Angeborene Moral?

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    • Mal_Nach_Denken schrieb:

      Riha schrieb:

      Die herrschende Lehrmeinung besagt, dass alle moralischen Normen ausschließlich auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen sind .Nun gibt es aber Experimente mit Kleikindern, die das bezweifeln lassen:

      Der Experimentator ließ vor den Kinden einen Gegenstand fallen und tat so ,als ob er diesen ergreifen wollte, aber nicht konnte .Darauhin nahm das Kind den Gegenstand und gab ihn dem Expermentator? Ist das nicht ein eindeutiger Beweis für eine angeborene Hilsbereitschaft? Ich denke ja ,aber nur ,wenn sich ausschließen lässt,dass es sich hier um eine erlernte Reaktion oder einen Nachahmungseffekt handelt. Weiß jemand näheres zu den Rahmenbedigungen dieser Experimente?

      Es gibt das Experiment auch mit Menschenaffen. Das Ergebnis ist dasselbe.
      Aber daraus nun eine angeborene Moral abzuleiten, halte ich für überzogen.
      Es dürfte eher die Intuition sein, dass sich Hilfsbereitschaft langfristig positiv auszahlt. Ich helfe dir, du hilfst mir.
      Kooperation /gegenseitige Hilfe gibt es schon auf der Basis von Instinkten (z.B. bein Ameisen) .Moral ist aber eine geistig verinnerlichte gesellschaftliche Norm. Wenn nun die Affen oder das Kleinkind denken würden : "Ich helfe dir, du hilfst mir" so läge Moral vor. Das aber bezweifle ich stark.
    • Riha schrieb:

      Die herrschende Lehrmeinung besagt, dass alle moralischen Normen ausschließlich auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen sind .Nun gibt es aber Experimente mit Kleikindern, die das bezweifeln lassen:

      Der Experimentator ließ vor den Kinden einen Gegenstand fallen und tat so ,als ob er diesen ergreifen wollte, aber nicht konnte .Darauhin nahm das Kind den Gegenstand und gab ihn dem Expermentator? Ist das nicht ein eindeutiger Beweis für eine angeborene Hilsbereitschaft? Ich denke ja ,aber nur ,wenn sich ausschließen lässt,dass es sich hier um eine erlernte Reaktion oder einen Nachahmungseffekt handelt. Weiß jemand näheres zu den Rahmenbedigungen dieser Experimente?
      "Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen."
      Du bist der Herr des ungesprochenen Wortes und das gesprochene Wort ist Herr über Dich.
    • Riha schrieb:

      Mal_Nach_Denken schrieb:

      Riha schrieb:

      Die herrschende Lehrmeinung besagt, dass alle moralischen Normen ausschließlich auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen sind .Nun gibt es aber Experimente mit Kleikindern, die das bezweifeln lassen:

      Der Experimentator ließ vor den Kinden einen Gegenstand fallen und tat so ,als ob er diesen ergreifen wollte, aber nicht konnte .Darauhin nahm das Kind den Gegenstand und gab ihn dem Expermentator? Ist das nicht ein eindeutiger Beweis für eine angeborene Hilsbereitschaft? Ich denke ja ,aber nur ,wenn sich ausschließen lässt,dass es sich hier um eine erlernte Reaktion oder einen Nachahmungseffekt handelt. Weiß jemand näheres zu den Rahmenbedigungen dieser Experimente?

      Es gibt das Experiment auch mit Menschenaffen. Das Ergebnis ist dasselbe.
      Aber daraus nun eine angeborene Moral abzuleiten, halte ich für überzogen.
      Es dürfte eher die Intuition sein, dass sich Hilfsbereitschaft langfristig positiv auszahlt. Ich helfe dir, du hilfst mir.
      Kooperation /gegenseitige Hilfe gibt es schon auf der Basis von Instinkten (z.B. bein Ameisen) .Moral ist aber eine geistig verinnerlichte gesellschaftliche Norm. Wenn nun die Affen oder das Kleinkind denken würden : "Ich helfe dir, du hilfst mir" so läge Moral vor. Das aber bezweifle ich stark.

