Arbeitslosigkeit als Kernkompetenz des 21. Jahrhunderst

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  • Es ist allgemein bekannt, dass die Zukunft der Arbeit sich nicht mehr nach rein ökonomischen Kriterien bewerten lässt. Begriffe wie Arbeit 2.0 und dergleichen schwirren zur Zeit in den Medien herum und stellen Fragen.. Fragen wie es eigentlich weiter gehen soll. Dass es überhaupt weiter gehen soll, scheint im öffentlichen Raum soweit auch unstrittig. Die Frage ist also: WIE soll es weiter gehen? Wir stehen in vielerlei Hinsicht vor veränderten Bedingungen - Maschinen werden immer leistungsfähiger, so dass auf bereits absehbare Zeit ganze Berufsfelder allmählich verschwinden werden. Gleichzeitig wirken Probleme wie die klimatischen Veränderung darauf ein, dass wir uns berechtigter Weise auch fragen dürfen, ob vielleicht auch die Massenproduktion von Allem auf Dauer einen Sinn haben wird. Wir werden also in mehrfacher Hinsicht lernen müssen, unsere Erwartungen an ein bisher immer gepriesenes Höher - Schneller - Weiter in Frage zu stellen. Auch wenn die momentanen Arbeitslosenzahlen in manchen Ländern recht optimistisch aussehen, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass vielerorts selbige Zahlen eine ganz andere Sprache sprechen, ja sogar Ursache für Migration sein können.

    Wir leben heute in einer Welt, in der es nahezu normal erscheint, immer wieder mal von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein. Manche sind schwerer davon betroffen, andere weniger oder vielleicht sogar niemals. Zumindest kenne ich doch wenigstens noch ein paar Freunde, die das von sich behaupten können.. noch.

    Doch was ist eigentlich das Problem mit der Arbeitslosigkeit? Warum haben wir ein mieses Gefühl, wenn wir davon betroffen sind? Sicherlich.. das Gefühl nicht gebraucht zu werden, das Fehlen wichtiger sozialer Kontakte, der chronische Geldmangel usw. sind alles Dinge, die in erster Linie ein negatives Bild davon zeichnen. Doch diese negative Bild wird natürlich auch von gesellschaftlichen Ansprüchen aufrecht erhalten. Begriffe wie Sozialschmarotzer, Assi, oder etwas weiter zurückliegend auch arbeitsscheu bestimmen im wesentlichen dieses Bild, was jeder Betroffene zumeist vermeiden möchte. Bei all diesen Ansprüchen, Zuweisungen und Erwartungen geht aber für das betroffene Individuum eine Frage scheinbar unter: Ist mein Leben ein MÜSSEN oder WOLLEN? Was ich muss und soll, wird mir soweit tagtäglich angetragen.. doch ist es das was ich überhaupt will, ist es das, was ich von meinem Leben erwarte - habe ich nicht vielmehr das Recht erwarten zu dürfen, dass Arbeits-Losigkeit in Zukunft weniger als das Fehlen von Arbeit verstanden wird, als vielmehr frei von Arbeit zu sein?

    Vermutlich muss man aber eines doch.. nämlich selbst erst einmal die Arbeitslosigkeit (am besten für eine längere Zeit) erfahren, um zu verstehen, dass zu den Dingen, die ich eigentlich will, Arbeit an sich unmöglich dazugehört.
    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.

    Willst du einen Menschen wirklich lehren, musst du ihn zuvor erkennen.

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