Existenzialismus und Hedonismus

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    • Existenzialismus und Hedonismus

      an alle interessierten..

      mich würde mal eure meinung interessieren, ob sich hedonismus und existenzialismus "beißen" oder beide lebensformen zusammen passen...seht ihr schnittpunkte oder haltet ihr es für ausgeschlossen bzw. unvereinbar?
      danke für eure beiträge im voraus.
      Was nennen die Mensch am liebsten dumm?
      Das Gescheite, das sie nicht verstehen. (J.P.Sartre)
    • Ich denke, das kann durchaus zusammenpassen.

      Allerdings bin ich der Ansicht, dass der Existentialist kein sehr kluger Hedonist ist; denn es gibt einfachere Wege, um zufrieden zu sein ("ein glückliches Tier", wie man das gelegentlich etwas verächtlich nennt).
      Der existentialistische Hedonist macht es sich zu schwer.
    • RE: Existenzialismus und Hedonismus

      Der Existentialismus ist in dem Sinne keine Schule.
      Wenn ich den sogenannten Existentialismus sartres aufs aeusserste verkuerze, laesst sich sagen, dass sich die menschliche Situation so darstellt. Der Mensch ist auf der einen Seite ein An-Sich (ein Ding, ein Objekt, eine Rolle) und auf der anderen Seite ein Für-Sich (ein Entwurf, ein Plan, eine Sehnsucht). Das menschliche Leben ist nun der unaufhörliche Versuch, diesen Widerspruch zu loesen, zu einem An-und-Für-Sich (Gott) zu werden.
      Der Existentialismus ist so gewissermassen eine Einsicht in die Unüberschreitbarkeit eines Scheiterns, das wir sind.

      Der Hedonismus kann ein zynisches Verstehen oder ein Nichtverstehen des existentialistischen Grundgedankens sein.
      imicos
    • RE: Existenzialismus und Hedonismus

      Original von imicosDas menschliche Leben ist nun der unaufhörliche Versuch, diesen Widerspruch zu loesen, zu einem An-und-Für-Sich (Gott) zu werden.
      Der Existentialismus ist so gewissermassen eine Einsicht in die Unüberschreitbarkeit eines Scheiterns, das wir sind.
      Der Hedonismus kann ein zynisches Verstehen oder ein Nichtverstehen des existentialistischen Grundgedankens sein.


      Warum "zynisches Verstehen", kostet er den existenzialistischen Grundgedanken nicht gerade erst aus und entwickelt ihn weiter; hin zur Ekstase und Umformung seiner selbst - zur Transzendenz des Seins im intensiven Genuß der Welt?!

      Und "Nichtverstehen" - ist das nicht sowieso Teil des Konstruktes?
      "Unaufhörlicher Versuch", das impliziert Scheitern, bedarf gar des quantitativen Scheiterns für jene qualitative Wertung. Dies versucht der Hedonismus doch zu umgehen, indem nicht das Scheitern gezählt, sondern die Erfüllung versucht wird.
      Taufrisch waren deine berauschenden Waldesaugen,
      von Wildheit versüßt (...)

      Sie, die er kennt;
      sie, die sich erkannten -


      dantesdatscha.npage.de/


      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Ra-Jah ()

    • ich gehe an dieser stelle einmal davon aus das der begriff exsitenztialismus keine endgültige bedeutung hat...ich bin mir wohl zu einem grade über den ursprung des begriffs bewusst und so versuche ich einzusehn das sowohl existenzialismus als auch hedonismus je nach individuellem gebrauch durchaus kohärente begriffe sein können...abhängig davon wie man diese "ideen" für sein eigenes praktisches leben (also seine handlungs orientierte gelebte philosophie) versteht.

      hedonismus kann durchaus in einem ausgedehnten gebrauch alle mitlebewesen einbeziehn, für einen menschen der vorerst seinen eigenen "genuss" im glück des anderen sieht... (ist natürlich ein scheinbarer wiederspruch zum alltäglichen gebrauch)

      genauso kann man existenzialimus als einen "glauben" an die göttliche essenz im menschen deuten (was im rahmen des alltäglichen gebrauchs schon eher zulässig ist)

      ...so liessen sich bald diese beiden "ideen" im idealfall gegenseitig diskursiv eliminieren. im bezug auf grosse ideen die teilweise über jahrtausende gereift sind ist das natürlich ein sehr, ich wage zu sagen, idealistischer ansatz.
      den wer will schon glauben das letztlich alle philosophie eins ist( um einmal die gefürchtete konsequenz vorwegzunehmen).

      allerdings würde die abschaffung der "grossen worte" wiederum platz schaffen für "ganz andere" ideen, welche die "essenz" der beiden ursprünglichen ideen (beispielhaft hier:hedonismus existenzialismus) in sich zu erhalten wüssten, jedodoch nun geeigneter sind
      die lebenswelt/sprachwelt einer breiteren masse zu berühren da sie nun in einen insgesamt "lebensnäheren" gebrauch überführt wurden.

      ....ich weiss das ist sehr unkonventionell gedacht, den es ist ja oft genau grade die liebe zu den für uns mit philosophischem gehalt aufgeladenen begriffen, welche unsere leidenschaft sich mit der frage nach dem rechten handeln/denken zu beschäftigen erst entflammt.

      wo kommen wir hin wenn dann diese von uns so geschätzen begriffe sich gegenseitig entleeren und zum schluss nur noch die rede über das alltägliche rechte handeln bliebe?

      das wäre das ende der professionellen philosophie und würde letztlich bedeuten dass alle menschen mit ihrer geburt als lebende philosophen und philosophinen in die welt entlassen sind. wahrlich wo kämen wir da hin?
      was wäre von uns noch übrig ohne unser superioritätsstreben auch wenn es im namen einer so schönen idee wie die "der liebe zur weisheit" betrieben wird?

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von alex name ()