Ist Allwissen möglich?

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  • Wir haben ein Bewusstsein. Wir sind uns selbst bewusst. Wir wissen in einem gewissen Maße wer wir sind, was wir wollen, wen wir lieben und was uns ausmacht. Wenn wir vor dem Spiegel stehen wissen wir, das vor uns nur ein Ebenbild unserer Selbst steht.
    Aber wir sind begrenzt in dem was wir wissen und wie wir denken. Begrenzt von unserem eigenen Bewusstsein. Wir handeln (denken) so, wie es evolutionär vorteilhaft ist. Zu jeder objektiven Tatsache haben wir eine Subjektive Ansicht. Wir unterscheiden zwischen Gut und Böse, als auch zwischen Wahrheit und Lüge. Aber diese Dinge gibt es in der objektiven Welt nicht. Dem Universum ist es “egal“ ob im Jemen Menschen gewaltsam umgebracht werden oder in Eritrea welche verhungern, dies entspricht zwar nicht meiner Sicht der Dinge aber ich bin auch ein Mensch.
    Unser Bewusstsein ist somit eine Illusion, eine Illusion die jedem Objekt in diesem Universum einen Wert zuspricht. Zwar wissen wir im Zeitalter des Nihilismus das es einen solchen Wert nicht gibt, wenn wir aber trotzdem jedem Menschen einen Zusprechen, dann ist dies evolutionär vorteilhaft. Wenn wir Menschen einen Leidenden Menschen sehen, empfinden wir Mitleid, denn jeder Mensch ist aus evolutionärer Sicht für den Genpool der Menschheit eine Bereicherung und somit von Vorteil.
    Erst mit einer Subjektiven Sicht der Dinge kann sich ein fühlendes Wesen bilden. Erst dann kann sich eine Zivilisation mit Werten und Moralvorstellungen bilden. Somit ist der politische und moralische Nihilismus zwar nicht nicht existent, in unserer Welt aber nicht wünschenswert.
    Wir bejahen die Existenz unseres Bewusstseins, und wissen nicht einmal das es nur das Produkt der evolutionär vorteilhaften Algorithmen unseres Gehirns ist. Wenn wir einen Tiger sehen läuft uns ein schauer über den rücken, denn wir wissen, der Tiger ist für uns gefährlich. Aber die Emotion dahinter ist nur das Produkt der Algorithmen. Somit stellt sich nun die Frage, wieso ein Bewusstsein notwendig ist, sich der Gefahr besser zu entziehen.
    Darauf will ich eigentlich garnicht weiter eingehen, denn worauf ich hinaus will, ist die Grenze dessen, was wir wissen können.
    Gibt es eine solche Grenze?
    Gehen wir nun davon aus das der Raum des Universums sich nicht für immer ausdehnen wird, und auch die Zeit irgendwann ihr ende findet. Können wir dann bis zu dem Ende des Universums alles wissen? Oder gibt es eine Grenze die wir nicht überschreiten können?
    Ich persönlich stell mir unser Bewusstsein und unser Wissen gerne als die Luft (besser gesagt der Raum) in einem Luftballon, der in einem abgeschlossenen endlichen Raum liegt, vor. Der Raum ist nun alles Wissen im Universum, der Raum innerhalb des Luftballons unser Wissen über das Universum. Wir können nun nicht die Grenze übertreten (die Grenze ist hier die Gummihaut des Luftballons) aber wir können ihn weiter aufblasen, damit er immer mehr Raum (Informationen) einnimmt.
    Die Frage die sich mir hier nun stellt ist: Kann der Luftballon den ganzen Raum einnehmen oder hat er irgendwann sein Maximalvolumen erreicht?

    Aus Sicht der Quantenmechanik ist diese Frage zu verneinen. Weil es nicht nur einen jetzigen Zustand eines Quantenteilchens gibt. Und der Zustand der Quantenteilchen ist für das Verhalten von Atomen verantwortlich. Somit ist das Wissen über einen Zustand nur eine Wahrscheinlichkeit, und daraus folgt die Verneinung des eigenen Wissens. Ein Bespiel hierfür ist Schrödingers Katze; ist sie Tod oder Lebendig? Sie ist weder noch. Kurz gesagt: Wir wissen es nicht. Natürlich muss man hier hinzufügen, das man die Quantenphysik weder auf die Makro-Welt anwenden darf noch dies kann. In dieser Gilt nämlich immer ein genau festgelegter Zustand, also Tod oder Lebendig, niemals beides. (Abgesehen von einer nicht genau festgelegten medizinischen Definition von Tod und Lebendig).

    In diesem Beitrag soll es aber nicht um die Quantenphysik gehen, sondern um die reine philosophische Möglichkeit des Allwissens.

    Welchen Standpunkt vertretet ihr?

    Euer Daidalos :)

    365 mal gelesen

Kommentare 8

  • CRE -

    Mich würde interessieren, wie du persönlich denn Wissen definierst? Dies müsste ja dann Grundlage für jegliche Diskussion sein.

  • Nella -

    Ich denke mir das immer so. Wenn ich Gott beschrieben von den Religionen wäre, ein Allwissender, wie würde ich denken? Ein Gott wäre viel zu Allwissend um eine Religion in die Welt zu setzen, denn Gott würde mit seinem Verstand bereits voraus rechnen, dass seine Religion für diese Welt keinen Sinn hätte.. das die Rassen sich vermischen .. die Welt sich weiter entwickelt .. es Technologien gibt.. der Verstand sich entwickelt .. Dinge hinterfragt werden .. ein Allwissender Gott .. wäre somit viel zu intelligent für so einen fatalen Fehler .. schon die Tatsache eines allwissenden Verstandes zeigt ein wahnsinnigen wiederspruch gegenüber Religionen bzw. einen Gott der dieses in die Welt setzt. Die Natur an sich .. die Menschen .. Naturwissenschaft.. Biologie etc.. da benötigt man ein Allwissender verstand..