      Von was für einen Moralbegriff gehst du aus?
      plato.stanford.edu/entries/morality-definition/
    • Mal_Nach_Denken schrieb:



      Von was für einen Moralbegriff gehst du aus?

      im wikipedia steht :"Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen. So verstanden, sind die Ausdrücke Moral, Ethos oder Sitte weitgehend gleichbedeutend und werden beschreibend (deskriptiv) gebraucht. Daneben wird mit der Rede von Moral auch ein Bereich von praktischen Urteilen, Handlungen oder deren Prinzipien (Werte, Güter, Pflichten, Rechte) verbunden. Eine so verstandene Unterscheidung von Moral und Unmoral ist nicht beschreibend, sondern bewertend (normativ)"

      Mein Moralbegriff ist eine Synthese daraus, nämlich: an gesellschaftlichen Normen orientiertes Verhalten.
    • Riha schrieb:

      Mal_Nach_Denken schrieb:



      Von was für einen Moralbegriff gehst du aus?

      im wikipedia steht :"Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen. So verstanden, sind die Ausdrücke Moral, Ethos oder Sitte weitgehend gleichbedeutend und werden beschreibend (deskriptiv) gebraucht. Daneben wird mit der Rede von Moral auch ein Bereich von praktischen Urteilen, Handlungen oder deren Prinzipien (Werte, Güter, Pflichten, Rechte) verbunden. Eine so verstandene Unterscheidung von Moral und Unmoral ist nicht beschreibend, sondern bewertend (normativ)"

      Mein Moralbegriff ist eine Synthese daraus, nämlich: an gesellschaftlichen Normen orientiertes Verhalten.

      Nach diesem Moralverständnis, die mir stark relativistisch geprägt zu sein scheint, kann es keine angeborene Moral geben, da ja ein angeborenes Verhalten sich gerade nicht an gesellschaftliche Normen orientiert. Allerdings kann es natürlich sein, dass angeborenes Verhalten gesellschaftliche Normen prägt.
    • Mal_Nach_Denken schrieb:

      Riha schrieb:

      Mal_Nach_Denken schrieb:



      Von was für einen Moralbegriff gehst du aus?

      im wikipedia steht :"Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen. So verstanden, sind die Ausdrücke Moral, Ethos oder Sitte weitgehend gleichbedeutend und werden beschreibend (deskriptiv) gebraucht. Daneben wird mit der Rede von Moral auch ein Bereich von praktischen Urteilen, Handlungen oder deren Prinzipien (Werte, Güter, Pflichten, Rechte) verbunden. Eine so verstandene Unterscheidung von Moral und Unmoral ist nicht beschreibend, sondern bewertend (normativ)"

      Mein Moralbegriff ist eine Synthese daraus, nämlich: an gesellschaftlichen Normen orientiertes Verhalten.

      Nach diesem Moralverständnis, die mir stark relativistisch geprägt zu sein scheint, kann es keine angeborene Moral geben, da ja ein angeborenes Verhalten sich gerade nicht an gesellschaftliche Normen orientiert.


      Das kommt darauf an ,wie man "gesellschaftliche Norm" interpretiert, also ob von der Gesellschaft gesetzt oder auf die Gesellschaft bezogen. Im letzteren Fall könnte die Norm angeboren sein , so wie z.B. Kants kategorischer Imperativ.

      Ich glaube auch ,dass Moral nicht angeboren ist . Aber ein Indiz für angeborene Moral ist ,dass bereits Kleinkinder oft mitweinen,wenn ein anderes Kind weint.
    • Meinst Du...?

      Selbstlose Hilfsbereitschaft gibt es schon bei Kleinkindern und ansatzweise auch bei Schimpansen. Die Menschenaffen erweisen sich zudem als kooperativ – mehr, als bisher vermutet.

      Ein Forscherteam um Felix Warneken und Michael Tomasello vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI) testete die Hilfsbereitschaft von 18 Monate alten Kindern. Die Wissenschaftler ließen im Experiment Gegenstände außerhalb ihrer eigenen Reichweite zu Boden oder in eine Kiste mit Klappdeckel fallen und versuchten dann erfolglos, die Gegenstände wiederzubekommen. Wie die Forscher jetzt im Fachmagazin «Science» berichten, hoben die Kleinen die Gegenstände auf und brachten sie den Forschern. Die Studie zeige damit, dass Kleinkinder ohne besondere Erziehung bereit sind zu helfen, auch ohne selbst davon zu profitierten.

      Das gleiche Verhalten beobachtete das Team auch bei Schimpansen, allerdings bei etwas einfacheren Versuchsanordnungen. Demnach waren die Affen sehr hilfsbereit, wenn ihre Tierpflegerin nach Gegenständen zu greifen versuchte, die sie nicht erreichen konnte. Die Forscher konnten damit belegen, dass es selbstloses Verhalten auch bei den nächsten Verwandten der Menschen gibt. «Früher nahm man an, hilfreiches Verhalten sei eine dem Menschen eigene Fähigkeit», sagte Warneken. «Vielleicht existierten erste Ansätze von Altruismus, die sich beim modernen Menschen noch verstärkt haben, auch schon bei unseren evolutionären Vorfahren.»
      Wir leben alle unter dem selben Himmel -
      und doch haben wir nicht den selben Horizont...

    • SchwarzeLilie schrieb:

      Meinst Du...?

