Mehrwert und Konkurrenz

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Mehrwert und Konkurrenz

      @ rob,

      ich lass mir von Dir ja nicht gerne zeigen, dass ich die Texte gar nicht wirklich lese... :D Darum habe ich mir gerade Kapitel 9 (Rate und Masse des Mehrwerts) noch einmal kurz angesehen. Marx schriebt (S.321):

      "... Dies also vorausgesetzt, ist mir der Rate zugleich die Masse des Mehrwerts gegeben, die der einzelne Arbeiter dem Kapitalisten in bestimmter Zeitperiode liefert."

      Masse des Mehrwerts ist also bei Marx die qunatitative "Höhe" des Merwertes, ausgedrückt in Mehrarbeit bzw. Mehrprodukt. Da ich selber aber nicht von Mehrwert sprechen möchte, sondern von Profit, wäre es als die "Höhe" des Profits. Ansonsten gilt auch weiter, was ich schon gesagt habe. Zumindest ist der Profit weder auf irgendeine Mehrarbeit, noch auf irgendein Mehrprodukt bezogen, höchstens auf die Nachfrage, dem der Kostenpreis gegenübersteht (hübsche Aufgabe für die Oberstufe).. Gruß Joachim Stiller Münster

      The post was edited 3 times, last by rob: irgendwie klappt das mit dem Verschieben nicht so wie ich will - am Inhalt habe ich nichts geändert :D ().

    • Mit Masse des Mehrwerts meinte ich eigentlich nur dessen Höhe.

      Vielleicht so: Ein Produkt besteht aus der vollen Arbeitsmasse, und die kostet den Unternehmer einen bestimmten Betrag. Zusammen mit den Rohstoffen und dem fixen Kapital (Kapitalzins) errechnen sich die Kosten. Dann wird ein Profit veranschalgt, von dem Angenommen wird, dass er sich bei (vollständiger) Konkurrenz gerade noch realisiern lässt, und wird aufgeschlagen. Die Profitrate liegt heute in Deutschland bei etwa 10-15 Prozent.


      Bei vollständiger Konkurrenz wüde immer jemand auf die Idee kommen, mit geringerem Profit zu verkaufen (z. B. nur 8% statt 10%). Wieso geschieht das nicht, wenn der Mehrwert ein rein wilkürlicher Aufschlag ist?
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • Profit & Mehrwert

      Hi!

      rob wrote:

      Mit Masse des Mehrwerts meinte ich eigentlich nur dessen Höhe.

      Vielleicht so: Ein Produkt besteht aus der vollen Arbeitsmasse, und die kostet den Unternehmer einen bestimmten Betrag. Zusammen mit den Rohstoffen und dem fixen Kapital (Kapitalzins) errechnen sich die Kosten. Dann wird ein Profit veranschalgt, von dem Angenommen wird, dass er sich bei (vollständiger) Konkurrenz gerade noch realisiern lässt, und wird aufgeschlagen. Die Profitrate liegt heute in Deutschland bei etwa 10-15 Prozent.


      Bei vollständiger Konkurrenz wüde immer jemand auf die Idee kommen, mit geringerem Profit zu verkaufen (z. B. nur 8% statt 10%). Wieso geschieht das nicht, wenn der Mehrwert ein rein wilkürlicher Aufschlag ist?


      1. Denke ich ist Mehrwert nicht Profit. Der Kap muss ja vom Mehrwert noch die Neuinvestitionen abziehen bevor er zum Profit kommt. Er muss auch liquid bleiben um bei neuen Marktchancen aktiv sein zu können. Schnäppchenjagd - Marx: Jagd um den Globus.

      2. Dies aus 1. und alle Aufwendungen um seinen Status als aktiver Kapitalist nicht zu verlieren, sagen wir: Status-Lebensstandard; politische "Schmiermittel"
      verhindern zum einen dass der Profit beliebig gesenkt wird. Im Ernstfall kommen konkurrenzbeschränkende Massnahmen zur Geltung (Kartellabsprachen)

      3. Der Kap steht in Konkurrenz zu seinesgleichen. Innerhalb der Branche und über sie hinaus. Es gibt also so etwas wie eine durchschnittliche Profitrate am Markt an der sich der Kapitalist orientiert (orientieren muss). (man lernt doch in der Schule dass der einfachste Vergleich zur Abschätzung der Sinnhaftigkeit einer Investition im kap. Sinne der Bankzins ist- das bekomme ich auf jeden Fall, die Investition muss also mehr versprechen) Er wird also bei Bedarf wechseln. Das beste Beispiel dafür sind die Finanzblasen. Verspricht die Produktion nicht mehr einen durchschnittlichen Marktprofit zu erlangen, sucht er andere Standorte (3.Welt etc.) oder er wechselt in die Spekulation. Das ist objektiv als Schwäche des Systems zu verstehen, und nicht als "naive Böswilligkeit" einiger Banker. (Robert Kurz hatte das mal irgendwo erläutert)

      Bitte um Ergänzung/Korrektur.


      mpg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • das ist schon richtig! Aber im Prinzip würde doch jeder Kapitalist versuchen, leicht unter der Mehrwertrate der Konkurrenz zu bleiben, sodass nach einiger Zeit der Mehrwert gegen null gehen würde (durch wechselseitiges Unterbieten der jeweiligen Konkurrenten).

      Vielleicht kann mir jemand sagen, wo mein Denkfehler liegt?
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF

      The post was edited 1 time, last by rob ().

    • rob wrote:

      Bei vollständiger Konkurrenz wüde immer jemand auf die Idee kommen, mit geringerem Profit zu verkaufen (z. B. nur 8% statt 10%). Wieso geschieht das nicht, wenn der Mehrwert ein rein wilkürlicher Aufschlag ist?

      rob wrote:

      Aber im Prinzip würde doch jeder Kapitalist versuchen, leicht unter der Mehrwertrate der Konkurrenz zu bleiben, sodass nach einiger Zeit der Mehrwert gegen null gehen würde (durch wechselseitiges Unterbieten der jeweiligen Konkurrenten).

      Zwei Fabrikanten lassen Schuhe fertigen.
      Ihre Ausgaben bestehen pro Schuhpaar jeweils aus: Rohstoffkosten, Werkzeug- und Werkzeugbetriebskosten, Arbeitskosten, Konstruktionskosten für Schuhdesign und Schuhfertigungsablauf sowie Kapitalkosten = in Summe 1 Geldeinheit.
      Wir können annehmen, dass die Ausgaben beider Fabrikanten in jeder Hinsicht gleich hoch sind.
      Doch wegen eines besseren Schuhdesigns oder besserer Schuhfertigungsabläufe sind die Schuhe von Fabrikant 2 langlebiger wie die von Fabrikant 1 bei gleicher Laufbelastung.
      Fabrikant 1 bietet seine Schuhe für 2 Geldeinheiten an, wobei die Schuhe in 1 Zeiteinheit kaput gehen; Fabrikant 2 bietet seine Schuhe für 3 Geldeinheiten an, wobei die Schuhe in 2 Zeiteinheiten kaput gehen (Erhebung von Stiftung Warentest).

      Es nützt Fabrikant 1 nichts, "leicht unter der Mehrwertrate [Profitrate] der Konkurrenz zu bleiben", denn nur (angenommen) 1/3 der Kunden kaufen bei ihm (Kunden, die nicht rechnen können), während 2/3 der Kunden (die rechnen können) bei Fabrikant 2 kaufen.

      Der Jahresprofit von Fabrikant 1 beläuft sich auf bei n pro Jahr verkauften Schuhen aller Fabrikanten: n * 1/3 * (2 - 1) Geldeinheiten = n / 3 Geldeinheiten.
      Der Jahresprofit von Fabrikant 2 beläuft sich auf: n * 2/3 * (3 - 1) = 4 * n / 3 Geldeinheiten (das 4-fache des Jahresprofits von Fabrikant 1).

