Sinn und Wahrheit

This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

  • Manchmal ist es garnicht so wichtig, ob der Sinn, den man für sich mit einer Sache gefunden hat, der Wahrheit entspricht. Manchmal ist es viel wichtiger, ob man damit leben kann.


    Manchmal trauere ich ein wenig der Zeit vor dem großen Exodus hier hinterher.. aber dann sehe ich auch, dass immer wieder Neue kommen, die dieses Loch zu füllen vermögen. Ich sage mir dann, die einen gingen, damit die anderen kommen konnten. Objektiv betrachtet ist das natürlich Blödsinn, aber so kann ich es verstehen und damit umgehen.
    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

    Wenn du die Natur beherrschen willst, mein lieber Adson, musst du zuerst lernen ihr zu gehorchen. (aus Der Name der Rose)

    60 times read

Comments 9

  • Eudaminika -

    Was ist denn Wahrheit? Und kann man die tatsächlich wissen? Ich denke "nein". Damit kann es nur so sein, dass man sich was zurecht legt, dass einem möglichst logisch, sinnvoll oder praktikabel erscheint. Wahrheit wissen können wir nicht. Selbst, wenn wir als Wisschenschaftler forschen, müssen wir uns eingestehen (zu Recht), dass wir nicht annähernd mit der Wahrheit hantieren. Wir hantieren mit Wissen, dass bisher nicht widerlegt wurde und dass mehr oder weniger gut als Schablone in die Realität passt. Naja... wems nützt. Vielleicht ist ja genau das der Zweck... ;)

    • iselilja -

      Nun, wenn Du weißt, dass Du bspw. verliebt bist, ist es dann nicht auch wahr, dass Du verliebt bist? Wahrheiten bedürfen nicht immer einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung damit.

    • Eudaminika -

      Ok, ja. Das ist ein gutes Argument.

  • iselilja -

    Ödipus entkam der Sphinx, weil er eine Wahrheit erkannte. Aber er stach sich auch die Augen aus als er eine andere Wahrheit erkannte.

  • Fliege -

    Vielleicht ist es "objektiv betrachtet" gar kein "Blödsinn", weil durch den "großen Exodus" die Dominanz der Alten gewichen ist, so dass nun Neue viel mehr Bewegungsspielraum vorfinden, daher insbeondere nicht sogleich auf wohlfeile Belehrung und demotivierende Zurechtweisung stoßen.

    • iselilja -

      Ja so kann man es natürlich auch sehen. :) Aber Du weißt ja, dass ich es nicht so sehe. Das Beispiel war vielleicht auch nicht so gut gewählt, weil es mir eigentlich dabei um den Aspekt zu verarbeitender Gefühle ging (also um Verarbeitungsstrategien, die nicht unbedingt rational begründbar sind), der sich in dem Falle dann doch noch in Grenzen hält - aber irgendwie schien es dann doch zu passen.

      Die Paraphrase ist dabei nicht einmal von mir, die stammt aus dem Film "Der mit dem Wolf tanzt"

    • Fliege -

      Früher sprach man von "frommer Lüge", wenn man sich ein Narrativ zurecht legte, dessen sachliche Falschheit von seinen emotionalen Vorzügen ("manchmal ist es viel wichtiger, ob man damit leben kann"), nämlich Zufriedenheit mit sich und der Welt (Ataraxie) zu bewirken, kompensiert oder überdeckt wurde. Ich glaube, man kann Ataraxie nicht mit frommen Lügen oder ähnlichen Strategien erreichen, mit denen man sich oder andere hinters Licht zu führen versucht.

    • iselilja -

      Da stimme Dir gern zu. Deshalb beschäftige ich mich auch seit geraumer Zeit mit der Philosophie der Gefühle und inwieweit sich diese lebensweltlich mit rational verfassten Erklärungsmustern in Einklang bringen lässt. Denn eines ist doch offensichtlich.. Gefühle lassen sich nicht durch nähere Kenntnis der Ursachen oder materiellen Zusammenhänge aus der Welt schaffen.

      Aber wie schon gesagt.. das Beispiel war vermutlich von mir suboptimal gewählt. Ich hätte die Reaktionen eigentlich vorhersehen müssen.

    • Fliege -

      Es hat bislang nur eine einzige Reaktion gegeben. ;)
      Die ersten Spezialisten für rationale Gefühle waren die antiken griechischen Philosophen.