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  • Wort der Woche: Tor

    Lutger - - Projekt : Das Wort der Woche

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    - Den Toren und die Tür verbindet das Tor zwar nicht im Wortsinn, doch gewiss stand schon mancher Tor im Tor. (Lesetipp: "Lob der Torheit" von Erasmus) - Den Toren und den Nebel verbindet der Dunst; denn mit diesem ist der Tor verwandt, insofern er wie umnebelt erscheint. - Den Toren und den Dunst verbindet die Eigenschaft dumm; dumm und töricht sind Synonyme. (Lesetipp: "Über die Dummheit" von Musil) - Den Toren und das Dösen verbindet der Dussel; denn mit diesem ist der Tor verwandt, weil er d…

  • Todfeindschaft

    Lutger - - Projekt : Aphorismus der Woche

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    Ich bin ein Feind des Siechens, Tötens und Sterbens, ein "Todfeind" (Elias Canetti) durch und durch. Diese Feindschaft lass ich mir durch keinerlei Übermacht, Verklärung und Rationalisierung nehmen. "Denn es lieben die Menschen über alles die Unsterblichkeit." (Platon, Symposion)

  • Feierabend im Kaufhaus

    Lutger - - Projekt : Gedicht der Woche

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    Höchste Zeit, ihr lieben Kunden Schluss ist in ein paar Sekunden Dreht nun eure letzten Runden Darauf warten wir seit Stunden Möge euch das Dinner munden Hadert nicht mit euren Pfunden Auch wir lecken keine Wunden Habt ihr uns doch kaum geschunden Wir sind stets mit euch verbunden Häng'n an euch gleich treuen Hunden Dass nach morgigen Befunden Wir erneut für euch gesunden

  • Zitat von idea: „"Hätte er das personbezogene Federlesen weit genug getrieben, das ganz Persönliche hätte ihm nicht entgehen können." Willst du mich darüber aufklären, was genau du damit meinst?“ Das mit dem Federlesen ist der Versuch einer Umschreibung des in Luhmanns Theorie durch funktionale Gegebenheiten (wie psychisches System, soziale Adresse) ersetzten Menschen. Ich vermisse darin nicht die Subjektivität im Sinne einer quasi göttlichen, weltgrundlegenden res cogitans. Der subjektivistisch…

  • Zitat von idea: „Persönliches wie Unpersönliches sagt nichts über Wahrheit bzw. Unwahrheit aus“ An der Bezeichnung "Person" liegt mir so viel, wie dabei der Wortsinn der lateinischen "persona" (Maske des Schauspielers) vergegenwärtigt und somit die menschliche Doppelnatur gekennzeichnet ist. Das Wesen des Menschen ist das Lebewesen von Wahrheit und Unwahrheit. Das Gespann von Wahrheit und Unwahrheit zeigt sich allein im Menschsein. Diese Möglichkeit erwäge ich vorzugsweise. Von "Satz-" oder "Aus…

  • Zitat von idea: „Der Mensch als anthropotechnisch mutiertes Wesen - klingt irgendwie humorvoll, ist es aber nicht, was verstehst du darunter?“ Nimm bloß einmal den Computer. Jahrzehnte füllte sein Speicher großräumige Kellergeschosse. Zu vergleichbarer Rechenleistung brachte er es um die Jahrtausendwende als Tower-PC, wenige Jahre danach als Laptop. Heute steckt dieselbe Power in Tablets und Smartphones, bald in armbanduhren- und brillenartigen Utensilien. Dann wird's ans Eingemachte gehen: die …

  • Wort der Woche: Tür (2)

    Lutger - - Projekt : Das Wort der Woche

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    Tage der offenen Tür sind in vielen Fällen nicht die Regel. Es sei denn, man gehört zum Kreis der Befugten. Die besitzen dann oft einen Schlüssel, in jüngerer Zeit eine Chipkarte, womit sich die verschlossene Tür entriegeln lässt. Außentüren von Privathaushalten sind bei fehlendem Sichtkontakt häufig mit einer Sprechanlage verbunden, damit erwünschte und unerwünschte Besucher unterschieden werden können. Daraufhin wird ein elektrischer Türöffner betätigt oder auch nicht. In anderen Fällen haben …

