Ein neues Thema der Sprachphilosophie

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ein neues Thema der Sprachphilosophie

      ............................Normative Sätze..................Werturteile

      <----------------------------------------<-------------------------------->----------------------------------------->

      ..........................................x................................x
      ..........................................x......Schnittmenge......x
      ..........................................x................................x
      ............Sollensurteile...........x.........Ethische..........x..............Sonstige
      ..........................................x........Werturteile........x.............Werturteile
      ..........................................x................................x


      Der Hintergrund des Ganzen ist eigentlich ein ganz einfacher: Es geht um die alte Frage, in wie weit diese drei Teilbereiche nun wahrheitsfähig sind, oder nicht. Es geht also auch um eine metaethische Untersuchung. Mag vielleicht jemand etwas dazu sagen? Gruß Joachim Stiller Münster
    • Naja, wenn man bedenkt, dass für ethische Werturteile eine ganz neue Sparte in der Philosophie gegründet wurde, nämlich die Axiologie, denke ich mal, dass hier deine Frage leider nicht einfach zu beantworten sein wird. Du könntest maximal versuchen, über die Modallogik deine Moralaussagen zu fassen, die aber eigentlich dann schon Ableitungen deiner ethischen Überlegungen sind; klingt also auch eher nicht vielversprechend.

      Ich denke im großen und ganzen ist die Frage aber insofern schon beantwortet, als dass du Wertaussagen machst. Da jetzt zu fragen, ob die richtig oder falsch sind... welchen gewinn hast du dadurch ? Es sind doch meistens eh schon Ableitungen aus einem System in dem eine gewisse Form von Gültigkeit gesetzt wurde, oder nicht ?
      War on the Saints.
    • Joachim Stiller schrieb:

      Die Frage, die sich mir stellt, ist die: Sind

      a) Sollensurteile wahrheitsfähig, ode rnicht,
      b) ethische Werturteile wahrheitsfähig, oder nicht,
      c) sonstige Werturteile wahrheitsfähig, oder nicht.

      Ich selber bin weit von einer Antwort entfernt... Gruß Joachim Stiller Münster


      Also ich glaube nicht, dass sie wahrheitsfähig sind, soweit man mit "Wahrheit" ein empirisches Der-Fall-Sein meint (und ich glaube auch nicht, dass man davon so einfach absehen kann)

      Ich denke mir das so:
      Wenn ich den Satz Z="Dieser Schnee hier ist weiß." dann könnte man sagen, dass dieses statement richtig ist, weil ich eine Sprachkonvention eingehalten habe. Ein Werturteil ist es jedenfalls nicht; vielmehr so eine Art Grundlage, oder "Basissatz". Jedermann, der die Sprachkonvention nutzt, muss mir zustimmen, da ich diese Sprachkonvention richtig angewendet habe.

      In der obigen Situation - ich kann weißen Schnee bezeigen - kann ich den Sachverhalt, den ich mit Z meine, unmittelbar bezeichnen oder bezeigen. Aber mal angenommen, ich kann das nicht mehr (Schnee ist weit und breit nicht zu sehen) und stelle dann folgende Hypothese auf: "Schnee ist weiß." Diese Hypothese könnte man so übersetzen: "Es gibt die Möglichkeit, Z zu äußern." Also: Kann man "Dieser Schnee hier ist weiß." äußern, dann ist das ein Beleg für die Hypothese "Schnee ist weiß."

      Ein solches Belegverhältnis ist aber für eine Norm der Art "Man soll kein Schweinefleisch essen." nicht möglich. Denn wie soll diese Norm belegt werden? Das Befolgen dieser Norm ist kein Beleg für sie; es ist ein Zeichen der Akzeptanz, ja, aber kein Beleg wie im oben genannten Sinne.

      Man kann auf die von Normen angegebenen möglichen Sachverhalte nicht zeigen; man kann sie nicht belegen. Und das heißt auch gleich noch: Sie haben keine Referenz.

      Sie haben auch dann keine Referenz, wenn man versucht, Hypothesen und Normen dadurch gleich zu schalten indem man postuliert, beides seien ja Behauptungen, da beide einen Geltungsanspruch gegen andere anzeigen. Das halte ich für einen Fehler, denn dann werden zwei logische Kategorien vermischt (Sein und Sollen), die man trennen sollte (diese Anmerkung bezieht sich auf einen Post von Eberhard: Wahrheitssuche in der Philosophie)

      Vielmehr ist es so, dass die Norm bestimmte als vollkommen wahr gesetzte Annahmen impliziert (für die obige Norm z.B. "Schweine sind unrein." usw.) und sie aus diesen Annahmen dann das abgeleitete Soll darstellt. Die Annahmen der Norm könnten wohl wahr sein oder nicht, nicht jedoch die Norm selbst, der sie als Basis nutzen.