      Wieviel mehr könnte Fabrikant 2 für seine Schuhe verlangen, ohne dass Fabrikant 1 eine verbesserte Marktchance hätte?
      Wieviel mehr könnte Fabrikant 2 seinen Arbeitern auszahlen, ohne weniger Profit zu haben wie Fabrikant 1 (angenommen, die Arbeitskosten würden die Hälfte der Gesamtkosten betragen)?
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).

      The post was edited 10 times, last by Fliege ().

    • Bei vollkommen rationalen Marktteilnehmern wäre Verkäufer 1 natürlich sofort Bankrott. Es sei denn, er senkt den Preis auf 1,5 Geldeinheiten (da er im Prinzip nur ein halbes Produkt verkauft). Im Gegenzug würde Verkäufer 2 den Verkaufspreis z. B. auf 2,8 Geldeinheiten senken, damit er wieder einen Vorteil hat. Verkäufer 1 zieht nach und verkauft seine Billigschuhe für 1,3 Geldeinheiten - die Kunden kommen wieder zu ihm! Nummer 2 reagiert und senkt den Preis sofort auf 1,98 Geldeinheiten! Jetzt hat der Verkäufer 1 nur noch die Möglichkeit zu rationalisieren, um z. B. die Produktionskosten auf 0,5 zu setzen und mit Verkäufer 2 gleichzuziehen. Ansonsten ist er Weg vom Fenster.

      Angenommen, beide Verkäufer hätten ein gleich gutes Preis/Leistungsverhältnis, dann würde doch jeder Mehrwert mit der Zeit durch die Konkurrenz aufgefressen - die einzige Möglichkeit, Profit zu erwirtschaften, wäre ein technischer Vorsprung, wie ihn Verkäufer 2 in deinem Beispiel hat.

      Wenn man die Arbeitswerttheorie von Marx benutzt, würden mit den sinkenden Verkaufspreisen auch die Arbeitslöhne und Investitionskosten sinken, sodass eventuell ein Mehrwert erhalten bleibt (was aber voraussetzt, dass wirklich alle Produkte auch wieder zur Produktion benötigt werden). Bei einem willkürlichen Aufschlag auf den Preis als Profit, wie ihn Joachim vorschlägt, wäre das nicht der Fall.
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • Psychologisches

      Hi rob!

      rob wrote:

      Aber im Prinzip würde doch jeder Kapitalist versuchen, leicht unter der Mehrwertrate der Konkurrenz zu bleiben, sodass nach einiger Zeit der Mehrwert gegen null gehen würde (durch wechselseitiges Unterbieten der jeweiligen Konkurrenten).


      Vermutlich würde es ja auch so laufen. Wenn da nicht die Kreativität wäre. Und diese "paart" sich mit der Kapitalakkumulationssucht des Kapitalisten.

      Es wird also der Konkurrenzkampf von der simplen Preisdrückerei auf das Feld der Innovationen gelenkt.

      Kurzzeitig gesehen ist aber der Profitverzicht bis zum Minusgeschäft als Strategie real vorhanden.

      Aber der Kap. weiss ja dass er dies nur kurzfristig durchhält. Und warum sollte er den Willen zu seinem "Tod" haben? :D

      -> A) neue Produkte machen höhere Gewinne ( höhere Gewinnspanne beim Verkauf über Angeot/Nachfrage - Suchtfaktor beim Konsumvieh nach Produkten mit Statuscharakter: I-phone 64.918 s2 :D ) wieder kurzfristig möglich
      -> B) neue Technologien machen höhere Gewinne wieder kurzfristig möglich ( Produktivitätssteigerung gegenüber Konkurrenz)

      -> C) auf der Strecke bleibt der Mensch - das Nicht-Konsumvieh, und die Erde

      Einverstanden?

      mpg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Ich habe versucht, die letzten Beiträge zu verschieben, da sie ja nicht direkt mehr etwas mit dem 4. Abschnitt des Kapitals zu tun haben. Ich hoffe, mir ist das nach dem 4. Versuch endlich gelungen :D

      Inhaltlich kommt morgen wieder was von mir.
      Beim Brand der einzigen Bibliothek auf Melmac sind beide Bücher verbrannt. Und eines davon war noch nicht einmal fertig ausgemalt.

