Suche Philosophiestudenten zum Thema "Chaos und Zufall als Ordnungsprinzipien"

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    • Suche Philosophiestudenten zum Thema "Chaos und Zufall als Ordnungsprinzipien"

      Hallo liebe Gemeinde,



      um mich kurz vorzustellen: Ich bin Physikstudent im 5. Semester in Dresden und bin auf folgendes gestoßen:
      czo.uni-freiburg.de/poster/OZU_Konferenz_smaller.png



      In Freiburg findet im kommenden Februar eine Konferenz über das Thema "Chaos und Zufall als Ordnungsprinzipien" statt.
      (weitere Infos: czo.uni-freiburg.de/)



      Ich habe bereits bei mir an der Uni gesucht und Bekannte gefragt, leider aber noch nicht so wirklich eine Antwort erhalten. Mich spricht die Schnittstelle zwischen Physik und Philosophie sehr an, daher würde ich dort schon gern mitmachen. Dazu such ich jetzt noch (idealerweise) einen Philosophiestudenten/-in, der/die sich dafür interessiert und mitmachen würde.



      Man könnte sich per Mail oder Telefon dann regelmäßig austauschen (ein genaues Thema müsste ja erstmal gefunden werden).



      Liebe Grüße
      Christoph
    • Ich habe mein Physikstudium letzten März abgeschlossen. Als Nebenfach hatte ich Philosophie und habe mich unter anderem mit Themen beschäftigt, die im 2. Block des Konferenzflyers ("Subjektive und objektive Ordnungen") enthalten sind: Wissenschaftstheorie mit Schwerpunkt auf die Eigenschaften wissenschaftlichen "Fortschritts" und wissenschaftliche Werte. Dass ich Zeit für eine Konferenzteilnahme oder intensive Diskussionen habe, ist sehr unwahrscheinlich, aber Gedankenaustausch und/oder Literaturempfehlungen wären vielleicht schon drin.

      @Joachim: Warum soll er in einem Physikforum nach Philosophiestudenten suchen? :D
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • Ach so, Du suchst Philosophiestudenten und keine Physikstudenten. Das ist natürlich was ganz anderes. Also, ich bin zwar kein Philosophiestudent, aber meinetwegen können wir uns natürlich auch über das Thema verständigen. Warum diskutierst Du es dann nicht offen hier im Forum, ich bin davon überzeugt, dass da ganz schnell eine lebendige Diskussion zustandekommt...

      Die klassische Chaostheorie, um einmal mit einer möglichen Diskussion zu beginnen, hat in meinen Augen drei Seiten:

      1. Seite: Ordnung zerfällt ins Chaos (z.B. Attraktoren)
      2. Seite: Ordnung im Chaos und Chaos in der Ordnung (z.B. Fraktale)
      3. Seite: Aus Chaos entsteht Ordnung (z.B. Solitonen, Selbstorganisation des Lebens)

      Auf Grund dieser Heterogenität der Chaos-Theorie sprechen viele heute nur noch von Chaosforschung, und nicht mehr von Chaos-Theorie. Ich selbst halte aber an dem Begriff "Chaostheorie" fest.

      Mein Kenntnisstand in diesem Bereich beschränkt sich auf folgedens Werk:

      - J. Briggs, F. D. Peat: Die Entdeckung des Chaos - Eine Reise durch die Chaos-Theorie

      Beide Autoren sind auch als Einzelautoren in diesem Bereich weithin beknannt.

      Wie gesagt, das ist mein Kenntnisstand. Was mir immer besonders wichtig ist, ist, dass die Chaostheorie (Chaos und Ordnung) nicht mit der Thermodynamik vermischt wird. Entropie heißt nämlich nicht "Unordnung", sondern gibt nur ein Maß für die Nicht-Umkehrbarkeit physikalischer Prozesse. Dass die Welt ins Chaos fallen würde, davon kann nicht im Mindesten die Rede sein... Man sehe sich auch meinen Text zur Thermodynamik an (Vom Bilden physikalischer Begriffe):

      jstiller.js.funpic.de/download/sonstiges_physikneu1.pdf

      Gruß Joachim Stiller Münster

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Joachim Stiller ()

    • Joachim Stiller schrieb:

      Ach so, Du suchst Philosophiestudenten und keine Physikstudenten. Das ist natürlich was ganz anderes.

