Die Religion und der Glaube

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    • Joachim Stiller schrieb:

      Glaube heißt Teilhabe an Gott.

      - Eventuell existiert kein Gott und damit keine Teilhabe an Gott, so dass Glauben im obigen Sinn ins Leere geht.
      - Und eventuell existiert zwar Gott, aber keine Teilhabe an Gott, so dass Glaube im obigen Sinn ebenfalls ins Leere geht.

      Glaube müsste darum ein Interesse haben, glaubensunabhängige Argumente (wobei Glaube ohnehin nicht zum Argument taugt) für eine Existenz Gottes und, falls Gott existiert, für eine Teilhabe an Gott beizubringen.


      PS.
      Stiller, höre doch endlich mal auf, deinen Werbespam zu posten.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
    • @ Fliege,

      von dem Standpunkt Deines Atheismus aus ist Deine Kritik an jeglicher Form von Glauben und Religion natürlich berechtigt. Aber was machst Du, wenn es "doch" einen Gott gibt? Dann handlet es sich nur um eine Afterkritik, wie es sie nur im Absurdistan unserer Zeitverhältnisse geben kann... Gruß Joachim Stiller Münster
    • Joachim Stiller (zu Fliege) schrieb:

      [V]on dem Standpunkt Deines Atheismus aus ist Deine Kritik an jeglicher Form von Glauben und Religion natürlich berechtigt. Aber was machst Du, wenn es "doch" einen Gott gibt? Dann handlet es sich nur um eine Afterkritik, wie es sie nur im Absurdistan unserer Zeitverhältnisse geben kann.

      Betrachte die Variante: eventuell existiert zwar Gott, aber keine Teilhabe an Gott. Lässt sich in diesem Fall eine Zuordnung zu "unseren Zeitverhältnissen" halten?

      Nun, bekanntlich schreibt Flavius Josephus den Sadduzäern eine solche Haltung zu (Jüdischer Krieg, 2. Buch, Kapitel 9): "Die Sadduzäer [...] nehmen [...] gar kein Verhängnis [Fügung, Führung] an und geben weder ein wirksames Eingreifen Gottes in die Geschichte noch selbst irgend eine Aufsicht von seiner Seite zu". Kurz: Es gibt für Sadduzäer keine Teilhabe an Gott, zumal sie "die Unsterblichkeit der Seele sowie Strafe und Lohn in der Unterwelt [im Jenseits] in Abrede [stellen]".

      Ich kann also zu meinen Gunsten auch einen aufgeklärten Theismus anführen, der überbordendes Wunschdenken verabschiedet hat - und im Falle der Sadduzäer rund 2000 Jahre alt ist. Stehende Kritik an Pascals Konzeption einer Gotteswette besteht in dem Hinweis, dass Pascal vergessen hat zu berücksichtigen, dass Gott - so er existiert - eventuell gerade solche Leute verabscheut, die sich wie Pascal zum Narren ihres überbordenden Wunschdenkens machen.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).

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    • Was macht man, wenn es doch einen Gott gibt:

      Someone asked [Bertrand] Russell at some meeting: 'Lord Russell, what will you say when you die and are brought face to face with your Maker?' He replied without hesitation: 'God,' I shall say, 'God, why did you make the evidence for your existence so insufficient?'
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • Joachim Stiller schrieb:

      Ich bin Anhänger jeder Religion.

      Gruß Joachim Stiller Münster

      Und ich mag gerne Mohnnudeln.

      Wen bitte, soll das interessieren?
      Die freie Diskussion ist das eigentliche Fundament der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. (Bundesverfassungsgerichtshof)
      Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren. (Karl Popper)
      Der Kosmos ist bestenfalls ein planlos aufgeschütteter Misthaufen. (Heraklit)
    • hel schrieb:

      Was macht man, wenn es doch einen Gott gibt:
      Someone asked [Bertrand] Russell at some meeting: 'Lord Russell, what will you say when you die and are brought face to face with your Maker?' He replied without hesitation: 'God,' I shall say, 'God, why did you make the evidence for your existence so insufficient?'

      Eine sadduzäische Haltung, die gut zum Russelschen Tadel passt (insufficient evidence), findet sich auch im Kamasutra, wobei weiterer Zweifel beigemischt wird. Dort im 1. Teil, 2. Kapitel heißt es (verfasst wohl vom indischen Autor Vatsyayana Mallanaga im 3. Jahrhundert; übersetzt von Guido Heel):

      Kamasutra, Was die Lokayatikas meinen schrieb:

      Die Lokayatikas [eine philosophische Gruppe] behaupten folgendes:
      Da die Früchte der religiösen Übungen nur im jenseitigen Leben genossen werden könnten und solche Belohnungen überhaupt eine zweifelhafte Angelegenheit seien, bräuchten religiöse Übungen gar nicht ausgeführt werden.
      Interessant ist zudem, was der Autor des Buches anmerkt:

      Kamasutra, Was Vatsyayana meint schrieb:

      Vatsyayanas Erwiderung darauf ist, daß religiöse Vorschriften aus den folgenden Gründen befolgt werden müssen:
      Die heiligen Schriften, die über den Vollzug des Dharma bestimmen, dürfen keinesfalls in Zweifel gezogen werden.
      Opferhandlungen, die der Austreibung böser Geister dienen, zeigen sicherlich sichtbare Ergebnisse. Die Sternbilder, die Sonne, der Mond und die Planeten lassen ihre Einflüsse derart wirksam werden, daß sie auf das Wohl des Kosmos bedacht zu sein scheinen.
      Man kann davon ausgehen, dass Vatsyayana in seiner Erwiderung genau die Punkte nennt, die die Lokayatikas genüsslich aufs Korn genommen haben (wobei Vatsyayana die Argumentation der Lokayatikas nicht im Detail referiert).
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).

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