      ALF
    • Korrektur/Notiz/ dann löschen

      Hi rob!

      Ist ok.

      Lösche dann bitte irgendwann den Fehlpost von mir.

      War gerade beim Posten während der Verschiebung.

      mpg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • @ Fliege:

      Dein Beispiel hat m.E. nach 2 Fehler.

      1.) In der Regel hat der Einsatz besseren Materials oder besserer Technologien, Voraussetzung für höherwertiges Produkt, einen Marktpreis. Es mag marginale Ausnahmen geben. Auch der bessere Ingenieur/Designer weiss um seine Leistungen und kostet mehr. Beispielsweise.

      2.) Alle solche Beispiele machen keinen Sinn bei statischer Betrachtung. Das System funktioniert aber nur dynamisch.

      mpg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer

      The post was edited 1 time, last by Philzer ().

    • rob wrote:

      Bei vollkommen rationalen Marktteilnehmern wäre Verkäufer 1 natürlich sofort Bankrott.

      Das ist ein wichtiger Punkt.
      Da Kaufentscheidungen mit Zukuntserwartungen (eigenen) und Zukunftsversprechungen (anbieterseitig) zu tun haben, die nicht zu jedem Zeitpunkt und damit nicht vor jeder Kaufhandlung wirksam aufklärbar sind, können Marktteilnehmer (selbst mit Unterstützung von Stiftung Warentest) keine vollkommene Markttransparenz herstellen, selbst wenn es sich um "vollkommen rationale Marktteilnehmer" handeln sollte.

      Philzer wrote:

      Wenn da nicht die Kreativität wäre.

      Das bringt vieles in Bewegung.
      Beim Kauf eines innovativen Produkts (beispielsweise CDs, als es noch Schallplatten gab; oder Elektroautos, da es noch Benzinautos gibt) kann man sich einen teuren Flop einhandeln, weil noch keine Langzeiterfahrungen vorliegen. Hinterher ist man eventuell schlauer, so dass man besser die Finger davon gelassen hätte. Kauft man dieses Produkt aber nicht, könnte einen deutlicher Preisvorteil verpassen, den man später nicht mehr realisieren kann (weil der Strom in ein paar Jahren so teuer wird, dass selbst günstige Kaufpreise von Elektroautos nichts mehr nützen).
      In meinem Beispiel hat ein innovaties Produkt bereits deutliche Marktvorteile errungen. Andererseits bleiben Leute bei einem schlechteren Produkt (etwa Billigwaschmaschine), nicht weil sie nicht rechnen können, sondern weil sie sich den höheren Kaufpreis für die bessere Alternative nicht leisten können, oder auch, weil sie hoffen, das billige Teil werde wider Erwarten doch länger halten (was mitunter passiert, zumal wenn man doch nicht so viel waschen muss).

      Philzer wrote:

      In der Regel hat der Einsatz besseren Materials oder besserer Technologien, Voraussetzung für höherwertiges Produkt, einen Marktpreis.

