Was ist eine Emotion? - im Unterschied zu einer Empfindung, einem Urteil, einem Gedanken, ....

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    • Ja das mag schon alles stimmen, aber ich wollte eben darauf hinweisen, dass der Effekt bei allen 5 Sinnen die wir haben ein Sinnspeziivisch anderer ist. Ich wollte es eigentlich bloß ergänzen, nicht deine "Formel" jetzt total niedermachen. (obwohl mir der Unterschied von digital und analog immer noch nicht einleuchtet, das solltest du veilleicht noch mal überdenken)

      Ich bin ein Freund der Weisheit,
      aber nicht alle ihrer Freunde
      sind auch meine Freunde.

    • Platzhalter

      Jörn schrieb:

      Mir ist hier nicht ganz klar, worin dein Einwand eigentlich besteht :-)

      Also ... Ich wollte darauf hinaus, dass Schmerz eine besondere Rolle im Gefühls- und Empfindungsreigen einnimmt. Schmerz ist ein Stresssignal und im Falle des schmerzlichen Vermissens offenbar nur ein emotionsbegleitendes Symptom. Trotzdem kann der Schmerz die eigentliche Emotion (z. B. Sehnsucht oder Trauer) aufgrund seiner Dominanz überdecken und womöglich als eigenständige Emotion wahrgenommen werden. Auch bei psychosomatischem Schmerz ist die ursächliche Emotion in den Hintergrund gerückt. Damit ist der Schmerz eine Art Platzhalter und erfüllt, so meine ich, alle Bedingungen der von Spirit eingangs erwähnten Emotionstheorien.

      LG,
      Violetta
    • Hallo,
      Mein Bildungsstand reicht gerade so aus, die hohe Qualität der Spirit-Formalist-Debatte zu würdigen. Analogie : Ich könnte nicht, wie Spirit und Formalist und andere Artisten ästhetisch standesgemäßes Schuhwerk für Majestäten herstellen, sondern gehöre – und bleibe zwangsläufig – bei den Schuhmachern, welche sich nicht gerade damit begnügen , Sandalen herzustellen, sondern sich bemühen, ihren Produkten hohe Alltagstauglichkeit zu verleihen, genügend Zehenfreiheit etwa und wertvolles Oberleder. Analogie zu hoher Philosophie, inspiriertem Denken und Schulweisheit.

      In meinem Leben und in meinem Beruf habe ich es fast ununterbrochen mit Gefühlen zu tun. Leben ist für mich etwa Gefühltes. Und die hier analysierten Gefühle und Empfindungen können von den meisten Menschen so beschrieben werden, daß ich als ihr Gegenüber schnell erkennen kann, wovon die Rede ist. Analogie : Ich weiß freilich, daß es einem enthusiasmierten Astronom nicht genügt, mit einem Fernglas den gestirnten Himmel zu betrachten. Insofern hat die Debatte natürlich ihren eigenen „Sinn“. Ich verstehe ihn nur noch nicht.

      Da ich aber unbedingt auch etwas von dieser Debatte haben möchte, frage ich tiefernst :

      Hilft uns (mir) diese Debatte, mehr Transparenz in die von mir überwiegend als irrational empfundene (!) Gefühlswelt des Menschen hineinzutragen – und hätte das praktische Konsequenzen ? Was hätte ich, was hätte ein Patient davon, wenn ich genauer unterscheiden könnte zwischen Emotion, Gefühl und Empfindung ?

      Wird hier von Spirit und Formalist (bereits wertvolles) Stroh zu Gold versponnen, ungeachtet dessen, daß Gold den Hunger nicht stillt ? Was mache I c h mit dem Gold ?