      Das Missverständnis wäre gar nicht erst aufgekommen, hättest Du die Überschrift gelesen :D

      Eine Literaturempfehlung wäre sicherlich der von Joachim schon angesprochene Thomas Kuhn, seine wichtigste Schrift wäre "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Einen sehr guten Überblick über die Wissenschaftstheorie als solche gibt das Buch "Wissenschaftstheorie zur Einführung" von Martin Carrier. Ohne genau zu wissen, mit was konkret Du dich beschäftigen willst, ist es natürlich schwierig, Hinweise zu geben.

      Die Literaturliste unseres Forums zur Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie ist inzwischen sehr umfangreich, vielleicht findest Du dort auch etwas.
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • Heuer gab es einen "interdisziplinären Workshop des Zentrums für Wissenschaftstheorie" an der Uni Münster zum Thema "Der Zufall - wissenschaftlich betrachtet" (24. und 25. Mai 2012): hier findet sich ein Tagungsbericht.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
    • Grundsätzlich würde ich den Begriff Zufall lieber durch den Begriff Gleichzeitigkeit ersetzen... Das ist meine Auffassung zu dem Thema... Und was dann noch vom Begriff Zufall im engeren Sinne bleibt, also im chaostheoretischen bw. phyikalischen Sinne, das bleibt dann den rein statistischen labilen Gleichgewichtzuständen der Chaostheorie vorbehalten. Hier sind also zwei Ebenen zu unterscheiden: Die Ebene der statistischen Wahrscheinlichekeitsmomente, und die Ebene der Gleichzeitigkeit unserer gesamten Lebenswirklichkeit....Gruß Joachim Stiller Münster

      Da fragt man sich, warum ich nicht zu einer solchen Tagung eingeladen werde. Aber so ist das eben mit den Herren Professoren: 1. feiern die sich gerne selbst. 2. schmoren die geren im eigenen Saft, und 3. wollen die auf gar keine Fall, dass ihnen so ein dahergelaufenr Rentner kräftig in die Suppe spuckt... :LtD: Gruß Joachim Stiller Münster

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Joachim Stiller ()

    • @ rob,

      habe mir den Fleyer mal angesehen. Wissenschaftstheoretische Fragen werden dabei nur ganz am Rande behandelt, und dann auch nicht allgemein, sondern in sehr sprzieller, zugespitzter Form. Und das zeigen auch nicht der ersten beiden Blöcke, sondern - wie ich finde - vor allem der dritte Block... Auch hier habe ich offensichtlich mal wieder eine andere Wahrnehmung... Schade, dass ich nicht die Zeit habe, mich auf ein solches - durchaus wichtiges - Thema zu sprzialisieren (das Thema ist ja voll auf der Höhe der Zeit), sonst würde ich mir ernsthaft überlegen, an so einer Tagung teilzunehmen. Ich wollte schon immer mal nach Freiburg. Freiburg soll sehr schön sein... Vom Wetter ganz zu schweigen... :D Gruß Joachim Stiller Münster

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Joachim Stiller ()

    • Die Fragen "Entwicklung wissenschaftlicher Ideale: Gipfeln sie in Pragmatismus, Skeptizismus, Konstruktivismus", "Brauchen wir eine ontologische Theorie der Natur, oder nur Beschreibungsmodelle?" sowie "Rolle von subjektiver Ordnungs und Erkenntnisinteresse?" sind auch zentrale Fragen in Kuhns "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" bzw in dessen später verfassten Nachwort.
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • :D

      Schade, dass sich BeautifulMetal nicht mehr meldet. Das Thema wäre echt interessant, falls die Konferenz nächstes Jahr wieder stattfindet, würde ich gerne teilnehmen (hmmm....wahrscheinlich werden sie das Thema wechseln....)
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF