Die Methode der Dialektik

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    • Hallo,
      ich verstehe es nicht:
      Original von hel
      ...die Bezeichnungen "Endlichkeit / Unendlichkeit" kommen in verschiedenen Kontexten vor, bedeuten dann aber auch unterschiedliches...
      Das rotes Kleid und rote Blume, oder Sonnenbrand und Sonnenhut bedeutet auch Verschiedenes. Das Rote und die Sonne ist aber das Gleiche.
      "Unendlich schöner Moment" bedeutet ein Moment mit der unbegrenzten Schönheit. "Gottes unendliche Güte" ist die unbegrenzte Güte.

      Schönes Beispiel der Dialektik der Unendlichkeit/Endlichkeit ist m.E. ein Kreis. Für einen Beobachter ausserhalb des Kreises ist der Kreis endlich. Für den Beobachter innerhalb eines Kreises ist er unendlich (duch "pi"). Also wie er sich auch nicht anstrengt die "Bausteine" des Kreises zu erforschen, es wird ihn immer was übrig an unerkanntem bleiben. Operiert er dagegen mit dem Ganzen, verschwindet die Unendlichkeit.

      Gruß, Irena
      Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen
    • Hallo Irena
      Original von irena
      Das rotes Kleid und rote Blume, oder Sonnenbrand und Sonnenhut bedeutet auch Verschiedenes. Das Rote und die Sonne ist aber das Gleiche.
      "Unendlich schöner Moment" bedeutet ein Moment mit der unbegrenzten Schönheit. "Gottes unendliche Güte" ist die unbegrenzte Güte.

      Beim Kleid und bei der Blume bezeichnet rot auch noch eine Farbe. Ich halte den Unterschied von unendlicher Güte und unendlich viel rationalen Zahlen zwischen zwei beliebigen Punkten für gravierender.
      Nehmen wir den Gebrauch von "blue" im Englischen. Da spricht man von "blue flower" aber auch von "I am feeling blue", oder den "blue notes". Einmal ist "blue" eine Farbe, dann eine bestimmte Stimmung, dann ein Satz von Tönen, die im Jazz verwendet werden. Da wird es auch sehr schwer werden, eine universelle Definition von "blue" zu finden, welche den verschiedenen Bedeutungen gerecht wird.
      Unter unbegrenzter oder grenzenloser Güte, Schönheit etc.. kann ich mir ja eigentlich nichts vorstellen - wenn ich es nicht in Richtung "unbegreiflich", "wahnsinnig intensiv", etc. übersetze. Denn Schönheit und Güte haben ja keine räumlichen Eigenschaften.


      Schönes Beispiel der Dialektik der Unendlichkeit/Endlichkeit ist m.E. ein Kreis. Für einen Beobachter ausserhalb des Kreises ist der Kreis endlich. Für den Beobachter innerhalb eines Kreises ist er unendlich (duch "pi"). Also wie er sich auch nicht anstrengt die "Bausteine" des Kreises zu erforschen, es wird ihn immer was übrig an unerkanntem bleiben. Operiert er dagegen mit dem Ganzen, verschwindet die Unendlichkeit.

      Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden.

      Grüße,
      hel
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von hel ()

    • Hallo hel,

      "Beim Kleid und bei der Blume bezeichnet rot auch noch eine Farbe." Warum noch? Es bezeichnet Farbe (des Kleids, der Blume). Wenn ich spreche über klein und groß, bezeichnet es eine Größe des Objekts. Es sind die Eigenschaften, die Attribute eines Objektes, die wir sind im Stande abstrahieren und sprechen über die Farbe und die Größe.
      Ich sehe kein grundsätzlichen Unterschied zwischen die Unendlichkeit in der unendlichen Güte und der unendlichen Reihe rationalen Zahlen.


      Schönes Beispiel der Dialektik der Unendlichkeit/Endlichkeit ist m.E. ein Kreis. Für einen Beobachter ausserhalb des Kreises ist der Kreis endlich. Für den Beobachter innerhalb eines Kreises ist er unendlich (duch "pi"). Also wie er sich auch nicht anstrengt die "Bausteine" des Kreises zu erforschen, es wird ihn immer was übrig an unerkanntem bleiben. Operiert er dagegen mit dem Ganzen, verschwindet die Unendlichkeit.

      Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden.


      Na ja, ich meine dieses Beispiel sehr treffend zeigt Relativität/Dialektik abhängig von Betrachtungspunkt. Hier endlich, unendlich.
      Für die Farbe würde es bedeuten, dass das rote Objekt absorbiert alle Farbwellen außer der roten, die wir wahrnehmen. Also im Gründe das betrachtete Objekt in Wirklichkeit ist alles ausser rot.

      Gruß, Irena
      Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von irena ()

    • @hel

      Hi.

      Deine letzte Erwiderung auf mich stützt sich wesentlich auf pragmatische Argumente, jedoch kann man mit pragmatischen Argumenten gegen einen Metaphysiker – Hegel – wenig ausrichten. Bis auf die Sache mit den Homonymien, auf die ich gleich zu sprechen komme, würde ich deine Ausführungen im Grunde unterschreiben. Aber Hegel könnte dir trotz allem widersprechen: „Es ist mir egal, ob das Dedekindsche Konzept von Unendlichkeit das beste ist, was wir zur Zeit haben; ich habe nach einer Erklärung von Un/Endlichkeit gefragt, nicht nach einer von Un/Endlichkeit in der Mathematik.“ Schön wäre es natürlich, mal zu sehen, wie Hegel selbst das Problem löst (obwohl ich da, ehrlich gesagt, nicht viel erwarte^^).

      Was die Sache mit der Homonymie des Begriffes „Un/Endlichkeit“ angeht, denke ich, gehst du etwas zu weit. Du hast als Analogie das englische „blue“ gebracht. „Blue“ ist fraglos ein mehrdeutiger Begriff, der mehrere, völlig unterschiedliche Bedeutungen besitzt. Wenn jemand „blue“ nur als Bezeichnung einer Farbe kennt, wird er mit der Aussage „she feels so blue“ wenig anfangen können. Bei „un/endlich“ scheint mir das aber nicht der Fall zu sein. Wenn jemand kapiert hat, dass „unendlich“ irgendwie so etwas wie „unbegrenzt“ oder „ohne Einschränkung“ bedeutet, dann wird er die Rede von unendlicher Güte, unendlicher Schönheit, unendlichem Wissen, unendlicher Anzahl usw. halbwegs problemlos verstehen können (unterstelle ich mal...da du das Gegenteil behauptet hast: finanzierst du die Studie? :P ). Dass er es kann, liegt daran, dass die Vorkommnisse von „unendlich“ in den verschiedensten Kontexten eben doch irgendetwas gemein haben. Darum ist „un/endlich“ im Gegensatz zu „blue“ keine homonymer bzw. im krassen Sinne homonymer Begriff – dafür spricht übrigens auch das Wörterbuch, dass für „infinite“ gerade einmal zwei Bedeutungen angibt: die umgangssprachliche und die mathematische (die sich nicht sehr viel nehmen), während es bei „blue“ sechs Bedeutungen plus Verwendungen in idiomatischen Redewendungen sind (mein Wörterbuch ist zwar sch**ße, aber der Trend ist deutlich).
      „In einem neueren philosophischen Vortrag finde ich den Satz: 'Das Nichts ist die schlechthinnige Verneinung der Allheit des Seienden'. Dieser Satz ist deshalb lehrreich, weil er trotz seiner Kürze alle hauptsächlichen Verstöße gegen die in meiner Beweistheorie aufgestellten Grundsätze illustriert.“

      (David Hilbert)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Soso ()

    • Hallo nochmal hel,
      Ich kann mir nämlich unter einem „wahrhaft Unendlichen“ (welches sich selbst und die Endlichkeit in sich begreift) gar nichts vorstellen. Hört sich wie ein Kopfsprung in dunkelste Metaphysik an.
      kann sein, dass Du unter Vorstellung verstehst nur bildliche Vorstellung. Ich hatte jetzt gerade in einem anderen Forum eine Diskussion, wo ein Teilnehmer hat sich beklagt, dass er ein Nichts kann sich nicht vorstellen. Allerdings unter "vorstellen" verstand er nur bildliche Vorstellung.

      Gruß, Irena
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    • Original von hel
      Darüber zu streiten, was die e c h t e Bedeutung von Unendlichkeit ist, ist natürlich unsinnig.

      Während seiner Studien begann er sich für den Begriff der Unendlichkeit zu interessieren und besuchte Philosophie-Kurse. Die Erklärungsversuche der Philosophen waren ihm aber zu unverständlich. Das Manko führte ihn zu dem Fach, das er schließlich studierte: Mathematik. "Der Begriff der Unendlichkeit ist in der Mathematik klar und ohne Zweideutigkeiten", sagte er ...
      Der Mann im Hintergrund

      Gruß Orje :)