      Spirit und Formalist erlebe ich als ein bemerkenswert seltsames Paar. Sie erscheinen einander ebenbürtig, ohne daß ich sagen könnte, worauf die Ebenbürtigkeit gründet. Vielleicht beruht ihre Ebenbürtigkeit auf dem W i s s e n , nicht irgend ein belangloses Schattenboxen auszutragen, sondern miteinander im Dienst der geistigen Evolution zu stehen, was immer das sein mag. Beide verfügen über eine hohe r e d l i c h e Intelligenz. Ich empfinde (!) sie hier einander direkt proportional. Ebenso ihren hohen intellektuellen Selbstanspruch, den ich gleichfalls als proportional empfinde. Aber zwischen ihnen entfaltet sich im Diskurs eine gegenläufige Kraft repulsiver Natur, welche ich nicht benennen kann. Manche Atome streben unaufhaltsam aufeinander zu. Andere stoßen sich ab durch eine Kraft, welche der Attraktion (Schwerkraft) entgegen wirkt. Die Kraft der Attraktion ist begrenzt. Völlige Agglomeration wird dadurch verhindert. Die zerebralen Molekülverbände verbleiben vorerst (?) dort, wo sie sind. In der Kommunikation : Man verabschiedet sich. Die Anziehungskraft ist umgekehrt proportional zur Entfernung ihrer Objekte. Was aber bewirkt diese genügend große Entfernung ? Grüße !
      cornak
    • Hallo Cornak !


      Deine Vorwürfe treffen mich, weil ich mich um eine extrem uneitle Sprache bemühe.
      Schlicht, weil mir das "gedrechselte Wichtigtuertum" zu wider ist.

      Gleichzeitig geht es mir um unbedingten "Anwendungsbezug", so dass ich selbst lieber von der "Wahrnehmung von Gefühlen"" gesprochen hätte, anstatt zwischen Emotionen oder Gespürtem zu unterscheiden.

      Das wurde aber als "reduktionisch", "altmodisch" oder "dem Niveau des Threads nicht genügend" von Spirit gebranntmarkt. Daher mußte ich auch so lachen, als Du mich auf eine Stufe mit Spirit stelltest. Sie selbst hält mich jedenfalls für einen philosophischen "Totalausfall" :) .

      Wenn Du diesen Thread also neu beleben willst, so wäre ich dabei, und würde Dich dann gerne überzeugen, dass ich mich zwar um gedankliche Strenge bemühe, aber dabei kein Rechthabertum zeige.
      Wenn Du mich argumentativ überzeugst, empfinde ich das als Bereicherung und Ende eines Irrtums. und nicht etwa als "Majestäts-Beleidigung".


      Gruß Andreas
    • Hallo Cornak,

      Cornak schrieb:

      Hilft uns (mir) diese Debatte, mehr Transparenz in die von mir überwiegend als irrational empfundene (!) Gefühlswelt des Menschen hineinzutragen ? und hätte das praktische Konsequenzen ? Was hätte ich, was hätte ein Patient davon, wenn ich genauer unterscheiden könnte zwischen Emotion, Gefühl und Empfindung ?


      ich sehe hier zwei verschiedene Fragen und dementsprechende Antwortpunkte:
      1. eine Debatte in dieser konkreten Form hilft uns nicht weiter, weshalb die Diskussion auch eingestellt wurde.
      2. eine theoretische Debatte hinsichtlich komplexer Theorien - so meine These, die ich gleich näher ausführe - kann sich positiv/förderlich auf praktische und psychotherapeutische Bereiche auswirken.

      Zu Punkt 2:
      Dir als Psychoanalytiker sind sicherlich die Schriften von Autoren wie KErnberg oder Kohut bekannt. Beide haben sehr zur Entwicklung der Psychoanalyse hin zur Selbst-Psychologie und (interaktionistischen) Objektbeziehungstheorie der Psychoanalyse beigetragen. Wenn du dir (noch einmal) die Schriften dieser Autoren ansiehst, dann wir dir auffallen, dass deren Argumentationen noch weitaus komplexer und differenzierter vorgenommen werden, als das hier der Fall war.
      Wenn dich das Thema, das du ansprichst, wirklich genauer interessiert, dann eröffne doch bitte einen Thread zu diesem Thema - etwa "Psychotherapeutische und alltagsweltliche Relevanz philosophischer Gefühlstheorien".

