[Sozialphilosophie] Herbert Spencer

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  • Störig: Der Positivismus in England: Spencer
    1. Die geistige Lage

    "Vergegenwärtigt man sich die Eigenart des englischen Denkens vom Ausgang des Mittelalters bis zu Locke und Hume, so erscheint es nicht erstaunlich, dass Comtes positive Philosophie in England einen größeren Widerhall fand als in seinem eigenen Vaterland. Francis Bacons Eintreten für die Erfahrung als Grundlage und die Naturbeherrschung als Ziel allen Wissens, der Empirismus Lockes, die skeptische, dem Praktischen den Vorrang einräumende Lehre Davis Humes, die im englischen Volkscharakter liegende Abneigung gegen metaphysische Spekulation, der nüchterne Tatsachensinn des Briten - das alles zusammen hatte ein geistiges Klima geschaffen, das für die Aufnahme der Philosophie Comtes besonders geeignet war. In der philosophischen Entwicklung war England, das seine bürgerliche Revolution schon lange hinter sich hatte, trotz seiner Beteiligung an den Napoleonsichen Kriegen von den revolutionären Erschütterungen auf dem Kontinent nicht so tief berührt worden wie Frankreich. ebenfalls hatte die Aufklärung in England nicht zum politischen und gesellschaftlichen Umsturz geführt. Staatsmänner wie Edmund Burke (1729-1797) hatten die Revolution als "zerstörerisches Experiment" kritisiert: "Die gesammelte Weisheit vergangener Generationen hat wahrscheinlich eher recht als die Ideen einzelner Philosophen." Burke hat den deutschen Reformer Freiherr. vom Stein stark beeinflusst.
    Die geistige Entwicklung in England verlief nicht in so starken Ausschlägen wie in Frankreich. Da England, am Kontinent gemessen, eine verhältnismäßig liberale Verfassung hatte, wurden die Kräfte der aufsteigenden Linken und der Arbeiterschaft - obwohl England im Prozess der Industrialisierung führend war und die damit zunächst verbundenen sozialen Missstände und Gegensätze sich hier zuerst mit ganzer Schärfe herausbildeten - in geringerem Maße als auf dem Kontinent auf die Bahn des revolutionären Aufstands gegen alles Bestehende gedrängt. Dem entspricht es, dass im sozialpolitischen Denken - davon zunächst allerdings abgesehen, dass Marx seine entscheidenden ökonomischen Studien am englischen Wirtschaftssystem machte - weniger die Revolution gepredigt, sonder versucht wird, die Ideen des sozialen Fortschritts mit den alten liberalen Prinzipien der individuellen Freiheit zu vereinigen, was den englischen Sozialismus bis ins 20. Jahrhundert kennzeichnet.#
    Die Gedanken Comtes fielen in England auch deshalb auf fruchtbaren Boden, weil schon vor ihm in Bentham ein Denker aufgetreten war, dessen Gedanken denen Comtes in gewissem Sinne entgegenkamen und sich bei den großen englischen Positivisten des 19. Jahrhunderts, Mill und Spencer, mit ihnen verbanden. Wir betrachten im Folgenden nur diesen englischen Positivismus, weil er für das englische Denken dieser Epoche repräsentativ ist - unter Beiseitelassung der in Männern wie William Hamilton (1788-1856), Thomas H. Green (1836-1882) und Henry Sidgwick (1838-1900) verkörperten Gegenbewegung."

    Und hier der Wiki-Artikel zu Herbert Spencer:

    de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Spencer

    Und hier die vollständigen Materialien zu Herbert Spencer als PDF-Datei:

    joachimstiller.de/download/sozialwissenschaft_spencer.pdf

    Gruß Joachim Stiller Münster

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