Egoismus: Handeln im Sinne des eigenen Vorteils

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    • Egoismus: Handeln im Sinne des eigenen Vorteils

      Hi Leute :D,
      ich möchte hier eine Meinung von mir zu dem Thema Egoismus anbringen, deshalb möchte ich zu erst eure Definition von diesem Begriff Egoismus hören. Ich weiß nicht ob das Wort genau das trifft was ich meine, aber ich rede davon das Leute auf eine bestimmte Weise handeln um für sich selber einen Vorteil daraus zu ziehen. Als was würdet ihr solches Verhalten bezeichnen? Meint ihr man könnte ergründen was zu einem Solchen Verhalten führt.
      Das ist mein erster Post in einem solchen Forum und ich hoffe hier auf offene Ohren zu treffen.

      MfG Rico
    • Hallo Rico!

      Ein Egoist ist jemand, dessen Ego ist. Es geht aber auch mit zwei "s".
      Ein Egoist ist jemand, dessen Ego isst.
      Die bloße Existenz begründet den Egoismus. Das Ich will leben und tut im Normalfall auch alles dazu.

      Nun, viele verstehen unter Egoismus aber etwas anderes und sehen in ihm die Antipode zum Altruismus.

      MIt freundlichen Grüßen
      Raphael
      Ich denke, daher spinn´ ich.
    • Altruismus kann auch ein Ausdrucksweise des Egoismus sein.

      Wir sollten vermeiden gleich schon Polaritäten aufzubauen und ein Beziehungsgewebe zwischen dem Innen des Egoisten in uns und dem Aussen des Altruisten in uns sehen, das es kaum eine Unterscheidung rechtfertigt.

      Altruismus kann ein Egoist einer Anzahl von Individuen gegenüber ausrichten- die Grundform des Altruismus ist di Liebe zwischen Mann und Frau, der sich dann später auf die Familie ausdehnt, Verwandte, Freunde und gute Bekannte einbezieht, wobei sicherlich wertend bestimmte Beziehungen Prioritäten erhalten und Bindungsintensitäten abgestuft werden.

      Dies kann auch über den Tod von an der engen Bindung hinaus beteiligten Wesen geschehen, so kann die Bindung an Verstorbene stärker sein, als an Lebende.

      Zu Deiner Frage, rico:

      Ich finde den Begriff "Egoist" hier zu semantisch vorbelastet und zu bewertend. Wer aus allem Vorteile ziehen will, ist einfach ein schwacher und schlechter Mensch mit einem Ich-bezogenem a-sozialem und triebhaftem Charakter. Wir sollten uns mir dieser Art von Menschen gar nicht erst befassen, sondern sie ignorieren und meiden.

      An dieser Stelle kann man nun betrachten, inwieweit der ICH-Begriff ausreichend ist und ob nicht vielmehr das Wesen (essentia, ousia) betrachtet werden muß.

      Ein Egoist ist dann sicherlich ein Nicht-im-Wesen-Seinender, was hier jedoch nicht bewertet werden soll.

      oder anders geschrieben zu Deiner Frage. rico.

      Wir sollten die von Dir erwähnte Art Menschen, die immer nur Vorteile haben wollen, ignorieren und meiden - sie sind a-sozial und triebhaft und primitiv und uns stattdessen mit positiven Beispielen für einen gesunden, höher-bewußten Egoismus befassen.
      So kann Egoismus notwendig sein, in der Welt zu überleben, wenn ansonsten viele aus Verblendung, Hybris und Dummheit und Gier die anderen wissenden Mitmenschen beeinträchtigen. Hier ist die Stärke und Weisheit dieser wissenden Anderen - eigentlch uns - erforderlich, die diesen eigentlch Anderen Unwissenden einen Egoismus gegenüber praktizieren müssen - müssen daher- weil die Anderen Unwissenden teilweise unbelehrbar sind,

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Rutger ()

    • @Raphael
      unterschreib ich :)



      ego ist für mich schon mal das Ich und der Wille.
      Wobei das ich mehr ist als nur der einzelne Mensch.
      Doch rätseln wir ja gerade um die frage und antwort, was ein Ich, ein einzelner überhaupt tun kann, wenn wir ihn erstmal als einzelnen darstellen.
      Hier beginnen schon die schwierigkeiten.

      Ich denke, das jeder Handlung ein Bedürfniss (Dispo/Anspruch/Sinn/Ziel/Erwartung etc) zu Grunde liegt. Dieses Bedürfniss ist immer individuell und meist auch sozial.
      ich würd hier also nicht grundsätzlich von Vorteil sprechen, es geht nur um die Erfüllung des Bedürfnisses, welches eben oft auch sozial ist!

      Wo genau kommt das bedürfniss her, wie sieht es genau aus und welchen weg beschreitet es?
      zB Hoffnungen auf glück, Verträge zum Erhalt und zur Produktion des Glücks, zukünftige wahrscheinlichkeiten und chancen auf Erfüllung.