      Mein Eindruck ist, dass du hier im Forum immer wieder den Punkt der "Intellektualität" ansprichst. (Du machst dies einerseits manchmal in einer fast überrespektvollen Weise, andererseits in einer mE kritischen Weise, bei der es mir erscheint, dass du diese tendentiell negativ bewertest.)
      Ein Psychoanalytiker weiß, dass es keinen Sinn macht, seinem Patienten psychoanalytische Kategorien und Theorien mitzuteilen. Das würde nur dazu führen, dass der Patient beginnt, sich intellektualitischt selbst zu analysieren; und das würde sehr wahrscheinlich verhindern, dass es zu einer unmittelbaren Durcharbeitung bestimmter Themen kommt. DAs heißt aber wiederum nicht, dass diese psychoanalytischen Theorien vollkommen unbrauchbar für den Therapeuten wären, vielmehr kommt jedoch ihm selbst die Übersetzungs-Aufgabe zu, einerseits den therapeutischen Prozess psychoanalytisch zu verstehen und andererseits sich dem Patienten in einer alltagsweltlichen Sprache zuzuwenden. Wenn der Therapeut beispielsweise bemerkt, dass der Patient etwas bestimmtes auf ihn projiziert, dann hilft es nicht weiter, wenn er ihm direkt sagt, aufgrund der Introjektion x.... ...projizieren sie gerade z auf mich. Vielmehr kann ihm aber diese Information in seinem Deutungsprozess nützlich sein, in einer bestimmten praktischen Art, mit dem Patienten umzugehen. Eventuell spürt er seiner eigenen Gegenübertragung nach und versucht dem Patienten in einer alltagsweltlichen Sprache seine Sicht darzustellen, so dass es dem Patienten leichter fällt, die Gesamtstruktur der Interaktions-Situation zu verstehen. Der Patient würde die bloße technische Deutung eventuell als Verobjektivierung, vielleicht gar als Verletzung erleben, weshalb es die Aufgabe des Analytikers ist, die Deutung in die Interkation in einer eher teilnehmenden und mitfühlenden Weise einzubringen.

      Man kann hier also sehr klar 2 Ebenen unterscheiden.
      1. die Ebene der psychoanalytischen Theorie, die in wissenschaftlicher Weise die Struktur und Genese eines Objektes erklärt.
      2. die Ebene der verstehenden, praktischen Vorgehensweise mit dem Patienten in der Form der Alltagssprache.

      Wenn du also nach den Konsequenzen fragst, die derartige Theorien für den Alltag und die Psychotherapie haben, dann kann ich z.B. auf die Praxis der Psychoanalyse verweisen.
      Diese Praxis wäre in ihrer gegenwärtigen Form nicht möglich, hätte es nicht die "wissenschaftlichen", hochkomplexen Bücher eines Freud, Winnicott, Kernberg, Kohut etc. gegeben. Und dieser eher theoretische Diskurs wird auch gegenwärtig noch fortgesetzt, etwa in psychoanalytischen Fachzeitschriften oder anhand von Publikationen.
      Diese Praxis wäre auch nicht möglich, wenn es den Analytikern nicht auch möglich wäre, diese komplexen Sachverhalte in praktisch-pragmatischer, einfühlender und verstehender Weise auf die Situation der Analyse so zu beziehen, dass es nicht zu einem Intellektualisieren, sondern zu einem unmittelbaren Gespräch kommt.
      Diese beiden Ebenen verhalten sich nicht unabhängig voneinander: eine andere Konzeption hinsichtlich der Gegenübertragung oder des "Selbst" spiegelt sich oftmals auch in einer anderen Haltung im praktischen Prozess der Analyse wider.

