramtskandidat für die Sekundarstufe II mußte in der Regel die Theorie-Vorlesungen in Physik zum Beispiel nur durch seine Anwesenheit beglücken und die Übungsaufgaben von den D II Kandidaten abschreiben, um durchzukommen. Insofern war es deutlich einfacher, Lehramt in Mathematik und Physik für die Sekundarstufe II zu studieren, als die Kombination in D II, dabei die Karriereaussichten für begabte Lehramtskandidaten deutlich besser, als die der Diplomkandidaten waren.
    • Der Lehrerberuf hat heute mit dem vor ca. 20-25 Jahren nicht mehr viel gemein - bestätigen mir auch sehr viele ältere Kollegen. Bereits ohne Bulgurs Attentat auf den Lehrer der Zukunft hat heute ein gymnasialer Sek II - Lehrer mit Fächern Englisch und Erdkunde (ich rede in diesem Falle von meinem besten Kumpel aus Kindertagen) und vielen Oberstufenkursen eine 40 Stunden-Woche IN DEN FERIEN, so riesig ist die Belastung insbesondere durch Korrekturen nach Zentralabiturschema. Da ist noch keine Unterrichtsstunde vorbereitet, kein Elterngespräch geführt, kein Streit geschlichtet, keine individuelle Förderung geleistet, keine Unterrichtseinheit durchgeführt. Wer heutzutage Lehrer wird, weil er gern viel frei haben möchte, der muss alsbald feststellen, dass die Rechnung nicht aufgeht - im Gegenteil.
      "For it is a knell, that summons thee to Heaven - or to Hell!" W. Shakespeare, MacBeth
    • Schimmermatt schrieb:

      Wer heutzutage Lehrer wird, weil er gern viel frei haben möchte, der muss alsbald feststellen, dass die Rechnung nicht aufgeht - im Gegenteil.

      Zweifelsohne, aber das war auch in früheren Zeiten so. Es kommt eben darauf an, wie gut man die Arbeit organisieren kann und wie oft die Routine durch Vorgaben gestört wird. Ein entnervter verbeamteter Lehrer kann ohne finanzielle Risiken mit 55 Jahren aufgeben, ein gemobbter Ingenieur kann das in der Regel nicht.

      Die These, unser Bildungssystem verderbe die Gesellschaft, wurde von Bulgur bislang nicht begründet.
    • Anmerkungen

      Es ist niemals verkehrt, sich über Verbesserungen in einem bestehenden System Gedanken zu machen und dies auch öffentlich zu äußern. Insofern ein guter Ansatz. Ich möchte dieses Thema aber auch in einen größeren Rahmen stellen.

      Das gesamte Bildungssystem in Deutschland ist ein riesiger, träger Apparat, dessen Richtung nur ganz langsam verändert werden kann. Dies hat mehrere Gründe:

      * Bildung ist ein heikles Thema, weil es das innerste Selbstverständnis unseres Bürgertums tangiert. Fundierte Bildung ist nicht nur ein Wert an sich, sondern auch der Garant für unser Zivilisationsniveau, mithin für unseren Fortschritt und Reichtum. Naturgemäß ist der Widerstand gegen Veränderungen und Experimente sehr hoch. Never change a running team.

      * Das Bildungssystem spiegelt in gewisser Weise die gesellschaftliche Wirklichkeit wieder. Es steht in Wechselwirkung mit allen anderen gesellschaftlichen Prozessen. Eigentlich fast schon banal, aber das Bildungssystem kann höchstens nur so gut sein wie der Rahmen, den die Gesellschaft vorgibt. Und dennoch wird es sehr langsam, aber fortwährend besser - weil es evolutionären Prozessen unterworfen ist, und sich ab und zu Ideen durchsetzen, die sich bewähren. Ebenso übrigens wie die Gesellschaft als Ganzes.

      * Der Förderalismus ist Fluch und Segen zugleich für unser Bildungssystem. Fluch, weil sich bewährte Konzepte nur schwer bundesweit durchsetzen lassen. Zudem werden gute Ansätze von den ideologischen Grabenkämpfen in den Länderparlamenten verhackstückelt, und unterliegen nach den Wahlen aus den gleichen Gründen häufig einem Rollback. Länderparlamente können sehr provinziell sein.
      Segen ist der Bildungsförderalismus, weil durch die vielen Akteure die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass mal ein guter Gedanke entsteht und politisch umgesetzt wird. Manchmal setzt sich solch ein Gedanke dann auch mal allgemein durch.

