Arthur C. Danto sieht rot (nach Arthur C. Danto)

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    • Arthur C. Danto sieht rot (nach Arthur C. Danto)

      Objekt 1:



      "Die Israeliten durchqueren das Rote Meer."
      (Israeliten sind laut Künstler schon vorbeigezogen, und die Ägypter sind ertrunken)


      Objekt 2:



      "Kierkegaards Stimmung."
      (Bild der Stimmung Kierkegaards beim Anblick von Objekt 1)


      Objekt 3:



      "Red Square."
      (ein geistreiches Stück Moskauer Landschaft)


      Objekt 4:



      "Red Square."
      (minimalistisches Musterbeispiel geometrischer Kunst)


      Objekt 5:



      "Nirwana."
      (beruht auf dem Wissen des Künstlers, dass die Ordnung des Nirwana und des Samsara identisch sind, und dass die Samsara-Welt von ihren Verächtern "rote Wüste" genannt wird)


      Objekt 6:



      "rotes Tischtuch."
      (gemalt von einem verbitterten Matisse-Schüler)


      Objekt 7:



      (von Giorgione bleirot grundierte Leinwand, Girgione starb leider bevor er das Werk vollenden konnte)


      Objekt 8:



      (irgendeine rote Flache)


    • Oben zwei Arbeiten, die im Zusammenhang mit Danto (der hier durchaus nicht das Thema sein muss) immer wieder auftauchen. Danto selbst hat wohl die Brillo-Boxes (Warhols) als Aufhänger genommen. Aber bei Duchamps Arbeit stellt sich die selbe Frage (vielleicht mit einem anderen Drall): Warum ist ein Pissoir hier Kunst und da nichts als ein gewöhnlicher Gebrauchsgegenstand. Warum ist die Brillo-Box von Warhol in einer Gallerie ein Gegenstand ästhetischer Betrachtung und in einem Kaufhaus nichts als ein Artikel unter vielen (zumindest bevor Warhol sie so berühmt machte). Wenn auch die Warhol-Box aus Holz ist, so soll sie sich optisch kaum oder gar nicht von dem "Original" unterscheiden. Ich selbst habe weder das eine noch das andere je live gesehen.
    • Husserl, Die Idee der Phänomenologie, 1907 (Husserliana, Band 2, S 72-75):
      Wirklich evident gegeben ist das Hauserscheinen [...]. In diesem Hausphänomen finden wir ein Rotphänomen, ein Ausdehnungsphänomen usw. Das sind evidente Gegebenheiten.
      [...] Und wenn wir so weit sind, hilft alles nichts, wir müssen auch anerkennen, daß in gewisser Weise auch das Widersinnige, das völlig Absurde 'gegeben' ist. [...] Es soll nun keineswegs gesagt werden, daß diese in der letzten Reihe aufgeführten Gegebenheiten wirkliche Gegebenheiten im echten Sinne sind [...], sondern nur darauf hingewiesen werden, daß hier große Schwierigkeiten liegen. [...] Und überall handelt es sich nicht daraum, beliebige Erscheinungen als gegeben festzustellen [...].
      [...] Wir müssen sehen, in welchem Zusammenhang sie als wirkliche und eigentliche Evidenz auftritt, und was in diesem Zusammenhang die wirkliche und eigentliche Gegebenheit ist.
      [...] Und die Gegenständlichkeit ist nicht ein Ding, das in der Erkenntnis darin steckt wie in einem Sack, als ob die Erkenntnis eine überall gleich leere Form wäre, ein und derselbe leere Sack, in den einmal dies, einmal jenes hineingesteckt ist. Sondern in der Gegebenheit sehen wir, daß der Gegenstand sich in der Erkenntnis konstituiert.
      Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht". — Werner Weber: "Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung". — Heinrich Heine: "Sie tr(i)nken heimlich Wein und predig()en öffentlich Wasser". — Thomas Bernhard: "Ab und zu hat der Denkende die Pflicht, in das Weltgeschehen einzugreifen".