Bezug auf durch propos. Einstellungen Eingeführtes

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    • Hallo Ede !

      tezimmer schrieb:

      Aber das soll uns nicht daran hindern, umgangssprachlich miteinander zu kommunizieren, auch wenn es sich um fachliche Inhalte handelt: wenn man sich dessen bewusst ist, dass nicht jede Worterklärung gerade eines Fachterminus erschöpfend sein muss, sondern auch nur eine Idee vermitteln kann.Herzliche
      Das freut mich !
      Dass jedes Gespräch nur ein Versuch ist, und nicht notwendig gelingen muss, ist klar. Ich glaube aber, dass man bei Mißverständnissen durch Nachfragen das Gemeinte oft ausreichend genau "einkreisen" kann.

      Wichtig dabei:
      Auch das Gesagte kann nie "perfekt" gedacht sein. Man trifft nie einen (unendlich kleinen) "Punkt". Daher muss auch der "Hörende" nicht "punktgenau" verstehen.

      tezimmer schrieb:

      dass neue Begriffe stets über (explizite?) Definitionen eingeführt werden. Das kann m.E. nicht richtig sein, weil es ja in einen Regress führen würde.
      Der Regress würde bei mir an jener (von mir völlig unverstandene Sprachgewinnung) enden, der uns allem Anschein nach (ohne theoretische Begleitung) von Natur aus gelingt. Darauf baue ich dann auf.

      Ich weiss also nicht, wie wir die Grundbegriffe unserer Muttersprache lernten, aber ich nutze sie.

      tezimmer schrieb:

      der Begriff der Ordinalzahl, wie er in der Mengenlehre verwendet wird, lässt sich ohne Bezug auf entsprechende Definitionen, Axiome und möglicherweise sogar Theoreme nicht verstehen.
      Gerade diesem Beispiel könnte ich ja noch relativ leicht entgehen.
      Ordinalzahl = Jene Zahl, die ich beim Durchzählen einer Menge, dem jeweils gezählten Element zuordne.
      Beispiel: Jedem Haus einer Straße wird eine Hausnummer zugeordnet.

      Die Begriffe "Menge" und "Element" werden ja auch von Cantor umgangssprachlich(!) eingeführt.
      (Bzw. als bekannt vorausgesetzt und lediglich umgangssprachlich erläutert)

      Ich weiss aber natürlich was Du meinst:
      Abgeleitete Begriffe können Ergebnis einer Theorie sein.
      Wer diese nicht kennt, muss sie erlernen. Ihm würde die Umgangssprache reichen, um sie zu studieren.
      Er muss dann aber (nach dem umgangssprachlichen Einstieg in die Thematik) auch bereit sein, sein Vokabular zu erweitern. (Auf Basis der Umgangssprache).

      tezimmer schrieb:

      Dass dies kein Forum für Fachphilosophen ist, wusste ich nicht - und überrascht mich angenehm!
      Was für Dich offensichtlich "interessante Alternative zum Gewohnten", fand ich nicht so toll ;)



      Gruß Andreas
    • Formalist schrieb:


      Formalist schrieb:

      Gerade diesem Beispiel könnte ich ja noch relativ leicht entgehen.
      Ordinalzahl = Jene Zahl, die ich beim Durchzählen einer Menge, dem jeweils gezählten Element zuordne.
      Beispiel: Jedem Haus einer Straße wird eine Hausnummer zugeordnet.

      Die Begriffe "Menge" und "Element" werden ja auch von Cantor umgangssprachlich(!) eingeführt.
      (Bzw. als bekannt vorausgesetzt und lediglich umgangssprachlich erläutert)



      Hi Andreas,
      Nur ganz kurz: Gemeint war natürlich die axiomatische Mengenlehre (z.B. ZF) - die naive (Cantorsche) Mengenlehre ist ja nicht wasserdicht …
      Eilixte Grüße:
      Ede
    • Hallo Ede !


      (Vorbemerkung:
      Entschuldige den folgenden "formalen Hinweis". Aber man würde mir sonst vorwefen, mit unterschiedlichem Maß zu messen. Wenn ich hier schon als "streng" gelte, dann muss ich aber auch wenigstens konsequent sein.)

      tezimmer schrieb:

      Hi Andreas,
      Nur ganz kurz: Gemeint war natürlich die axiomatische Mengenlehre (z.B. ZF) - die naive (Cantorsche) Mengenlehre ist ja nicht wasserdicht ?
      Eilixte Grüße:
      Ede
      1. Die von Dir angeführte (ZF) "axiomatische Einführung" ist umstritten. Ich tendiere zum "mathematischen Konstruktivismus" der nur endlich-abzählbare (aber beliebig große) Mengen zuläßt. Die von Dir vermutlich gemeinte Russell-Antinomie-Wasser-Undichte hat sich dann erledigt.

      2. Du nanntest es als Beispiel, wir sollten also nicht "Beispiels-verliebt" das Thema vergessen. Alles andere von mir Angesprochene ließt Du jedenfalls unberücksichtigt.


      Beziehungsweise:

      Es ist klar, dass wir die Umgangssprache ins Absurde führen, wenn wir von "Unbegriffenem" sprechen. Eine bloße "Buchstabenfolge" kann nicht helfen, wenn ich den """Begriff""" "Unendlich" nicht begriffen habe.

      Man verliert dann auch (um bei der Antinomie zu bleiben) den Begriff "Alle" !



      Gruß Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Formalist ()

    • Das war doch damals eine nette Diskussion, in die sich auch ein bekannter Uniprof einschaltete.

      Es gibt inzwischen ja eine Unmenge Vorlesungsskripte zur kompositionellen Semantik im Internet, etwa von Dölling und Stechow.


      tezimmer schrieb:

      Dass dies kein Forum für Fachphilosophen ist, wusste ich nicht - und überrascht mich angenehm!
      Trotzdem die Anmerkung: Stechow* hat nun das <t> (für "Wahrheit") durch ein <p> (für "Proposition") ersetzt und versteht unter "Proposition" nicht mehr eine Menge von Welten, sondern eine Menge von Situationen. Ist im Bereich der Situationssemantik eine kompositionelle Semantik inzwischen ähnlich gut ausgearbeitet, wie es sich nach Montague in der Weltensemantik entwickelt hatte? Und bezieht sich das immer nur auf Kratzer und Higginbotham, oder wird auch stärker auf die Einbettung der Situationen in den Informationsfluss im Sinne Dretskes Bezug genommen?
      Barwise dachte ja durchaus daran, dass Informationsbedingungen an die Stelle von Wahrheitsbedingungen treten.

      *sfs.uni-tuebingen.de/~astechow/Aufsaetze/SchritteI.pdf
      Metaphern stinken