[Sozialphilosophie] Max Weber

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  • Max Weber: Leben und Werk

    Ich werde hier das Kapitel zu Max Weber aus dem folgenden Werk wiedergeben und ausführlich besprechen:

    - Peter Ehlen, Gerd Haeffner, Friedo Ricken: Grundkurs Philosophie - Band 10: Philosophie des 20. Jahrhunderts (Kohlhammer Urban), S.148-151

    Max Weber entstammte einer liberalen großbürgerlichen Familie. Er wurde am 21.04.1864 in Erfurt geboren, war von 1894-1903 zunächst in Freiburg und dann in Heidelberg Professor für Nationalökonomie und starb am 14.06.1920 in München. Obwohl er sich selbst nicht als Philosophen einschätzte, hat er immer wieder in seinen Schriften scharfsinnig zu grundsätzlichen Fragen der Wertphilosophie Stellung genommen und die Diskussion um die Methoden der Geschichts- und Sozialwissenschaften maßgeblich mitbestimmt. In seinem Denken steht er dem Neukantianer H. Rickert nahe mit dem er auch persönlich befreundet war. Einige seiner Aufsätze - hervorzuheben sind "Die 'Objektivität' sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis" (1904); "Der Sinn der 'Wertfreiheit' der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften" (1917); "Wissenschaft als Beruf" (1919) - sind zu Klassikern der Kulturwissenschaften und der Kulturphilosophie geworden. Mit seiner Untersuchung "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" (1905), in der er die jüngere europäische Geschichte als Prozess der Rationalisierung deutete, hat er grundsätzlich Fragen der Geschichtsphilosophie aufgeworfen.Webers philosophisches Interesse richtet sich auf die transzendentalen Bedingungen der historischen und sozialwissenschaftlichen Forschung. Darüber hinaus beschäftigt ihn die Frage, welchen "Sinn" wissenschaftlich Erkenntnis habe. Die Methode der naturwissenschaftlichen Gesetzeswissenschaften, welche die kausalen Beziehungen erforschen, ist prinzipiell nicht geeignet, die kulturelle Wirklichkeit in ihrer qualitativen Mannigfaltigkeit zu erfassen; sie würde sie auf messbare Quantitäten reduzieren und ihre inhaltliche Fülle verfehlen. Dagegen "deuten" die Kulturwissenschaften die kausalen Zusammenhänge, um das Verhalten der beteiligten Einzelnen verstehen zu können; sie erkaufen diese "Mehrleistung" freilich "durch den wesentlich hypothetischeren und fragmentarischeren Charakter" ihrer Ergebnisse (vgl. Wirtschaft und Gesellschaft, 7). Die Kulturwissenschaften, darunter die Sozialwissenschaften, sind nicht am Allgemeinen, das in Gesetzen zu erfassen ist, sondern am qualitativ Einmaligen und Sinnhaften interessiert. Das geeignete methodische Hilfsmittel, das es erlaubt auch regelmäßig in der Geschichte auftretende Sinnzusammenhänge wissenschaftlich zu erfassen, ist der "Idealtypus". "Zweck der idealtypischen Begriffsbildung ist es überall, nicht das Gattungsmäßige, sondern umgekehrt die Eigenart von Kulturerscheinungen scharf zum Bewusstsein zu bringen" (...). Mit Hilfe des "Idealtypus" gliedert der Forscher aus einer amorphen Vielzahl von Einzelphänomenen einige aus und erhebt sie zu einem "historischen Individuum", dessen Erkenntnis er weiter zu vertiefen sicht und das als heuristischer Begriff der weiteren Forschung dient. Beispiel eines "Idealtypus" ist die mit dem Begriff "Pest" zusammengefasste Vielzahl von Einzelerscheinungen im Europa des 14. Jahrhundert.

    Und hier noch eben der Wiki-Artikel zu Max Weber:

    de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber

    Und hier die kompletten Materialien zu Max Weber als PDF-Datei:

    joachimstiller.de/download/sozialwissenschaft_weber.pdf

    Gruß Joachim Stiller Münster

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