Quellenmaterial für meine Facharbeit (Abitur)

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    • Quellenmaterial für meine Facharbeit (Abitur)

      Sehr geehrte Community,

      Ich mache nächstes Jahr Abitur und muss bis Dezember 2012 eine Facharbeit, welche Teil meiner 5. Prüfunkskomponente, abgeben.

      Thema: Die Veränderung der wissenschaftlichen Auffassung von der Zeit, speziell in der Physik
      Hauptfach: Physik
      Bezugsfach: Philosophie

      In meiner Facharbeit geht es primär über die physikalische Seite, aber um das Nebenfach geltend zu machen, dachte ich mir,
      ich bringe das Problem der Erkenntnisfähigkeit des Menschen ein.
      Dabei handelt es sich um die zentrale Frage: ,,Was können wir mit Sicherheit wissen?" ,,Wo liegt die Grenze des menschlich Begreifbaren?" und
      ,,Bis wohin können wir forschen?"

      Ich denke, das ist ein sinnvolle Einbringung des Philosophischen Aspektes ins Thema, da die Physikalischen Ergebnisse zum Thema Zeit
      den menschlichen Verstand vor eine große Herausforderung stellen und weil es einige unbeantwortete Fragen gibt, wo man philosophisch sagen könnte,
      dass sie nicht beantwortbar wären.

      Desweiteren geht es in der Facharbeit auch um den Ursprung des Universums (Hat es einen Beginn der Zeit gegeben?) und damit um die Frage nach Ewigkeit, Unendlichkeit
      und dem Nichts.
      Ich habe schonmal ein bisschen dazu recherchiert und festgestellt, das die Frage nach dem ,,Nichts" und die ,,Erkenntnistheorie" zentrale Bestandteile in philosophischen
      Diskussionen sind.
      Daher möchte ich nach anregendem und informativen Quellenmaterial fragen, welches ich für meine Facharbeit verwenden kann.
      Es geht vorallem um die Erkenntnistheorie und die Frage: Was ist der Mensch? Wie weit kann der Mensch sich selber und andere Dinge begreifen?

      Ich bitte um nicht zu abstrakte Quellen, da ich das als Schüler der 12. Klasse auch noch irgendwie verstehen muss ;)

      Vielen Dank
      ,,Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle" - Albert Einstein
    • Boah, tolles Thema!

      Populärwissenschaftlich steigt man zB mit Paul Davies: "So baut man eine Zeitmaschine" ein, etwas anspruchsvoller aber dennoch machbar ist Brian Greene: "Das elegante Universum". Von Joachim Bublath fällt mir noch "Geheimnisse unseres Universums" ein und natürlich die verschiedenen Hawking-Bücher. Für die genuin philosophische Komponente kann ich leider nur relativ robuste Kost anbieten: McTaggart etwa, oder Peter Rohs: "Feldzeit Ich". Stark finde ich auch Peter Bieri "Zeit und Zeiterfahrung", insbesondere die Entgegnung zu besagtem McTaggart ist messerscharf.
      "For it is a knell, that summons thee to Heaven - or to Hell!" W. Shakespeare, MacBeth
    • Das klingt doch alles sehr nett...

      Ich kann dich vielleicht ein wenig in Sachen Erkenntnistheorie beraten.


      Generell gibt es relativ wenig Literatur speziell zur Erkenntnistheorie in deutscher Sprache. Bieri und Grundmann sind so ziemlich die berühmtesten Erkenntnistheoretiker der aktuellen Diskussion, die die Fachdiskussion auch im deutschen Raum zugänglich machen.
      Ich kann folgende Standardwerke empfehlen, die schonmal einen ganz guten Überblick bieten sollten:

      Grundamm, Thomas - Analytische Einführung in die Erkenntnistheorie
      Bieri, Peter - Analytische Philosophie der Erkenntnis

      Bei deinem Thema bietet sich natürlich auch Wissenschaftstheorie (etwa prominent durch Popper) an. Dazu gibt es einiges an Lektüre. Zum subjektiven Erkenntnisproblem würde ich auf jeden Fall Thomas Nagel und eventuell weiterführende Aufsätze empfehlen.

      Bis hierhin sollten das relativ zugängliche Werke sein, bei denen man sich auch nicht zu sehr in Fachdiskussionen verloren sieht...

      Zuletzt wirst du um Kant wohl auch nicht herum kommen. Einige seiner Fragen scheinen so ziemlich identisch mit deinen zu sein ^^ Bei Kant gilt allerdings immer: vorsichtig lesen :finger:
    • Ich habe ja Philosophie auch als Grundkursfach gewählt und bin mit Kant schon etwas vertraut. Im zweiten Semester haben wir das Oberthema: ,,Das Wesen des Menschen" gehabt und somit fange ich bei meinen jetzigen Recherchen nicht bei 0 an.
      Zum Thema ,,das Wesen des Menschen" haben wir hauptsächlich die philosophischen Positionen Arnold Gehlen's und Helmut Plessner's erörtert. Die beiden bringen mir für meine Facharbeit aber wenig.