      zu Punkt 2:
      Dieser Thread hat eine Vorgeschichte:
      Ich hatte im WiPhi-Bereich einen Thread gepostet, in dem ich die Emotionstheorien der "Philosophie des Geistes" diskutieren wollte. Meines Erachtens sind diese Theorien kritikwürdig, insofern sie durch bestimmte phänomenologische und u.a. auch psychoanalytische Theorien erweitert werden könnten. Meine Intention war es hier: zunächst die Theorien der Philosophie des Geistes erst einmal darzustellen, dann zu kritisieren und schließlich die Einwände der genannten Richtungen anzusprechen. Hierzu kam es jedoch nicht.
      Formalist hat keine Kenntnisse dieser Theorien, begann jedoch dennoch in diesem Thread zu schreiben; er stellte hier immer wieder seine eigenen Anschauungen dar, wie er Gefühle versteht. Aus meiner Sicht war es ihm des öfteren nicht möglich, einzusehen, welche Zusammenhänge er in der Diskussion des Threadthemas nicht versteht und welche Komplexität diese Theorien derzeit erreicht haben. Formalist zeigte auch kein Interesse daran, sich gemäß des Threadthemas die gegenwärtigen Theorien der Philosophie des Geistes anzueignen und diese dort - wie es in einem Sachthread üblich ist - textbezogen zu diskutieren.
      Da die Diskussion in Hinsicht auf das Threadthema unfruchtbar war, wurde diese Diskussion dann ausgegliedert und hier weitergeführt, bis sich zeigte, dass das zugrunde liegend Kommunikationsproblem auch hier eine fruchtbare Kommunikation verhindert.

      Beste Grüße,
      S.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Spirit ()

    • Lieber Cornak,

      falls du keinen eigenständigen Thread zu dieser Thematik eröffnen solltest, dann möchte ich hier zumindest auf zwei Publikationen verweisen.

      Von Otto Kernberg erschien 2002 das Buch "Affekt, Objekt und Übertragung - aktuelle Entwicklungen der psychoanalytischen Theorie und Technik".
      Kernberg unterteilt das Buch in 2 Hauptkapitel:
      1. Psychoanalytische Theorie: Anforderungen und Kritik.
      2. Zur psychoanaltischen Technik.

      Im zweiten Kapitel stellt er im ersten Unterkapitel Übereinstimmungen und Unterschiede in der zeitgenössischen psychoanalytiken Technik dar und führt diese zumeist auf die jeweiligen unterschiedlichen Theorieansätze der Autoren zurück. Er beachtet hierbei verschiedenste psychoanaltische Schulen, etwa Kleinianer, Ich-Psychologie, Britischen Unabhängigen, französische Hauptrichtungen, interpersonale Ansätze und Selbstpsychologie.
      Deutlich wird hier - wie gesagt - immer wieder, wie die jeweiligen theoretischen Ansätze letztlich zu unterschiedlichen praktischen Techniken führen.
      In diesem Buch wird darüber hinaus deutlich, dass auch KErnber von ganz bestimmten Emotionstheorien ausgeht, wenn er etwa (S. 23) den Begriff des Affektes ausführlich bestimmt.
      Auch einzelne Emotionen werden hier sehr unterschiedlich bestimmt: so geht z.B. Kernberg von einer primären Arggression aus, während Kohut Aggression als ein sekundäres, erst in der Sozialisation entstehendes Phänomen betrachtet - auch dies hat Konsequenzen für den therapeutischen Prozess.

      Axel Honneth publizierte 2010 das Buch "Das Ich im Wir". In diesem Band veröffentlichte er u.a. 4 Aufsätze zur Psychoanalyse, in welchen er u.a. die Synthese von Objektbeziehungstheorie und Gesellschaftstheorie thematisiert. Er zeichnet hier auch die Entwicklung von Freud bis zur GEgenwart kurz nach und plädiert für eine Objektbeziehungstheorie, die von einem anderen Trieb- und Aggressionsbegriff ausgeht als dies Freud tat. Er thematisiert dies u.a. anhand der Mutter-Kind-Interaktion.
      Auch hier wird deutlich, wie entscheidend bestimmte Begriffsbestimmungen und Begriffsabgrenzungen sind.

      Die Konzeption von Theorien der Psychoanalyse oder der Emotionen mag auf den ersten Blick theoretisch anmuten, doch wird diese stets mit Blick auf klinische, experimentelle und/oder phänomenologische Daten vorgenommen. Ohne diesen "Diskurs" gäbe es nicht jene psychotherapeutische und pädagogische Praxis, die in unserer Gesellschaft praktiziert wird.

      Beste Grüße,
      S.
    • Allgemeines und Besonderes

      Hi!

