Spontaneität des Verstandes

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      Der Begriff "Spontaneität" fungiert als Gegenbegriff zu "Rezeptivität". Er betont die (Eigen)-Aktivität, selbstreferentielle Autopiesis (-> "selbst hervorbringen") des Verstandes.

      Insofern bezieht sich Kant auf: Spontaneität, von frz. spontanéité zu spätlat. spontaneus von spons (Abl.: sponte) „eigener Wille/Antrieb“

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    • Man könnte das Kant'sche 'spontan' im Hinblick auf Ursache-Folgen-Relation
      so operationalisieren:

      Nachdem man häufig genug beobachtet hat, dass ein Ereignis ein bestimmtes
      anderes Ereignis zur Folge hat, erwarten Menschen, dass sich bei weiteren
      vergleichbaren Ereignisfolgen, Ähnliches wiederholen dürfte. Tritt dies ein,
      hat man diejenige Erfahrung gemacht, die Menschen dazu veranlasst zu denken:
      Dies sei immer so.
      Daraus ergibt sich das Kausalgesetz.

      Hat man dies, so wird leider vergessen - weil Gewohnheit blind macht -,
      dass es sich hier eigentlich um etwas handelt, das Menschen vermutlich entsprechend
      neurobiologischer (natürlicher) Gesetzmäßigkeiten bereits durch Erfahrung vollzogen haben.
      Damit entfällt auch die Erinnerung daran, dass diese Gesetzmäßigkeit eine probable ist.

      Kant hat - da m. E. für ihn neurobiologische, d.h. natürliche Bedingungen
      genauso wie für alle Lebewesen gelten dürften - daher ein klein bisschen
      daneben geschlossen, dass Kausalität ein "notwendiger Begriff" sei, den
      der "Verstand" spontan (intuitiv, wie von selber)bilde.

      Seine transzendentalphilosophische Begründung
      scheint mir an der Sache vorbeizugehen. Ich halte sie für einen Trick aus der
      apriorischen Kiste: Erst tut man rein, was man haben möchte. Macht die Kiste zu,
      redet davon, was man finden möchte. Dann macht man die Kiste wieder auf: Heureka!

      flores :)
      Jedes Lebewesen möchte seinen eigenen Impulsen folgen. (Rolf Reinhold)