      Mitunter entstehen Marktvorteile mit gewinnträchtigem Preisspielraum nach oben praktisch kostenlos durch Innovation, indem der Schuhfabrikant über Nacht auf die technologisch relevante Idee kommt, die Zusammensetzung eines Klebers nur ein klein wenig zu ändern, so dass nun seine Schuhsohlen viel besser halten wie bei der Konkurrenz. Gerade deswegen setzt er womöglich den Preis etwas hoch, um sich von der Konkurenz und damit den Murksschuhfabrikanten abzuheben. So kann ein etwas höherer Preis sogar zu einem Qualitätssignal werden, das die Kunden als solches auffassen und darauf reagieren.
      Wird ein Fabrikant nicht selber als Technologe tätig, machen das seine Arbeiter (die etwa mit neuen Ideen aus Studium oder Weiterbildung versorgt sind), wobei die Innovationskosten dann unter Arbeitskosten bereits warenpreisinklusive und damit kostenneutral sind.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).

      The post was edited 1 time, last by Fliege ().

    • Marx, Kapital, Abschnitt 1 - "Ware und Geld"; MEW, Band 23, S. 54:
      Es ist also nur das Quantum gesellschaftlich notwendiger Arbeit oder die zur Herstellung eines Gebrauchswerts gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, welche seine Wertgröße bestimmt. Die einzelne Ware gilt hier überhaupt als Durchschnittsexemplar ihrer Art. Waren, worin gleich große Arbeitsquanta enthalten sind oder die in derselben Arbeitszeit hergestellt werden können, haben daher dieselbe Wertgröße. Der Wert einer Ware verhält sich zum Wert jeder andren Ware wie die zur Produktion der einen notwendige Arbeitszeit zu der für die Produktion der andren notwendigen Arbeitszeit. "Als Werte sind alle Waren nur bestimmte Maße festgeronnener Arbeitszeit."

      Eventuell sollte die Möglichkeit ins Auge gefasst werden, dass dieser Ansatz von Marx nicht zutreffend ist.
      Ich schlage zunächst diese Änderung vor: Als Werte sind alle Waren Maße festgeronnener Arbeitszeit und Innovationskraft (sofern auch Nachfrage da ist).
      Ressourcenknappheit (betreffs Rohstoffe, Arbeitskraft und Ideen) ist ein weiterer Faktor, der via Nachfrage den Wert einer Ware beeinflusst.
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).

      The post was edited 1 time, last by Fliege ().

    • Hi Fliege!

      @ Post 11:

      In allen Punkten Konsens. Was mir gut gefällt ist dass Du einmal mehr gezeigt hast wie komplex die Sache an sich (vmtl. Ding an sich :D ) ist.

      Ja und das genau ist ja eh ein Problem auch der Gesellschaftswissenschaften.

      Abstrahiert man zuviel, kann das Modell die Realität nicht genügend erklären.

      (naiver Kommunismus bspw. lustig: im Revleft postete ein User: "Im Kommunismus werden alle satt"; -> er sagte aber weder was satt bedeutet (wann ist ein Demokrat satt? beim 1 Mio PS Offroader?; noch wieviel alle sind: 7.000 Milliarden oder 7 Milliarden Milliarden Individuen ... -> als ich postete man solle auch morgen bitte wieder die jeweiligen Träume posten wurde ich verwarnt und danach noch als "Rache" meine Demokratieanalyse von "Theory" nach "Religion" verschoben... :D )

      Abstrahiert man zu wenig, verliert man sich in der Unendlichkeit der Komplexität, Modellbildung wird unmöglich, man kehrt bewusst oder unbewusst zurück zur dreidimensionalen Freiheit des unbewussten Lebens und bemüht für alles andere Gott. (A.Smith) o.s.ä. :D

      mpg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer

      The post was edited 1 time, last by Philzer ().

    • Was ist Arbeit

      Hi Fliege!

      Seh ich anders. Du musst schon Marx' totaler Abstraktion des Arbeitsbegriffes folgen. Also ich seh da kein Problem? Rob?