  • Zitat von idea: „dann - wird's knifflig, denn selbst 'Person' kann nur aus einer Beobachterperspektive erkennen was Wahrheit oder Wahrheit als Person ist“ "Knifflig" ist im Vorfeld einer systemtheoretisch gesicherten Terminologie die Person als Phänomen. Das Wort "Person" ist befremdlich genug, um Rätsel aufzugeben, will man es nicht kurz entschlossen terminologisch fixieren, sondern möglichst lange im Freiraum seiner alltagssprachlichen Wendungen belassen. So ansetzend, möchte ich das Phänomen …

  • Zitat von idea: „Ob 'Wahrheit' ein persönliches Anliegen ist oder nicht, das ändert nichts am Gehalt, dem Inhalt oder dem Begriff von Wahrheit.“ Und wenn wir einmal in Betracht ziehen, dass das Wesen ("Gehalt, Inhalt, Begriff") der Wahrheit Person ist? Wahrheit und Person dasselbe? Und das, was allgemein und eher unbedacht Wahrheit genannt wird, bloß Richtigkeit oder Echtheit? Vielleicht gibt ausgerechnet das flapsige Gerede von je "meiner Wahrheit" einen Wink auf das fortwährend Unbekannte und …

  • Zitat von Prometheus13: „ohne jede Definition ist die Wahrheit ein rein persönliches Verlangen“ Danke für die Anregung! "Definieren" wir sie als ein rein persönliches Anliegen. Ich setz noch eins drauf, obwohl Du es mit dem "rein" schon andeutest: Wahrheit ist vielleicht das persönlichste Anliegen, das ein Mensch haben kann. Wie Du das Wort "persönlich" eingeführt, erscheint es als Kriterium minderer Qualität, etwa im Unterschied zu "pragmatisch". So kann man die Tiefenschärfe des urphilosophisc…

  • Zitat von Prometheus13: „Was Wahrheit ist? Undefinierbar.“ Was soll diese Erwartung, die Frage nach der Wahrheit habe auf eine Definition hinauszulaufen? Wenn die Diagnose "undefinierbar" wenigstens den "Nutzen" der Beunruhigung hätte! Stattdessen kommt das Statement wie eine Erledigung daher und wie ein "basta!" Oder verstehst Du der Undefinierbarkeit einen anderen Stellenwert zuzuweisen als den der Belanglosigkeit und Abgefertigtheit? Das ließe mich am Ball bleiben, wenn Prometheus spricht.

  • Zitat von Prometheus13: „weg von der Verunsicherung "Was ist wahr?" hin zu der Frage "Was ist von großem Nutzen?"“ Mit Fragen wie "Was ist wahr?" und "Was ist von großem Nutzen?" hält man den Ball flach. Beides erscheint mir kaum denkwürdig, sondern lediglich wissenswert. Philosophieren ist für mich das Wahrhabenwollen existenzieller Verlegenheiten, die von flachen Diskursen wie dem pragmatischen verdrängt werden. Dazu braucht mein Denken kein philosophisches Etikett, um der Besinnungslosigkeit …

  • Zitat von Prometheus13: „Ich bin kein Positivist. Erst recht bin ich kein Besserwisser. Dass ich die philosophische Verunsicherung als Fehler bezeichnet habe, hat etwas mit der Klugheit im pragmatischen Sinn zu tun. Bitte verzichte auf deine Polemik.“ Positivismus und positives Denken sind zwei ziemlich verschiedene Angelegenheiten. Soll ich's Dir erklären oder möchtest Du es selber nachlesen? Die Besserwisserei habe ich den Menschen ganz allgemein unterstellt, mich selbst nicht ausgenommen. Von…

  • Zitat von Prometheus13: „Ich vermute sehr stark, dass die sog. Verunsicherung in dem Fehler besteht, an die Tatsache an sich zu glauben. Es ist sehr viel klüger, in Möglichkeiten und Analogien zu denken. So nämlich wird man nicht verzweifeln, noch überhaupt zweifeln, sondern lediglich zur Deutung der Realität finden.“ Ausgerechnet ein Mensch mit ausgeprägtem Möglichkeitssinn will eine naheliegende Möglichkeit als "Fehler" und "unklug" abqualifizieren? Die Möglichkeit, dass liebgewonnene oder son…