      Soziale Pflichten werden für mich deshalb wahrgenommen, weil das individuum ein interesse hat an dem sozialen wohl. Aus mehreren gründen.
      ich tue etwas zu X% wiederwillig, weil ich aber insgeheim weiß, das es gut für meine interessen ist. Wie bei so vielen nachhaltigen Handlungen. Auch wenn ich sie nicht tue.
      Die tatsache das ich etwas als wertvoller erachte als mich selbst, ist in meinem sinne auch als egoismus zu definieren, weil das andere verehrte zum neuen ganzen Ich (du + das andere) wird. Du wirst teil von etwas anderem, und um dieses andere zu bewahren, opferst du ein teil deines neuen ganzen ichs (dein elementares ich).
      Man kann das auch als Altruismus bezeichnen, dennoch kommt es um die existenzialistische annahme eines permanent zu Grunde liegenden Willens, der eine Entscheidung treffen muss, nicht herum.

      In all diesen fällen willst du etwas tun. Sei es auch nicht überwiegend für dich als individuum, so erfüllt es doch immer deine auffassung von was ist gut/sinnvoll/zu erreichen.

      Es gibt auch situationen, da ist eine handlung enorm ambivalent.
      So kann die hilfe die ich einem freund gebe etwas gutes sein, und ich weiß es ist gut, denn er hat mir schon mal geholfen (C) oder ich will, das man mir hilft in der selben situation (B) oder ich will einfach, das es meinem freund (den er ist nicht umsonst mein freund) gut geht, denn er ist ein teil von mir (A),
      aber gleichzeitig will mein freund etwas tun, wovon ich nicht denke, das es gut für ihn ist und somit wieder in konflikt steht mit (A).
      Das ist natürlich ganz schlecht.

      Dennoch gibt es imho immer ein "ich will".
      irgendeine situation wo es kein "ich will" oder ein "ich will nicht" gibt?

      Im falle von "ich will nicht" haben wir wieder egoismus, nur einen unterdrückten.

      Im falle von "ist mir egal" haben wir keine handlung, sind handlungsunfähig. Und dennoch bleibt es ein egoismus, den ich habe keinen wert und bringe auch kenien auf.

      dat wär so meine mehr oder weniger chaotische perspektive ;)
    • Damit es nicht auf eine sinnlose Gleichsetzung von Egoismus und Leben hinausläuft, sollte man Egoismus schon recht eng definieren. Mein Vorschlag: Egoismus ist die willentliche Durchsetzung eines Interesses gegen prinzipiell gleichberechtigte konkurrierende Interessen. "Wille" muss rein, denn sonst ließen sich auch Gene, Steine, und sogar Planeten des Egoismus zeihen, "Interesse" und "prinzipielle Gleichberechtigung" müssen rein, weil Egoismus sonst seinen ethischen Charakter verliert.
      "For it is a knell, that summons thee to Heaven - or to Hell!" W. Shakespeare, MacBeth
    • Altruismus ist eine Ausdrucksform des Egoismus. Selbstlosigkeit ist eine Utopie. Denn es ist immer das eigene Interesse bzw. Gefühl dem man nachgeht, sei es um seinen Wunsch Hilfsbereitschaft zuzeigen und die damit verbundenen positiven Gefühlen wie Ehrung und Dankbarkeit zu erfahren oder um als negativ empfundene Gefühle wie Mitleid und "schlechtes" Gewissen zu beseitigen.

      Somit ist Egoismus existenziell und als wertneutraler Begriff zu betrachten.
    • Ondrio schrieb:

      Somit ist Egoismus existenziell und als wertneutraler Begriff zu betrachten.
      Du kannst dich in den Gegenüber hineinversetzen und etwas für ihn tun und nicht für dich. Das nennt man Einfühlungsvermögen.

      Du tust nur für dich (und das erfährst Du erst dannach! nach deinem Entschluss) das Du für es tust. Und das ist kein Egoismus das ist Selbstlosigkeit durch die wenigstens ein kleiner Teil an Glück zurückgeschenkt wird. Dem kann auf der HabenSeite die nicht geben muss selbst der eigene Tod entgegenstehen.

      Das ist reine Selbstlosigkeit. Aufgeben des eigenen Selbst für ein anderes.

      Und das darf glücklich machen! Gutes getan zu haben darf glücklich machen das Glück das empfunden wird ist Folge und nicht Absicht des Selbstlosen!