      Jörn schrieb:

      Nein. Es ging um das begrifflich/sprachlich gefasste Urteil: X ist p (Das Buch ist blau).
      ....
      Man könnte das Gleiche, was ich da probiert habe, auch mit irgendeiner Fern-Wahrnehmung (statt dem Tischbefingern) machen.


      Ich kann mich hier nur Samanthas Zweifeln anschliessen.

      Es ist vollkommen gleichgültig auf welchen Sinn Du dich beziehst, und ebenso auf welches Urteil.

      Das Urteil bedingt sprachlich eine Kategorisierung (Allgemeines) und damit den Verlust des Besonderen.

      Egal ob glatt oder rauh beim Tisch, grün oder blau beim Buch, die (digitalen) Urteile umfassen immer eine unendliche mögliche Menge an kontinuierlich variablen Besonderem.

      mpg
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Eierlegende Wollmilchsau

      Hi Spirit!

      Ich habe den Thread nun schon mehrfach gelesen und gestaunt.

      Die menschliche Psychologie spielt in meiner Phil eine bedeutende Rolle. Ich betrachte das "real existierende Individuum" :LtD: im Moment als eine dialektische Einheit aus kognitiv dreidimensionalen Elementen die wir aus dem Tierreich übernommen haben, dazu zähle ich Gefühle und Empfindungen, und dem darüberliegenden Verstand den ich in kürzester Form in etwa so beschreiben würde. Der Verstand ist in der Lage über die Speicherung der Erfahrungen ( <- Kant, nach Leibniz Tatsachenwahrheiten) im Gedächtnis und iher "Anordnung" in systembildenden Modellen (<- Adorno, bei Kant Schemata) Funktionen zu beschreiben. Dadurch entsteht die Möglichkeit der Interpolation und Extrapolation. Dies wiederum ist dann Grundlage für das Erkennen der Dimension der Zeit -> und dies wiederum für das Selbstbewusstsein (das kognitiv vierdimensionale Individuum erkennt sich selbst als dreidimensionales Objekt in der Zeit) und andererseits für die Kreativität.

      All dies nur damit Du siehst wie ich ticke damit Du mich evtl. besser verstehen kannst.

      Nun zur Frage. Welches Literaturmaterial kannst Du mir empfehlen um einen Überblick über den Stand der Dinge zu bekommen? Ist das "Affekt, Objekt und Übertragung - aktuelle Entwicklungen der psychoanalytischen Theorie und Technik" was Du Cornak empfohlen hast?

      Ich liebe kurze prägnante Werke, da ich nicht gern 1000 Seiten lese um das dann vorgefundene in 2 Seiten Inhalt wiedergeben zu können. Freud war da für mich immer eine löbliche Ausnahme.

      Frohe Ostertage!
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • Hallo Philzer,

      Philzer schrieb:

      Nun zur Frage. Welches Literaturmaterial kannst Du mir empfehlen um einen Überblick über den Stand der Dinge zu bekommen? Ist das "Affekt, Objekt und Übertragung - aktuelle Entwicklungen der psychoanalytischen Theorie und Technik" was Du Cornak empfohlen hast?

      es hängt ganz davon ab, um was es dir genau geht. Wenn es dir um einen Überblick zur Emotionsdebatte zwischen PHilosophen, Psychologen und Bio bzw. Neuropsychologen geht, dann kann ich z.B. das Buch von Hartmann empfehlen: Literaturliste: Philosophie der Gefühle (Es gibt hier allerdings einen Schwerpunkt auf der Darstellung der unterschiedlichen Richtungen der kognitiven PHilosophie und Psychologie.)

      Wenn es dir eher um die Perspektive aus psychologischer und neuropsychologischer Perspektive auf die Debatte geht, dann kann ich z.B. LeDous "Im Netz der Gefühle" empfehlen; er führt hier aus seiner Sicht die unterschiedlichen Theorien ein - allerdings werden hier die philosophischen Theorien eher vernachlässigt.

      (Die Liste, die du findest, wenn du dem Link folgst, ist vielleicht auch aufschlussreich.)