      Wenn ich ein klares Ziel vor Augen habe werde ich mir von meinem Onkel mal den Universtiätsausweis geben lassen und dann kann ich mich mal durch die Universitätsbibliothek stöbern.
      Die Namen Thomas Grundamm und Peter Bieri sind schonmal in meine Liste aufgenommen, vielen Dank euch beiden!

      Für die physikalische Seite bin ich im Übrigen ziemlich gut mit Quellen eingedeckt, da habe ich zwei Fachzeitschriften, ein Dutzend Vorlesungen zum Thema Zeit und Physik als Audiodateien und mein Physik Buch. Da brauch ich keine Quellenvorschläge mehr ;)
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    • Woodshape schrieb:

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      "Wir alle, die wir in freien und offenen Gesellschaften leben wollen [...]: Wir alle haben ein Problem mit dem Islam" (Heiko Heinisch; in: The European online, 20. Januar 2015. — "Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat kürzlich als Zeuge vor Gericht in Paris gesagt, der Antisemitismus sei Teil der islamischen Kultur, er werde im Koran, in den Moscheen und in den Familien verbreitet" (FAZ online, 11. Dezember 2017).
    • Ich war heute in der philologischen Bibliothek der freien Universtität in Berlin und habe mir drei Bücher genauer angesehen.
      Darunter war auch das von euch empfohlene: "Thomas Grundmann - Analytische Einführung in die Erkenntnistheorie".

      Übers Wochenende darf ich mir die Bücher auch ohne Universitätsausweis ausleihen und das werde ich auch machen, um
      das alles mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich habe schon ein paar Kapitel in dem Thomas Grundmann -Buch gelesen
      und muss sagen, dass es vom Anspruch her noch ok ist. Manche Wörter sind mir unbekannt, aber man kann einiges aus dem
      Zusammenhang schließen.

      Bitte gebt mir noch weitere Anregungen und Tips, solltet ihr welche haben. Gerne auch zu Logikproblemen und Paradoxien,
      wie z.B. ,,gibt es das absolute Nichts?" oder ,, Hat alles ein Anfang und ein Ende?"
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    • Als erkenntnistheoretischen Einstieg, der auch ausführlich rationalistische Paradigmen seziert, habe ich selber Alan Musgrave "Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus" genossen. Ich gebrauche Abschnitte aus diesem Buch immer noch für meine eigene Lehrtätigkeit. Vertiefend dazu wären Kurt Gödels Überlegungen zu Vollständigkeit und Wahrheit geschlossener Systeme spannend, allerdings ist hier etwas mathematische Kenne sehr von Vorteil.
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    • Schimmermatt schrieb:

      Als erkenntnistheoretischen Einstieg, der auch ausführlich rationalistische Paradigmen seziert, habe ich selber Alan Musgrave "Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus" genossen. Ich gebrauche Abschnitte aus diesem Buch immer noch für meine eigene Lehrtätigkeit. Vertiefend dazu wären Kurt Gödels Überlegungen zu Vollständigkeit und Wahrheit geschlossener Systeme spannend, allerdings ist hier etwas mathematische Kenne sehr von Vorteil.

      Alan Musgrave gab 1995 der Zeitschrift "Metascience" ein Interview. Darin äußert er sich (S. 131) auch zu seinem Buch "Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus":

      Interviewer schrieb:

      Tell me about that book [Common Sense, Science and Scepticism].

      Musgrave schrieb:

      Well, its theme is that common sense and science and scepticism go hand-in-hand, and stand opposed to what the ancient sceptics called 'dogmatism' (the pursuit of certainty) and to idealistic views. I wrote it before I read David Stove's paper 'Idealsm - a Victorian Horror Story' in his book The Plato Cult and Other Philosophical Follies. It would be a better book if it had been written after I read Stove. I only half-knew what Stove makes clear in his paper - that most good philosophers in the past three or four hundred years have been idealists of one kind or another. As an undergraduate I had been both fascinated and repelled by Berkeley's idealsm. All that ingenuity wasted on a crazy view. Even today philosophers take it more seriously than they should.

      Musgraves Buch ist aber auch so gut genug.
      "Wir alle, die wir in freien und offenen Gesellschaften leben wollen [...]: Wir alle haben ein Problem mit dem Islam" (Heiko Heinisch; in: The European online, 20. Januar 2015. — "Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat kürzlich als Zeuge vor Gericht in Paris gesagt, der Antisemitismus sei Teil der islamischen Kultur, er werde im Koran, in den Moscheen und in den Familien verbreitet" (FAZ online, 11. Dezember 2017).
    • Fliege schrieb:


      Musgraves Buch ist aber auch so gut genug.
      Denke ich auch. Fast immer ist es so, dass Autoren in einer späteren Auflage in die Überlegung kommen, ob sie die Erkenntnisgewinne der jüngeren Vergangenheit nicht einbringen sollten. Meist sind sie besser damit bedient, gleich ein neues Buch in Angriff zu nehmen, anstatt das alte Buch zu modifizieren.
      "For it is a knell, that summons thee to Heaven - or to Hell!" W. Shakespeare, MacBeth