  • Zitat von Neutralis: „unrein - wäre dann die wirklichkeit des reinen in einer konkreten irdischen gestalt. sollte uns das nicht zu denken geben?“ Oder wie wäre es, jede ehrgeizige philosophische Arbeit zum Abschluss ins Unreine zu schreiben? Die Krone in einen Hasen umzuschmelzen. Das Konstruierte zu dekonstruieren? Eine Grundversicherung nach der anderen zu verunsichern? PS Schon wieder hatte ich unter "Benachrichtigungen" keinen Hinweis auf Dein Posting. Was ist denn da los?

  • Zitat von Neutralis: „zu praktischer vernunft, hier würde ich das reinigen der toilette und die wasserspülung der toilette ansiedeln“ Hallo Neutralis, Deine prompte Antwort, weil unter "Benachrichtigen" übersehen, ist mir fünf Tage lang entgangen. Jetzt will ich endlich Stellung nehmen. Wer auf Hygiene Wert legt, für den ist praktisches Denken im Sinne des Ergreifens von Hygienemaßnahmen geradezu eine Notdurft. Hier kommt der hypothetische Imperativ zum Tragen: Wenn man dieses erreichen will, da…

  • Wort der Woche: Tür (1)

    Lutger - - Projekt : Das Wort der Woche

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    "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" – so beginnt ein Adventslied, in welchem der erwartete Herr mit den Worten "meins Herzens Tür dir offen ist" angerufen wird. Natürlich ist im Text des Liedes an Tor(e) und Tür(en) im Plural gedacht. Türen waren anfangs Torflügel, die hochgezogen werden konnten. Das altgriechische "thýra" hat diese Bedeutung. Dem Tor waren die (beiden) Türen so wesenseigen, dass Tür und Tor fast identische Bezeichnungen sind. Im Englischen klingt "door" ähnlich wie "Tor", …

  • Zitat von marcus d: „das für letzteren [Faust] ein eher frustrierendes Eingeständnis ist, was es aber nicht sein muss“ Im Gegensatz zum Typen Sokrates hat der Typ Faustus etwas Selbstzerstörerisches. Am Ende des Bildungswegs eines Universalgelehrten muss Goethes tragischer Held sich die Sinnlosigkeit seines aufwändigen Unterfangens eingestehen. Platons 'Spiritus rector' hingegen gibt sich auf jedem Gebiet unprofessionell – auch bei den Hebammen hat der Maieutiker sich allenfalls etwas abgeschaut…

  • Wort der Woche: Mut (3)

    Lutger - - Projekt : Das Wort der Woche

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    Ich vermute, dass der meistzitierte "Mut"-Satz der Philosophiegeschichte ein Dichterwort ist, penibler gesagt: zwei Wörter. Im Lateinischen zumindest; denn es handelt sich bei dem Dichter um einen alten Römer. Übersetzungen dieser Maxime ins Deutsche pflegen nicht ganz so kurz und bündig zu geraten. Dem Dichterphilosophen Friedrich Schiller gelang noch eine der schlankesten Wiedergaben: "Erkühne dich, weise zu sein!" (im achten der 'Ästhetischen Briefe'). Die umständlichere von Kant ist dennoch …

  • Zitat von Burkart: „(Sokrates ist genauer mit "Ich weiß, dass ich nicht [ohne s] weiß." zu übersetzen.)“ Die Unterscheidung von "nicht wissen" und "nichts wissen" ist im sokratischen Fall unerheblich. Denn es geht um keine bestimmte Negation. Genauer gesagt, geht es um die Reihe aller bestimmten Negationen von "etwas wissen". Die Untersuchungsmethode, die hier zugrundeliegt, ist die Aporetik, der eingeschlagene Weg vom Bekannten zum Unbekannten. Das "nicht" hat bei dieser Vorgehensweise sozusage…