      Was das Buch von KErnberg angeht: hier geht es vor allem um unterschiedliche Ansätze der Psychoanalyse, angefangen von der klassischen Psychoanalyse zum Ich-psychologischen Ansatz und den Kleinianern, über die Objektbeziehungstheorie zur Selbst-Theorie. Ich hatte hier nur selektiv Abschnitte zitiert, die einen Affekt-Begriff aus psychoanalytischer Sicht nachzeichnen lassen

      Beste Grüße,
      S.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Spirit ()

    • Hi Spirit!

      Danke für Deine Antwort.

      Es gibt viel zu tun.

      mpg
      Der freie Wille, als Ausdruck der Mythologisierung von Prozessen in vierdimensionalen Erkenntisapparaten, ist der Zuckerguss auf der Alleinstellungsideologie des Pantheismus. Er ist notwendig zur religiösen Selbstüberhöhung des Individuums, das in Wahrheit nichts ist, ohne die Gesellschaft. - Philzer

      Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen.

      Dem frei fabulierenden Verstand sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber Motive. - Philzer
    • "Fröhlichkeit und Zorn, Kummer und Freude, Sorgen und Bedauern, Zaudern und Verzagtheit, Unsicherheit und Verzweiflung, Offenheit und Betroffenheit. Sie alle sind wie das Klingen von leeren Röhren, wie Pilze, die aus bloßer Feuchtigkeit sprießen.
      Tag undNacht wechseln sie sich in uns ab, doch niemand weiß, woher sie kommen.
      Genug! Genug! Im Augenblick, wo du Dies erfasst, begreifst du, woher sie kommen!"
      Meister Zhuangzi,
      Wenn wir Sprache und Denken aufgeben, können wir über alles hinausgehen. (Meister Sosan)
      „Langfristig gesehen sind wir alle tot“ (Meister Keynes)
    • was ist Emotion

      `+´

      Zur Klärung des Begriffs Emotion ist es wohl nützlich ihn auf sein Grundelement zurückzuführen.

      Dazu hat Wilhelm Reich viel Kluges erforscht und beschrieben.

      ein kleiner Ausschnitt aus "Charakteranalyse" (Fischer s. 361):



      >>Das Wort >Emotion< bedeutet wörtlich übersetzt >Herausbewegen< oder >Vorquellen< . Wir dürfen nun nicht nur, sondern müssen vielmehr das Wort >Emotion< wörtlich nehmen, wenn wir von Empfindungen und Bewegungen sprechen. Die mikroskopische Beobachtung fließender Amöben, die wir unter den Einfluss kleiner elektrischer Reize setzen vermittelt die Bedeutung des Begriffs Emotion in unmissverständlicher Weise :Die Emotion ist im Grunde ihres Wesens nichts anderes als eine Plasmabewegung. Lustvolle Reize bewirken eine >Emotion< des Protoplasmas vom Zentrum gegen die Peripherie. Dagegen bewirken unlustvolle Reize eine >Emotion< , oder korrekter >Remotion<, des Protoplasmas von der Peripherie weg zum Zentrum des Organismus. Diese beiden Grundrichtungen der Biophysikalischen Plasmaströmungen entsprechen nun den beiden Grundaffekten des seelischen Apparats, der Lust bzw. der Angst. Die physikalische Plasmabewegung und die entsprechende Empfindung sind, wie uns die Experimente am Oszillographen lehrten funktionell völlig identisch. Sie können nicht voneinander abgetrennt werden, sind ohne einander undenkbar. Sie sind aber, wie wir wissen, nicht nur funktionell identisch, sondern gleichzeitig auch gegensätzlich. Denn eine biophysikalische Plasmabewegung vermittelt eine Empfindung, und eine Empfindung drückt sich in einer Plasmabewegung aus. <<Und >> Die Mobilisierung der plasmatischen Strömungen und Emotionen ist demnach identisch mit der Mobilisierung von Orgonernergie im Organismus <<

      Unsere menschliche Emotion wurzelt also im animalischen Anteil unseres Selbst

      und findet (erleidet) seine ideeelle Rationalisierung durch unseren Geist. . .


      diskurational

      D