      Fliege wrote:

      Marx, Kapital, Abschnitt 1 - "Ware und Geld"; MEW, Band 23, S. 54:
      Es ist also nur das Quantum gesellschaftlich notwendiger Arbeit oder die zur Herstellung eines Gebrauchswerts gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, welche seine Wertgröße bestimmt. Die einzelne Ware gilt hier überhaupt als Durchschnittsexemplar ihrer Art. Waren, worin gleich große Arbeitsquanta enthalten sind oder die in derselben Arbeitszeit hergestellt werden können, haben daher dieselbe Wertgröße. Der Wert einer Ware verhält sich zum Wert jeder andren Ware wie die zur Produktion der einen notwendige Arbeitszeit zu der für die Produktion der andren notwendigen Arbeitszeit. "Als Werte sind alle Waren nur bestimmte Maße festgeronnener Arbeitszeit."

      Eventuell sollte die Möglichkeit ins Auge gefasst werden, dass dieser Ansatz von Marx nicht zutreffend ist.
      Ich schlage zunächst diese Änderung vor: Als Werte sind alle Waren Maße festgeronnener Arbeitszeit und Innovationskraft (sofern auch Nachfrage da ist).
      Ressourcenknappheit (betreffs Rohstoffe, Arbeitskraft und Ideen) ist ein weiterer Faktor, der via Nachfrage den Wert einer Ware beeinflusst.


      1.) Innovation: Wieso ist Innovation keine Arbeit? Stell Dir bitte einen Workaholic vor! Natürlich wacht der Erfinder auch Nachts auf und hat das Heureka.
      ( vmtl. weil unser Gehirn in "unteren Layer", also im Unbewussten, permanent an Problemen "weiterarbeitet" die für uns wichtig scheinen)
      Das Heureka findet aber nur statt, wenn durch Fleiß permanent Inputs geschaffen werden! Das ist Arbeit. Bildung ist Arbeit!

      Falls Du solche Personen kennst, ich ja, dann weisst Du wie sie "ticken". Sie arbeiten IMMER!

      Der Normalo dagegen braucht als Arbeits-Kriegs-oder Konsumsklave für alle Momente in denen er nicht motorisch gefordert ist (sagen wir mal frei nach H.A.) die motorische Ablenkung (Fußball; Daily soap), da er im Inneren leer ist. o.s.ä.

      2.) Ressourcenknappheit bewirkt doch nichts anderes als eine Erhöhung des Arbeitsaufwandes um noch etwas zu finden oder es zu ersetzen!

      a) Ist der eigene Stollen leer (Erzgebirge) muss ich weit weg gehen -> Preis steigt -> steigt er zu weit (Ende der Ressource), wird das Material substituiert <- nur die ökonomische Rentabilität legt im Kap fest wann das passiert;

      b) zu Beginn schiesst das Erdöl "freiwillig" aus dem Loch, später muss ich immer mehr und immer tiefer pumpen etc etc -> irgendwann wird es substituiert
      ( Makaber: "Getreideauto"; "Getreideflugzeug" )

      ok?


      mpg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer

      The post was edited 1 time, last by Philzer ().

    • Philzer wrote:

      1.) Innovation: Wieso ist Innovation keine Arbeit? Stell Dir bitte einen Workaholic vor! [...]
      2.) Ressourcenknappheit bewirkt doch nichts anderes als eine Erhöhung des Arbeitsaufwandes um noch etwas zu finden oder es zu ersetzen! [...]

      Innovation ist arbeitszeitunabhängig (siehe Geistesblitz; deshalb wird Innovation auch nicht nach Zeitaufwand honoriert).

      Ressourcenknappheit ist ein reales Hindernis, das mitunter jetzt nicht, noch nicht oder gar nicht beseitigt werden kann, egal wieviel gearbeitet wird (siehe Landverbrauch = Nutzungskonflikt bei Verwendung von Land entweder als Straßenfläche, als Wohnfläche oder als Ackerfläche usw.).
      "You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time" (Abraham Lincoln). — "Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! [...] Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott" (Erich Kästner).
    • Diskussion - Disput - anheizen!

      Hi Fliege!

      Hoffentlich machen hier noch ein paar mit ...