    Ich glaube ihr fragt euch jetzt was es mit seiner Frage zu tun hat. Ich finde sehr viel. Wir Menschen machen gerne vergleiche , recherchieren oder versuchen uns Dinge vorzustellen sowie Theorien zu stellen.. um zu verstehen was allwissendes denken ist .. muss man sich vorstellen ob der beschriebene Gott ein allwissender verstand hat? Und wenn ja, beweist die heutige Zeit dies in Bezug auf die Bibel? Nein. Danach kann man weitere Schritte gehen.. man muss sich immer wie ein level up steigern was ein allwissender verstand bedeutet .. wir benutzen wenige Prozent unseres Gehirns.. der Rain Man hat eine Behinderung dennoch eine unfassbare Begabung .. villt hat er diesen Prozentsatz was bei uns normale Menschen verteilt ist .. bei ihm in einem bestimmten Teil seines Gedächtnissen verlagert .. in seinem Fotografischen Gedächtnisses sowie Bereiche der Merkfähigkeit.. was wäre wenn alle Bereiche unseres Gehirn voll funktionsfähig wär?

    Wir Menschen haben aufgehört zu denken.. früher haben Menschen Dinge versucht selbst herauszufinden.. Dinge zu erfahren .. Zu erfinden .. wir werden dümmer und handeln mehr und mehr gesteuert und automatisiert .. unser Verstand ist mächtig wenn wir es zulassen .. uns nicht leiten lassen .. Meinungsfreiheit existiert nicht mehr .. denn wir hören und lesen , glauben den anderen .. hinterfragen nicht mehr.. und erschaffen und erfinden nichts selbst .. unser Verstand wurde begrenzt ..

    • Daidalos -

      Unser Verstand war schon immer begrenzt. Wir als Menschen sind nicht zu einer objektiven Ansicht der Welt fähig. Es ist gar unmöglich, Gewissheit über eine Realität außerhalb des eigenen Bewusstseins zu erlangen. Wir nehmen nicht die ganze Welt wahr, sondern nur einen sehr kleinen Teil von ihr. Wenn es so eine Welt überhaupt gibt.

    • Nella -

      Begrenzt ist sie nur so lange wie man die Grenzen setzt oder wir sie unbewusst durch die Umwelt zulassen. Philosophie ist gerade das, man versucht sich außerhalb der persöhnlichen realität zu denken. Und doch gibt es eine objektive Sicht der Welt , dass ist nicht umfangreich verfügbar aber Nominalisten sind da nah dran. Und klar, viele Menschen sind im denken begrenzt aber viele bedeutet nicht alle. Gewissen menschen leben gerne in ihre vorgegeben gesellschaftlichen Welt und müssen nicht zwingend Ansichten , Normen etc hinterfragen. Genauso wenig wir das müssen. Aber wissenschaftliche Aspekte sowie Entdeckungen und Erfindungen der Menschheit die ein kleiner Teil eben fand mussten weiter denken. Das Bewusstsein hat keine Grenzen und unmöglich ist somit gelogen. Es gibt genug Anhaltspunkte die dein Standpunkt belegen. Schon die Tatsache das du ,,alle“ Menschen in diese Kategorie ,,unmöglich“ stellt zeigt das du dich mit Bewusstsein sowie Erkenntnis nicht wirklich beschäftigt hast und du da schon eine Grenze setzt ohne es zu überprüfen.

    • Nella -

      In der Mathematik gibt es die Unendlichkeit sowie mathematische Formeln die unendlich verlaufen, diese Erkenntnis zu erkennen das es eine Unendlichkeit gibt widerspricht ebenfalls deine Aussage. Die Tatsache das Psychologie sich mit anderen Bewusstsein der Menschen beschäftigt belegt ebenfalls deine Aussage. Es ist schon lange bekannt von der Physik, Mathematik, Astrologie sowie philosophisch das Bewusstsein unendlich ist ;)

  • sonnenschein123 -

    Heutzutage geht man von ca. 2 TB Speicherplatz im Gehirn aus. Hätte ein Mensch die Möglichkeit alles zu Wissen, wäre hier die Grenze. So wie ich es verstanden habe ist unsere Grenze zu Verstehen die dritte Dimension, vierte und fünfte können wir evtl. kalkulieren aber nicht erfassen.

  • diewissbegierige -

    Also fragst du dich im Prinzip nicht, ob wir je die Möglichkeit haben werden alles zu wissen, sondern ob unser Gehirn, ob unser Wissen, sich irgendwann nicht mehr vergrößern kann. Ein Mensch lebt etwa 80 Jahre im Durchschnitt, Tendenz steigend. Da man nur eine bestimmte Menge Informationen in einem bestimmten Zeitraum aufnehmen kann, Schlaf braucht man ja auch, gibt es also eine Grenze, die Grenze der Zeit, des Lebens. Nimmt man jedoch mal an, dass dieses Grenze nicht exsistiert und der Mensch unbegrenzt Zeit dafür hat und die Möglichkeiten, halte ich persöhnlich es für durchaus möglich. Selbst wenn es nicht möglich sein sollte, der Mensch endwickelt sich weiter, also warum nicht?

    • Daidalos -

      Ein allwissendes Individuum ist so oder so unmöglich, die Frage bezog sich auf das Kollektiv.