      Selbstlose Hilfsbereitschaft gibt es schon bei Kleinkindern und ansatzweise auch bei Schimpansen. Die Menschenaffen erweisen sich zudem als kooperativ – mehr, als bisher vermutet.


      Ja klar, Kooperation gibt es auch schon bei Insekten. Aber das ist noch keine Moral (= Handeln nach zwischen Gut und Böse ordnenden Werten)

      Und die von Tomasello beschriebene Hilfsbereitschaft der Kleinkinder könnte ein bloßer Nachahmungseffekt sein.
    • Riha schrieb:

      Die herrschende Lehrmeinung besagt, dass alle moralischen Normen ausschließlich auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen sind .Nun gibt es aber Experimente mit Kleikindern, die das bezweifeln lassen:


      Tja Riha, du wolltest ja nichts über G.tt wissen ;) Aber nochmal, wisse es gibt einen G.tt, nur er ist eins!!!
      Das da : " alle moralischen Normen ausschließlich auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen sind" ist sicher kein G.tt! Also auch niemals eins sondern eher mehrdeutig!!!!!

      ---> Moral ist angeboren und gütig etc... aber die Gesellschaft zwingt manchmal andere moralische Normen dem Menschen auf, die angeborene wird unterdrückt. Folge: Frauenunterdrückung, Fremdenfeindlichekeit, Selbsthass..etc...
      You understand?^^


      Siehe nun ich gebe dir ein Schutz für alle Zeiten und alle Orten, wisse aber, nur er(oder sie) ist eins :P
    • mea_Bellum schrieb:

      Riha schrieb:

      Die herrschende Lehrmeinung besagt, dass alle moralischen Normen ausschließlich auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen sind .Nun gibt es aber Experimente mit Kleikindern, die das bezweifeln lassen:


      Das da : " alle moralischen Normen ausschließlich auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen sind" ist sicher kein G.tt!
      Es könnte ja ein Gott /G.tt existieren ,der die Welt erschaffen hat, sich aber nicht um die Moral kümmert.
    • mea_Bellum schrieb:

      Riha schrieb:

      Das da : " alle moralischen Normen ausschließlich auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen sind" ist sicher kein G.tt!
      Es könnte ja ein Gott /G.tt existieren ,der die Welt erschaffen hat, sich aber nicht um die Moral kümmert.


      Wo ist der unterschied zwischen "Der Höchste kümmert sich und der Höchste kümmert sich nicht"?
      "kümmert sich": die moralischen Normen sind dem Menschen vom Höchsten/von Gott gegeben.
      "kümmert sich nicht": sie sind ausschließlich auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen.
    • Sind die gesellschaftlichen Einflüsse nicht vorherbestimmt? Hat Gott mit der Erschaffung der Welt nicht auch die Entwicklung der Gesellschaft und deren Einflüsse vorherbestimmt?

      Wenn du an Gott glaubst, dann wäre es unter Umständen möglich, daran zu glauben, dass gesellschaftliche Einflüsse vorherbestimmt sind.
      Glaubst du nicht an Gott, könntest du mit Hume argumentieren, dass wir aus der Erfahrung in die Zukunft schließen und mit Plessner könntest du dann sagen, dass wir in, gegen und zur Welt gestellt sind und sich aus dieser Komplexität höchstwahrscheinlich auch Gesellschaftliches entwickelt.
    • idea (zu rickson) schrieb:

      Wenn du an Gott glaubst, dann wäre es unter Umständen möglich, daran zu glauben, dass gesellschaftliche Einflüsse vorherbestimmt sind.
      Glaubst du nicht an Gott, könntest du mit Hume argumentieren, dass wir aus der Erfahrung in die Zukunft schließen, und mit Plessner könntest du dann sagen, dass wir in, gegen und zur Welt gestellt sind und sich aus dieser Komplexität höchstwahrscheinlich auch Gesellschaftliches entwickelt.

      Gesellschaftliches findet sich auch bei nicht-menschlichen Tieren. Wir sehen daraus, dass ein Glaube an einen Gott (den wir bei Tieren for sake of argument nicht annehmen wollen) nicht erforderlich ist für die Entstehung von Gesellschaftlichem. Vielleicht glauben jedoch auch einige Tiere an Gott, was die Lage für menschliche Religionen dann allerdings nicht unproblematischer machen würde.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
    • idea schrieb:

      Hmja, wenn ich meine Gänse beobachte, dann sieht es tatsächlich manchmal so aus als ob sie meditieren würden, oder gottversunken sind.
      und wirklich, Gänse lieben die Gesellschaft von anderen Gänsen - natürlich auch meine :whistling:

      Ich vermute, wir müssen unser Weltbild dahingehend erweitern, dass Gänse dies oder das tun oder lassen *g*.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).