Kannst du mir das Gegenteil beweisen?

    • Apostasis schrieb:



      Du argumentierst innerhalb des TND. Das TND ist aber eine Tautologie, du kannst also innerhalb des TND keinen Widerspruch konstruieren. Damit lieferst du kein Argument, sondern gibts einfach nur den TND als Beispiel wieder. Was schön ist, aber leider nichts zur Sache beiträgt.


      Tertium non Datur gilt immer, denn gäbe es deinen ( Tertium ) zu deinem P und nonP, dann würde es ja wirklich zu deinem P und nonP ein Tertium geben. Also gilt doch immer Tertium non Datur :=)
    • Das erinnert mich doch stark an Russels Teekannengleichnis. Jeder kann wild Thesen aufstellen, man kann sagen, dass da ne Teekanne auf dem Mars ist, die nur so klein ist, dass sie kein Teleskop sehen kann. Aber ist das deshalb war?
      Der Konjuktiv ist, wie ich finde, keine ausreichende Erklärung. Man muss nur das Gegenteil beweisen, wenn denn tatsächlich ein Argument vorliegt, warum etwas so sein sollte, also in dem Fall, warum da eine Teekanne auf dem Mars liegen sollte. Aber solange dieses Argument nicht vorhanden ist, kann man die These als Lüge(im außermoralischen sinne) gelten lassen.
    • philoanibilu schrieb:

      Hallo zusammen

      Man stösst immer wieder mal auf die logische Aussage, "kannst du mir das Gegenteil beweisen", um eine Wahrheit einer Sache zu unterstreichen oder gar indirekt zu beweisen. Wieviel Wahrheit steckt hinter dieser Aussage? Muss man wirklich das Gegenteil einer Sache beweisen, um quasi den Gegenbeweis zu liefern, dass etwas falsch ist? Und wenn man dies nicht beweisen kann, ist dann automatisch die ursprüngliche Aussage des Gegenübers wahr? Muss nicht vielmehr der Redner seine Beweisbarkeit seiner Aussage zuerst beweisen, um von einer wahren Aussage zu sprechen?

      Vielen Dank für eure Gedanken und Beispiele. Würde mich freuen, einige interessante Antworten zu erhalten.

      Wenn jemand fragt - Kannst du mir das Gegenteil beweisen? -, und man kann das Gegenteil nicht beweisen, dann beweist das weder direkt noch indirekt, dass die zuvor gemachte Aussage des Fragestellers richtig ist.
      Andernfalls wäre es ja so, dass die Aussage (Es gibt den Weihnachtsmann) schon indirekt bewiesen wäre, weil niemand das Gegenteil beweisen können wird.

      Möglicherweise drückt jemand mit einer solchen Frage seine eigene Unsicherheit darüber aus, ob die von ihm gemachte Aussage überhaupt richtig ist.
    • philoanibilu schrieb:

      Hallo zusammen

      Man stösst immer wieder mal auf die logische Aussage, "kannst du mir das Gegenteil beweisen", um eine Wahrheit einer Sache zu unterstreichen oder gar indirekt zu beweisen. Wieviel Wahrheit steckt hinter dieser Aussage? Muss man wirklich das Gegenteil einer Sache beweisen, um quasi den Gegenbeweis zu liefern, dass etwas falsch ist? Und wenn man dies nicht beweisen kann, ist dann automatisch die ursprüngliche Aussage des Gegenübers wahr? Muss nicht vielmehr der Redner seine Beweisbarkeit seiner Aussage zuerst beweisen, um von einer wahren Aussage zu sprechen?

      Vielen Dank für eure Gedanken und Beispiele. Würde mich freuen, einige interessante Antworten zu erhalten.
      Hallo, philo!

      Zumindest ein Vogelkundler kann beweisen, dass in der Tat alle Raben schwarz sind:

      Alle Raben sind schwarz. Alle. Schwarz ist die Grundfarbe der aller Rabenarten. Genetisch besitzen alle Raben das schwarze Farbpigment. Natürlich kennt man auch das äußerst seltene Phänomen des Albinismus. Der Albinismus aber entsteht durch einen genetischen Defekt, und Defekte sind in keinem gesunden Organismus vorprogrammiert. Ein einzelner, ja selbst eine ganze Population albinistischer Raben stellte daher in keiner Weise ihre natürliche Schwärze in Frage, solange diese in der ursprünglichen Genstruktur angelegt bleibt. Bislang allerdings wurde in der unberührten Natur keine einzige Abfolge von albinistischen Schlupfen gefunden, geschweige denn eine Anzahl von mehr als zwei weißen Raben in einer einzelnen Population gesichtet. -

      Wenn also konstatiert wird: Alle Raben sind schwarz! und hierbei der Ornithologe speziell von den Raben spricht, ist diese Behauptung wohlbegründet, auf authentisch naturwissenschaftlicher Basis, und demzufolge theoretisch, faktisch und praktisch wahr. - Stellt man hingegen jene Behauptung als beobachtender und erfahrener Laie fest, ist sie dennoch in keiner Weise un-wahr, denn nicht nur der bloße Laie, sondern Milliarden anderer Menschen haben in der unberührten Natur ausschließlich schwarze Raben gesehen, und die authentischen(!) Berichte über freilebende weiße Raben lassen sich an einer Hand abzählen. -

      Was sowohl der Experte als auch der Laie bezüglich der Raben-Farbe sagt, umfasst die Beobachtung und Erfahrung in ihrer Gesamtheit,
      in ihrer universalen Komplexität; insofern gilt die Aussage streng wissenschaftlich sicher nicht als absolut, wohl aber auf rationaler Ebene als grundsätzlich wahr. Das Faktum, dass in Wirklichkeit nicht "alle" Raben - also jedes einzelne Raben-Exemplar - schwarz sind, rüttelt nicht im Geringsten an der universalen Grund-Tatsache. Diese aber erkennt, begreift und versteht man erst, wenn man in der Aussage deren Sinnhaftigkeit - eben das Wesentliche - sucht, und nicht mit pharisäischer Kleingeisterei das Satz- und Wortgefüge zerpflückt. (Dabei stammt - nebenbei bemerkt - der berühmte Grundsatz "Ausnahmen bestätigen die Regel" von der Wissenschaft selber!) - Das Wesentliche ist: Schwarz ist die Gefieder-Farbe aller Raben-Arten, da sie sich naturgemäß und insgesamt als schwarz gefiedert darleben, und Schwarz ist ihre ur-genetisch angelegte Gefiederfarbe, da die moderne Genetik dies hinlänglich belegt hat. Somit spricht selbst der unbefangene Laie unbewusst letztere ihm verborgene Erkenntnis mit aus, und sofern wir unser gesundes Erkenntnisstreben vorbehaltlos, demütig und liebevoll auf die Phänomene der Natur richten, werden wir finden, dass die unterschiedlichsten Ansichten und Beobachtungen immerzu einander ergänzen und bestätigen.

      Herzliche Grüße!
      Luritus

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