      Er zerreist im Akt der Liebe und Aufopferung sein eigenes Selbst und bekommt dafür ein Glück wie es ein Nichtselbstloser nie erlebt als Geschenk.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von sammler ()

    • Ondrio schrieb:

      Altruismus ist eine Ausdrucksform des Egoismus. Selbstlosigkeit ist eine Utopie. Denn es ist immer das eigene Interesse bzw. Gefühl dem man nachgeht, sei es um seinen Wunsch Hilfsbereitschaft zuzeigen und die damit verbundenen positiven Gefühlen wie Ehrung und Dankbarkeit zu erfahren oder um als negativ empfundene Gefühle wie Mitleid und "schlechtes" Gewissen zu beseitigen.

      Somit ist Egoismus existenziell und als wertneutraler Begriff zu betrachten.

      Warum sollte es in einer Welt von puren Egoisten überhaupt Ehrung und Dankbarkeit geben? Warum sollte irgendeiner der zahllosen Egoisten in einer solchen Welt so eine Ehrung von Anderen und die Dankbarkeit der Anderen als positiv empfinden - es müsste ihnen viel mehr gänzlich gleichgültig sein und ganz sicher keine angenehmen Gefühle bereiten.

      Wie kommt es, dass empirische Befunde ziemlich klar darauf hindeuten, dass selbst kleinste Kinder (die das niemandem abgeguckt haben können) deutliche Zeichen der Hilfsbereitschaft zeigen? (Wieso sollten Egoisten eigentlich Kinder in der Welt setzen? Sie haben jeden Grund es zu lassen.)

      Wieso ist den Menschen Fairness so wichtig, dass sie dafür ohne Gegenstück auf Gewinne verzichten?

      Wieso sind Menschen so stark auf Kooperation geeicht, wie kaum andere Primaten?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von _its_not_me_ ()

    • Der "Selbstlose" handelt nach dem was er selbst erlebt und den dadurch hervorgerufen Emotionen. Einfühlungsvermögen ruft gesehene Gefühle in einem selbst aus, also sind es trotzdem eigene Gefühle denen man folgt.

      Man kann es drehen und wenden wie man will Gutes tun bleibt ein Willensakt eines Selbst. Die Motivation ist immer die eigene Emotion ganz gleich welche.
    • Ondrio schrieb:

      Der "Selbstlose" handelt nach dem was er selbst erlebt und den dadurch hervorgerufen Emotionen. Einfühlungsvermögen ruft gesehene Gefühle in einem selbst aus, also sind es trotzdem eigene Gefühle denen man folgt.

      Man kann es drehen und wenden wie man will Gutes tun bleibt ein Willensakt eines Selbst. Die Motivation ist immer die eigene Emotion ganz gleich welche.
      Glück steigt in einem auf wie ein Impuls für eine Welle. Dann leitet der Selbstlose es weiter indem er sich selbst im Wege stehend zerstört bzw. ignoriert um es dem Gegenüber in vollem Umfang zukommen zu lassen.

      Das ist selbstlose Liebe.

      Hass oder Bosheit reiner Egoismus erzeugt nur Hass Bosheit reinen Egoismus. In ihm gibt es keine Welle kein Geben und Nehmen und wieder Bekommen wo des Glücks vom Weitergebenden nicht für sich behalten sondern weitergetragen wird teilweise zurückschwappt bis er sich schließlich im Sand des Gegenübers verläuft.

      Das ist Liebe

      Dann gibt es noch den Fall das Glück hin und her schwappt.

      Das ist die gemeinschaftliche Liebe.
    • @ Jörn: nein

      Worauf ich hinaus will ist, dass man nicht von Selbstlosigkeit reden soll, wenn man Hilfsbereitschaft meint, und das Gegenteil von Hilfsbereitschaft nicht Egoismus, sondern Hilfsunbereitschaft ist. Um das zu verdeutlichen, folgendes Beispiel:

      Du siehst einen Autounfall. Ein Serienmörder ist im Wrack eingeklemmt und wird sterben wenn er nicht bald befreit wird. Der Mann schreit vor schmerzen und du gehst hin um ihn zu befreien. Als du bei ihm ankommst, siehst du dass er ne Pistole hat. Er bittet dich um Hilfe, fleht dich unter Schmerzen an und versichert dir aber, sobald er frei ist, bringt er dich sofort um, wenn du ihm nicht, hilfst lässt er dich am Leben. Was ist nun zu tun?

      1. Du bist selbstlos, also musst du ihm helfen, ganz gleich, ob dein Tod Dutzende Menschen ist tiefe trauer stürzt und seinen nicht, deine eigene Belange dürfen deine Entscheidungen nicht beeinflussen, sonst bist du nicht selbstlos.
      2. Du bist Egoist, du wägst aber deine Bedürfnisse gegen seine ab handelst also egoistisch, wärest aber bereit zu helfen wenn er dich am leben lassen würde.

      Der Selbstlose müsse aber müsse Nummer 2 verurteilen um selbstlos zu sein.

      Aber ist Egoismus in diesem Fall zu verurteilen, und mit Hilfsunbereitschaft gleichzusetzen?