      * Das System als solches mit seinen vielfältigen Strukturen wie z. B. Behörden, Schulen und Lehrkörperschaft besitzt auch eine eigene Trägheit, die zunächst überwunden werden muss. Neue Abläufe müssen etabliert werden, Infrastrukturen müssen aufgebaut werden, Verwalter und Lehrkräfte müssen von den Neuerungen überzeugt werden.

      * Einflüsse der Bundes- und Europapolitik. Mit der EU ist ein vergleichsweise neuer Akteur am Start, der wieder andere Impulse gibt und Restriktionen auferlegt. Der Bund ist für gesamtgesellschaftliche Entwicklungen (es seien nur zwei Stichworte genannt: Einwanderung und Generationenfrage) mitverantwortlich, die ihren Niederschlag in den Schulen finden.


      Ich möchte zum Schluss gerne betonen, dass wir nicht nur technisch, sondern auch sozial eine der fortschrittlichsten Nationen der Welt sind. Wahrscheinlich ist das heutige Deutschland summa summarum die bestentwickelte Nation, die jemals auf Erden existierte. Niemals zuvor waren die Verwirklichungsmöglichkeiten für den Einzelnen so groß. Ich bin froh, dass es mir vergönnt ist, in diesem wunderbaren Land zu leben.
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind. (A. Camus)
    • "Es ist niemals verkehrt, sich über Verbesserungen in einem bestehenden System Gedanken zu machen und dies auch öffentlich zu äußern."


      ???? ...kopfschüttel....


      "Ich möchte zum Schluss gerne betonen, dass wir nicht nur technisch, sondern auch sozial eine der fortschrittlichsten Nationen der Welt sind."


      :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD: :LtD:
    • Fragen, Kopfschütteln, Lachen

      Collegium Philiazoétarum schrieb:


      (...)


      Tja, wenn du nicht mehr dazu zu sagen hast. Ich würde mich freuen, von einem "Erwerbsunfähigkeitsrentner mit Grundsicherungsaufstockung", der gerade in einem "Insolvenzverfahren" steckt, etwas mehr über die scheinbar so beklagenswerte soziale Realität in Deutschland zu erfahren.

      Darf ich aus meiner Berufserfahrung sprechen, dass diejenigen, die das deutsche Sozialsystem am lautesten bejammern, häufig am wenigsten dazu beitragen? Und das dieses Gejammer in der Regel kein Ausdruck realer sozialer Not ist, sondern von tiefgreifender innerer Kaputtheit? Aber zu diesen Menschen gehörst du bestimmt nicht, oder?

      Wenn du aufgehört hast zu lachen, und wieder zu Atem gekommen bist, und dein Kopf wieder still steht, kannst du ja mal vernünftig antworten.
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind. (A. Camus)
    • Geworfener schrieb:

      Darf ich aus meiner Berufserfahrung sprechen, dass diejenigen, die das deutsche Sozialsystem am lautesten bejammern, häufig am wenigsten dazu beitragen? Und das dieses Gejammer in der Regel kein Ausdruck realer sozialer Not ist, sondern von tiefgreifender innerer Kaputtheit?


      "Innere Kaputtheit" erinnert mich irgendwie an Burnouts/übertriebene Leistungsgesellschaft/Lohndumping/
      Mobbing/Kampf um Arbeitsplätze usw. . Ob das etwas mit einem übertrieben-leistungsorientierten System zu
      tun hat ? Warum sollte daraus keine soziale Not folgen ?
      Für den Rest sind möglicherweise die Leistungsanforderungen zu hoch gesteckt. Dein Lösungsvorschlag hierzu ?
      Mehr Zuwanderung ?
    • Ich kann ja nicht für Wolfgang sprechen, aber das brauche ich auch nicht. Ich schau mal eben nach, was ich gerade im Kühlschrank habe... Moment mal:

      Hmmm... Nichts... Einfach rein gar nichts... Alles, was ich zu Essen habe, steht oder liegt bei mir auf dem Tisch: Ein halbes Toastbrot... Genügt das jetzt? Gruß Joachim Stiller Münster