      These: (-> wenn verifizierbar muss Marx korrigiert werden)

      Fliege wrote:

      Innovation ist arbeitszeitunabhängig (siehe Geistesblitz; deshalb wird Innovation auch nicht nach Zeitaufwand honoriert.


      Antithese: (wenn verifizierbar alles durch Marx' Arbeitsbegriff erklärt)

      Innovation ist Arbeitszeitabhängig. Den Geistesblitz gibt es nur als psychologisch erklärbare Folge von viel/permanenter geistiger Vorarbeit und Bildung.

      (anderenfalls müsste der intelligente Urwaldbewohner beim Besuch der Opelfabriken aus dem Stehgreif einen neuen, besseren, effizienteren (höherer Wirkungsgrad) Dieselmotor konstruieren. Innovation ist die Folge der geistigen Arbeit die Welt mithilfe von Kategorien zu ordnen (Kant: Schemata; Adorno: Modell)

      (natürlich gibt es Leistungsschwankungen unter den Individuen, körperlich wie geistig; die Innovation kann selbstverständlich im Kap nur entsprechend ihrer Profiterwartung honoriert werden, wie jede andere Leistung also nur in Bezug auf ihren Warenwert! <- also in diesem Fall inwieweit sie den Wert der Ware beeinflussen kann -> zwei Möglichkeiten: entweder erhöht sie den Gebrauchswert, oder sie senkt den Warenwert (höhere Arbeitsproduktivität) <- in beiden Varianten entsteht, bis zum Aufholen durch die Konkurrenz, ein temporärer Marktvorteil)

      Wer hat Ideen zu diesen Thesen!


      Fliege wrote:

      Ressourcenknappheit ist ein reales Hindernis, das mitunter jetzt nicht, noch nicht oder gar nicht beseitigt werden kann, egal wieviel gearbeitet wird (siehe Landverbrauch = Nutzungskonflikt bei Verwendung von Land entweder als Straßenfläche, als Wohnfläche oder als Ackerfläche usw.).


      Da Leben auch als permanenter Kampf gegen den Tod bezeichnet werden könnte, ist Alles, mit Ausnahme des Schlaraffenlandes - was leider noch ein weisser Fleck auf der Landkarte ist :D , ein reales Hindernis.

      Mit dem Boden gehst Du m.E. ein wenig in esoterische Richtung. Für mich ist der Boden eine Ressource wie jede andere.

      Versuchen wir ein paar Beispiele:

      - Ackerland: die Produktivität der Landwirtschaft wird zunächst weiter durch Chemie und Biologie wachsen, Gentechnik etc.; ich vermute irgendwann wird das Getreide genauso chemisch ersetzt wie einst der Naturgummi durch synthetischen Kautschuk, der Mensch hätte das in der Hand, aber in den opp. Formationen wird es nicht anders laufen, heute sind die "E-Angaben" die Angabe von chemischen Zusatzstoffen, bald werden die "N-Angaben" die Angabe der Beifügung von natürlichen Stoffen sein... :D o.s.ä.

      - die Strasse verliert nach der Schiene an Bedeutung -> alles geht in die Luft

      - der Wohnraum: das Konsumvieh lebt in 5.000 oder 100.000 Kilometer hohen Betonsäulen, der Mond muss irgendwann gesprengt werden, da er sonst mit den Hochhäusern kollidiert...die Schwächsten werden Milliardenweise dann als Rohstoffsklaven auf toten Planeten schuften (da sie die Preise auf der Erde, um die Sonne und den blauen Himmel in menschlicher Weise sehen zu können, nicht zahlen können, falls der Eine oder Andere es gerade vergessen hat: der Industriesklave des Demokraten lebt schon heute in Indien etc. in Wellblechsiedlungen und isst Reis - äh nicht mehr lange, da wir diesen bald zum fliegen selbst brauchen...) ...scheint etwas übertrieben vielleicht, aber unrealistisch? Im Opportunismus ist nichts unmöglich. :D

      mpg Philzer
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer

      The post was edited 1 time, last by Philzer ().